Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: EZB-Ratssitzung wirft Schatten voraus
Helaba Floor Research - Forex - 17.07.2017

Die am Donnerstag anstehende Ratssitzung der Europäischen Zentralbank wirft lange Schatten voraus. Präsident Draghi war es, der vor knapp drei Wochen einen deutlichen Renditeschub herbeigeführt hat, indem er die konjunkturelle Entwicklung in der Eurozone positiv hervorhob und temporäre Faktoren für das gedämpfte Preisumfeld verantwortlich gemacht hat. Dies verwunderte, hatte die EZB bis dahin doch den Eindruck vermittelt, dass sie verstärkt auf die Entwicklung der Kerninflation achtet und dass das unverändert geringe Niveau für wenig Handlungsdruck sorgt. Laut EZB sollen die Aussagen von Draghi zwar vom Markt fehlinterpretiert worden sein, ein Dementi vom EZB-Präsidenten selbst gab es aber nicht. Vielmehr machten Meldungen die Runde, Draghi werde beim Symposium in Jackson Hole (Ende August) die Rückführung des QE-Programms verkünden. Daher haben sich die Zinsspekulationen bis heute nicht zurückgebildet. Mitte 2018 wird ein erster Schritt mehrheitlich eskomptiert. Wird Draghi diese Erwartungen am Donnerstag bestätigen? Wir halten moderatere Töne für wahrscheinlich und machen angesichts der fortschreitenden Zinsfantasie Korrekturpotenzial aus.

US-Daten stützen nur kurzzeitig



Enttäuschende Konjunktur- und Preiszahlen in den USA haben Erwartungen einer zögerlichen US-Notenbank gestützt und dem Future kurzzeitig Impulse verschafft. Nun aber rückt die EZB-Geldpolitik in den Fokus. Im Vorfeld der am Donnerstag anstehenden Ratssitzung halten sich Marktteilnehmer wohl zurück. Auch der dünne Datenkalender und fehlende Redebeiträge von Notenbankern liefern derzeit keine neuen Impulse. Der Bund-Future konsolidiert unterhalb der Widerstände 161,92 (letztes Hoch) und 162,27 (Retracement). Erste Unterstützungen sind bei 160,83 und am Impulstief bei 160,31 zu lokalisieren.

Risiken noch nicht gebannt



Marktteilnehmer spekulieren darauf, dass die Europäische Zentralbank ihre ultralockere Geldpolitik bald ändern und die US-Notenbank sehr zögerlich eine weitere Leitzinserhöhung beschließen wird. Entsprechend hat sich der Euro gefestigt und letzte Woche bei 1,1489 sein vorläufiges Hoch erreicht. Seit dieser Zeit kommt es zu einer Konsolidierung. Zwar stieg er am Freitag nach den US-Preiszahlen erneut an, das Risiko nachgebender Kurse ist aber noch nicht gebannt. So könnte EZB-Präsident Draghi am Donnerstag Zinsspekulationen etwas dämpfen. Zudem sind im Tageschart negative Divergenzen zu beobachten. Wichtige Unterstützungen lokalisieren wir im Bereich 1,1285/1,1310. Widerstände sind bei 1,1489/1,1500 und bei 1,1614 zu finden.

Autor:>/strong> Helaba Floor Research, www.helaba.de

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