Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: Märkte im Einfluss der US-Notenbankchefin
Helaba Floor Research - Forex - 12.07.2017

Im Mittelpunkt des heutigen Tages steht die halbjährliche Anhörung von Janet Yellen vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses. Spannend ist die Rede vor dem Hintergrund, dass es nach wie vor eine große Diskrepanz gibt zwischen den Zinserwartungen des Marktes und dem Zinserhöhungspfad, der von den FOMC-Mitgliedern in Form der Leitzinsprojektionen als angemessen erachtet wird. Während die Notenbank vier weitere Schritte bis Ende 2018 in Aussicht stellt, wird marktseitig nur eine Erhöhung vollständig eskomptiert. Korrekturpotenzial ist daher vorhanden, auch wenn von Yellen wenig Konkretes zu erwarten ist. Sie wird allgemein auf die Angemessenheit gradueller Leitzinsschritte verweisen, ohne speziell den September als möglichen Termin für eine nächste Zinserhöhung ins Spiel zu bringen. Marktteilnehmer setzen darauf, dass die Fed vorsichtiger agieren wird als zuletzt. Ob Yellen an dieser Sichtweise grundsätzlich etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Neben dem Zinspfad ist auch der Beginn der Bilanznormalisierung von Interesse. Hier hatten sich zuletzt mehrere Fed-Vertreter dafür ausgesprochen, schon in diesem Jahr damit zu starten. Entsprechende Stellungnahmen der Fed-Chefin sollten nicht überraschen.

Rentenmarkt: Yellen gibt den Ton an



Die kurzfristige technische Lage ist nach wie vor als schwierig einzustufen. Auf der Oberseite ist neben der ehemaligen Unterstützung 161,68 die Marke 162,23 relevant. Hier befindet sich das 38,2 % Fibonacci-Retracement des Future-Rückgangs seit Ende Juni. Erst ein Anstieg hierüber würde die Perspektive etwas aufhellen. Um nötige Impulse zu generieren, müsste Fed-Chefin Yellen heute bei der Anhörung vor dem US-Kongress schon deutlich „dovishe“ Töne anschlagen. Der bereits vorab veröffentliche Monetary Policy Report lässt allerdings keine Rückschlüsse hierauf zu. Angesichts der noch immer massiven Diskrepanz zwischen den Fed-Projektionen (eine weitere Zinserhöhung 2017, drei Erhöhungen 2018) und den marktseitigen Zinserwartungen (eine Zinserhöhung bis Ende 2018) besteht vielmehr gewisses Anpassungspotenzial. Abwärtsrisiken für den Future bleiben mithin erhalten.

Euro: Widerstand überwunden



Der US-Dollar kam nach den Äußerungen Brainards sowie im Zuge der Email-Affäre um Trump Jr. unter Druck. In der Folge konnte EUR-USD den Widerstand bei 1,1445 doch noch überwinden. Die quantitativen Indikatoren im Tageschart haben sich mithin aufgehellt und die nächste Kurshürde ist nun um 1,1500 zu finden. Fraglich ist, ob Fed-Chefin Yellen bei ihrer heutigen Anhörung die wenig ausgeprägten Zinsfantasien anregen wird. In diesem Fall sollte ein Rückgang unter 1,14 ins Kalkül gezogen werden.

Autor:>/strong> Helaba Floor Research, www.helaba.de

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