Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: USA: Konjunktur robust – Inflation gedämpft
Helaba Floor Research - Forex - 10.07.2017

Die zuletzt veröffentlichten US-Daten lassen keine Zweifel an der Robustheit der Konjunktur aufkommen. Wichtige Stimmungsindikatoren haben positiv überrascht und auch der Arbeitsmarkt ist in einer sehr guten Verfassung – wenngleich der Anstieg der Stundenlöhne weiterhin nur mäßig ausfällt. Der Konjunkturbericht der US-Notenbank, das sogenannte Beige Book (Veröffentlichung Mittwoch), wird wohl darauf hinweisen, dass die US-amerikanische Wirtschaft moderat wächst und auch der Arbeitsmarkt zulegt, wobei es hier zu einer Ausweitung der Engpässe kommt. Heute gibt es keine neuen Informationen über den Zustand der US-Konjunktur. Das morgen anstehende Mittelstandsbarometer dürfte sein hohes Niveau verteidigen und das freundliche Konjunkturszenario bestätigen. Interessant wird es am Donnerstag und Freitag mit den Erzeugerpreisen bzw. Verbraucherpreisen. Verstärkter Inflationsdruck ist trotz der wirtschaftlichen Stärke des Landes nicht zu erwarten. Wir halten kleine Zuwächse für realistisch, sodass die Jahresteuerungsraten auf niedrigem Niveau verharren und Erwartungen stützen dürften, wonach der Zinserhöhungspfad flacher wird. Das Protokoll der letzten FOMC-Sitzung hatte gezeigt, dass einige US-Währungshüter besorgt über die enttäuschend niedrige Inflation sind. Die Preiszahlen im Juni dürften daran wohl nichts ändern.

Bund-Future in schwierigem Fahrwasser



Anhaltende Spekulationen auf eine baldige Straffung der EZB-Geldpolitik setzten den Rentenmärkten in der vergangenen Woche zu. Umfangreiche Emissionen in Spanien und Frankreich, die überdies teilweise schleppend verliefen, übten zusätzlich angebotsbedingten Druck aus. Auch in dieser Woche finden diverse Auktionen statt. Mit voraussichtlich ca. 14 Mrd. EUR fällt das EWU-Angebot aber geringer aus als zuletzt. Highlight dürfte am Mittwoch die Begebung der neuen 10-jährigen Benchmark-Bund im Wert von 5 Mrd. EUR sein. Nach einer leichten Gegenbewegung liegt die Rendite der aktuellen 10j. Referenzanleihe noch immer bei 0,57 %; der laufzeitbedingte Aufschlag könnte eine Zuteilung im Bereich über 0,60 % bewirken. Dies wäre der höchste Auktionswert seit Oktober 2015 (0,62 %). Für den Bund-Future bleibt die Lage derweil schwierig. Mit dem Rutsch unter 161,68 hat sich das Chartbild verschlechtert. Die Indikatoren stehen unisono auf Verkauf, wenngleich der Stochastic eine überverkaufte Marktlage anzeigt. Eine kurzzeitige Erholung kann demnach nicht ausgeschlossen werden, insgesamt bleiben Abwärtsrisiken aber erhalten. Unterstützungen liegen unverändert um 160,00 und 159,10.

Euro bleibt korrekturanfällig



Der Euro hat sich oberhalb des Unterstützungsbereichs 1,1285/1,1300 gut behauptet, was positiv hervorzuheben ist. Das jüngste Hoch bei 1,1445 und der Widerstand bei 1,1500 konnten bislang aber nicht überwunden werden. Mangels fundamentaler Einflüsse dürften auch heute die dafür notwendigen Impulse fehlen. Zudem gilt zu berücksichtigen, dass das Bild nicht einheitlich positiv ist. Während MACD und DMI im Kauf stehen hat der Stochstic im überkauften Bereich ein Verkaufssignal generiert. Insofern scheint das Potenzial nach oben zunächst begrenzt zu sein.

Autor:>/strong> Helaba Floor Research, www.helaba.de

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