Kolumnen & Analysen Devisen

Wochenbarometer Devisenmärkte - 27. KW 2017
HSH Nordbank Research - Forex - 06.07.2017

Starke Einkaufsmanagerdaten in den USA und der Eurozone bewegen die Märkte. Tankan-Bericht in Japan optimistisch wie seit Jahren nicht mehr. Fokus in der kommenden Berichtswoche auf dem G20-Gipfel am 7.7. und 8.7. (US-Handelspolitik, Nordkorea-Konflikt).

EUR/USD notiert aktuell bei 1,1341 und veränderte sich somit zur vorherigen Berichtswoche um -0,7 %. Der Dollarindex erreichte zu Beginn der Berichtswoche ein neues Neunmonatstief, was dafür spricht, dass die Märkte auch in Ländern außerhalb der USA mit einer Straffung der Geldpolitik rechnen. Der Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes für den Euroraum erreichte ein Sechsjahreshoch und stärkte damit den Euro zum Wochenschluss. Dem Euro machte zum Wochenstart jedoch der Anstieg des ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe (57,8; Konsens: 55,2) aus den USA zu schaffen. Veröffentlichte Wachstumszahlen (BIP: 1,4 % QoQ; Konsens: 1,2 %) aus den USA stärkten den Dollar zusätzlich. Die kommende Berichtswoche steht zunächst im Zeichen des G20-Gipfels in Hamburg. Mit Spannung werden vor allem Äußerungen von USPräsident Donald Trump hinsichtlich seiner weiteren Handelspolitik erwartet. Am Freitag (07.07.) stehen die US-Arbeitsmarktdaten für Juni an.

EUR/GBP notiert derzeit bei 0.8765 und bleibt damit gegenüber der Vorwoche nahezu unverändert. Positive Impulse kamen in der Eurozone von starken PMI-Daten sowie vom Verbraucherpreisindex, der in seiner Schätzung in der Eurozone (1,3 %, Konsens: 1,2 %, YoY) die Erwartungen übertraf. Die britischen PMI-Daten blieben zwar unter den Erwartungen, befinden sich aber dennoch auf einem hohen Niveau. In der kommenden Berichtswoche steht der mit Spannung erwartete G20-Gipfel auf der Agenda, wo ein besonderes Augenmerk auf handelspolitische Äußerungen von Seiten der USA gelegt werden sollte. Außerdem wird BoE Chef Mark Carney wieder eine Rede halten (7.7.), aus der vielleicht deutlich wird, wie ernst seine Aussage von Ende Juni ist, dass bald mit einer Zinserhöhung zu rechnen sei. Die Brexit-Verhandlungen sollen erst übernächste Woche weitergeführt werden (17.07.).

USD/JPY notiert gegenwärtig bei 113,20 und stieg somit um 0,7 % im Vergleich zur vorigen Berichtswoche. Damit erreicht das Devisenpaar ein Siebenwochenhoch. Verantwortlich für die Schwäche des Yen gegenüber dem Greenback ist die gute Stimmung unter den Einkaufsmanagern in den USA. Der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe erreichte mit 57,8 Punkten (Konsens: 55,2) den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Der konjunkturelle Optimismus sowie das Protokoll der letzten Fed-Sitzung stützen unsere Prognose einer weiteren Leitzinsanhebung in den USA in diesem Jahr. Allerdings zeichnet sich auch in Japan eine Verbesserung der konjunkturellen Lage ab. Der Tankan-Bericht der Bank of Japan fiel für das Verarbeitende Gewerbe so positiv aus wie seit März 2014 nicht mehr (17 Punkte). Jedoch ist angesichts einer Kerninflation im Mai von 0 % (YoY) das Deflationsrisiko in Japan weiterhin hoch. In der kommenden Berichtswoche könnten wieder verstärkt geopolitische Themen den Wechselkurs treiben. So soll auf dem G20-Gipfel u.a. beraten werden, wie man mit Nordkorea umgehen soll.

Das Devisenpaar EUR/CHF wird gegenwertig bei 1,0950 EUR/CHF gehandelt, was einer Aufwertung des Euros von 0,1 % zur vorherigen Berichtswoche entspricht. Dabei profitierte die europäische Einheitswährung von guten konjunkturellen Daten aus dem Währungsraum. Auch zeigen geopolitische Krisen, wie das Kräftemessen zwischen den USA und Nordkorea, nur geringe Auswirkungen auf den Schweizer Franken. Wir glauben, dass der anstehende G20-Gipfel in Hamburg durchaus über Potenzial verfügt, den Schweizer Franken gegenüber dem Euro aufzuwerten.

Redaktionsschluss: 06.07.2017

Autor: Marius Schad, HSH-Nordbank

Hinweis
Der Marktkommentar ist ein Auszug aus dem wöchenlich erscheinenden Wochenbarometer für die Renten- und Devisenmärkte der HSH Nordbank. Den vollständigen Bericht und weitere Publikationen erhalten Sie auf unternehmerpositionen.de und HSH-Nordbank.de

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Halvers Kapitalmarkt Monitor: US-Geldpolitik: Methadon-Programm statt kaltem Entzug
R. Halver I Baader Markets - Indizes - 22.09.2017
Auf den ersten Blick zeigte sich die Fed falkenhaft: Sie verkündete auf ihrer Sitzung die schrittweise Entblähung ihrer 4,5 Bill. US-Dollar schweren Notenbankbilanz. Damit ist sie tatsächlich die erste Notenbank, die Liquiditätsabzug betreibt. Der Leitzins bleibt zwar unverändert. Doch plant sie diese sogenannten Fed Funds bis 2019 auf 2,75 Prozent anzuheben. Aber ist die Fed auf den zweiten Blick wirklich so gnadenlos? Wie kompromisslos ist sie wirklich und wieso nehmen die Aktienmärkte die Schubumkehr von Quantitative Easing zu Quantitative Tightening so gelassen hin? ... mehr

Halvers Woche: "Bundestagswahl 2017 - Non-Event für die Börse?"
Börse Frankfurt - Indizes - 22.09.2017
22. September 2017. MÜNCHEN (Baader Bank). Umfragen haben 2016 weder das Brexit-Votum noch die US-Präsidentenwahl, noch 2017 die Ergebnisse der drei deutschen Landtagswahlen vorhergesagt. Muss man also den Umfragen zur anstehenden Bundestagswahl wirklich mehr Bedeutung zubilligen als dem Wetterbericht für das kommende Wochenende? Irren ist eben menschlich. Doch nehmen wir einfach einmal an, dass die Umfrageinstitute Recht hätten. ... mehr

Euwax Trends: Nordkoreakrise: “Irrer” vs “Geisteskranker Greis” – Dax dreht ins Plus - Insider: Lufthansa bekommt Filetstücke von Air Berlin
Börse Stuttgart - Marktberichte - 22.09.2017
Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea ist und bleibt ein großes Risiko, sagen Experten. Niemand kann absehen, wie groß die Auswirkungen am Ende sein können. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bezeichnete US-Präsident Donald Trump nach dessen Rede vor der UN-Vollversammlung als “geistesgestörten Greis” und drohte mit einer massiven Vergeltung. Sogar ein Test einer Wasserstoffbombe auf dem Pazfischen Ozean ist möglich. Trump schläft verbal zurück und bezeichnet Kim als „Irren“. ... mehr

Anleihen: Renditen ziehen leicht an
Börse Frankfurt - Bonds - 22.09.2017
22. September 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der Bundestagswahl am kommenden Sonntag scheinen Anleger gelassen entgegenzusehen. Für Klaus Stopp von der Baader Bank liegt dies unter anderem an der explizit proeuropäischen Ausrichtung der beiden großen Parteien. Das unterscheide den Urnengang von den jüngsten Abstimmungen in Frankreich und den Niederlanden, wo die jeweils Zweitplatzierten einen scharfen antieuropäischen Kurs vertreten hätten. "Eine Angst um den Euro kann die Bundestagswahl damit jedenfalls nicht auslösen." ... mehr

DAX 30 und Bitcoin Market Update: DAX 30: Piano vor Bundestagswahl
DailyFX - Marktberichte - 22.09.2017
Anleger halten sich auch am letzten Tag vor der Bundestagswahl bedeckt. Kaum verändert präsentiert sich der DAX mit 12.650 Zählern im Vergleich zum Vortag und unterstreicht erneut die Hängepartie aus den letzten Tagen. Die erneut scharfe Drohung des nordkoreanischen Diktators Kim Jong- un an US- Präsident Donald Trump dürfte jedoch nicht allzu ins Gewicht fallen. Jong- un kündigt als Antwort auf Trumps Rede vor dem US-Kongress eine massive Vergeltung an und bezeichnet den US- Präsidenten als „geistig umnachteten senilen Amerikaner“. ... mehr

4x Report: Übernahmen bestimmen Handel in den USA – Toshiba verkauft Chipsparte – chinesische Autowerte auf der Überholspur
Börse Stuttgart - Indizes - 22.09.2017
Auslandsaktien KW 38 (18.09. bis 22.09.2017) Der amerikanische Aktienmarkt befindet sich derzeit wieder in Rekordlaune. Der Dow Jones schloss zur Wochenmitte bei 22.413 Punkten und damit so hoch wie noch nie zuvor. Von der guten Laune scheinen sich auch die Unternehmen anstecken zu lassen. Das Übernahmekarussell hat wieder an Fahrt zugenommen. Zum Wochenauftakt wurde eine weitere milliardenschwere Übernahme im Rüstungsbereich bekanntgegeben. ... mehr

Wochenbarometer Rentenmärkte - 38. KW 2017
HSH Nordbank Research - Bonds - 22.09.2017
Die Fed ließ, wie von der Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet, die Fed Funds Rate in der Bandbreite zwischen 1,00 % - 1,25 %. Der nächste Zinsschritt dürfte unseres Erachtens, wie auch schon im vergangenen Jahr, zu Weihnachten erfolgen. Die amerikanischen Zentralbanker machten allerdings in ihrer Stellungnahme klar, dass die Zinsanhebung im Dezember noch nicht in Stein gemeißelt ist. Bereits im Oktober will die Fed damit beginnen, ihre Bilanzsumme zu reduzieren. ... mehr

DAX schleppt sich so dahin – Letzte Ausfahrt vor der Wahl
CMC Markets - Marktberichte - 22.09.2017
Heute ist der letzte Handelstag vor den Bundestagswahlen. Ein stärkerer Einbruch der SPD, der eine große Koalition verhindert und ein sehr starkes Abschneiden der AfD sind die zwei Risiken, denen sich Anleger stellen, die vor dem Wochenende investieren. Vielleicht sehen wir eine Wiederholung des Musters der vergangenen beiden Wochen – Kaufzurückhaltung vor dem Wochenende und dann ein Kurssprung zu Wochenbeginn, wenn alles gut gegangen ist. ... mehr

Tagesausblick Aktien: DAX unbeirrt von Fed und Katalonien
Helaba Floor Research - Indizes - 22.09.2017
Der Bilanznormalisierungsprozess der US-Notenbank wird dem Finanzsystem mit Blick auf die kommenden Jahre Überschussliquidität entziehen. Aktienhändler lässt diese Perspektive aber vorerst unbeeindruckt, da der Abschmelzprozess zunächst mit monatlich 10 Mrd. USD langsam startet. Der DAX konnte sich gestern im Nachgang zur Fed-Ankündigung und ungeachtet der politischen Verunsicherung in Spanien solide präsentieren und ging mit einem Aufschlag von knapp 0,3 % bei 12.600 Zählern aus dem Handel. ... mehr

Tagesausblick Renten/Devisen: Märkte glauben Fed-Ausblick nur bedingt
Helaba Floor Research - Bonds - 22.09.2017
Das Vertrauen der Marktteilnehmer in den geldpolitischen Ausblick der US-Notenbank scheint nicht besonders groß zu sein. Zwar haben sich die Leitzinserwartungen angepasst, nachdem bekannt wurde, dass die Mehrheit der FOMC-Mitglieder bis Ende 2018 unverändert vier Zinsschritte für angemessen hält, die Differenz zwischen den Leitzinsprojektionen und den Marktspekulationen ist aber weiterhin sehr groß. Ende dieses Jahres wird eine Erhöhung nur zu gut 60 % eskomptiert, bis Ende 2018 werden insgesamt nicht einmal zwei Schritte vollständig eingepreist. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<