Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: Fed-Erwartungen unter Einfluss von Datenveröffentlichung und Yellen-Nachfolge
Helaba Floor Research - Forex - 09.10.2017

Die neue Woche wird durch Veröffentlichungen wichtiger Konjunkturdaten vor allem in den USA geprägt sein, heute allerdings wird zunächst der Columbus Day begangen. Die jüngsten Wortmeldungen der Fed-Vertreter Harker und Williams lassen die Erwartungen eines weiteren Zinsschritts in diesem Jahr steigen. Marktseitig werden bis Ende 2018 insgesamt nur zwei Zinsschritte eingepreist. Die FOMC- Mitglieder signalisieren jedoch bis dahin vier Zinserhöhungen und die US-Notenbank hat bereits mit einer langsamen, „marktschonenden“ Bilanzreduzierung begonnen. Neue Informationen über mögliche Nachfolger für den Fed-Vorsitz könnten diese Woche die Markterwartungen zudem beeinflussen.

Wichtige Impulse könnten Ende der Woche die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze des Monats September liefern. Die Stimmungsindikatoren sind positiv und der Pkw-Absatz hat den höchsten Wert seit 2005 erreicht. Ein kräftiger Anstieg der Einzelhandelsumsätze ist somit zu erwarten. Im Fokus der Marktteilnehmer stehen darüber hinaus die Erzeuger- und Verbraucherpreise für den Monat September. Die erhöhten Benzinpreise, ausgelöst durch die Hurrikan-Saison, dürften zu einem vergleichsweise starken Anstieg der Erzeuger- und Verbraucherpreisindizes im Vormonatsvergleich sorgen. Da sich das Plus bei den Benzinpreisen bereits wieder teilweise zurückgebildet hat, ist im Oktober jedoch auch mit einem erneuten Rückgang der Inflationsrate zu rechnen. Im Hinblick auf die Geldpolitik der Fed richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer ohnehin eher auf die Kernteuerung. Noch ist hier keine Beschleunigung abzusehen, wodurch sich die Fed in der vorsichtigen Geldpolitik bestätigt fühlen dürfte.

Bund-Future: Konsolidierung



Der Future hat sich Ende letzter Woche abgeschwächt und die Marke von 161,00 unterschritten. Seitdem der Juli-Aufwärtstrend Anfang September unterschritten wurde, konsolidiert das Rentenbarometer in der Spanne von 160,24 bis 162,07. Indikatoren im Tageschart lassen auf eine Fortsetzung des richtungslosen Handels schließen. Hervorzuheben sind der niedrige ADX und das neutrale Kursmomentum. Der Stochastic hat zwar ein Kaufsignal generiert, dafür steht der MACD aber weiterhin im Verkauf. Die nächsten Unterstützungen sind bei 160,65 und 160,24 zu finden. Das 61,8 %-Retracement des Aufwärtsimpulses von Juli bis September liegt bei 159,80. Widerstände lokalisieren wir um 162,00 und bei 162,21. Trading-Range: 160,20 – 161,50.

Euro bleibt unter Druck



Der Euro bleibt unter Druck, denn das technische Bild ist von Risiken geprägt und zudem ziehen die Zinserwartungen bezüglich der Fed an. Dies kommt dem Dollar zugute und dürfte sich mit den Datenveröffentlichungen in dieser Woche wohl nicht ändern. Insgesamt ist von robusten Einzelhandelsdaten (+15 % bei den Pkw-Verkaufszahlen) und erhöhten Teuerungsraten zu rechnen. Da marktseitig trotz der jüngsten Anstiege bis Ende 2018 lediglich zwei kleine Zinsschritte der Fed eskomptiert werden, besteht gegenüber den Signalen vonseiten der Fed Anpassungspotenzial. So zeigen die Dot Plots, dass vier Schritte auf Sicht von 15 Monaten mehrheitlich als angemessen eingestuft werden. Technisch betrachtet ist hervorzuheben, dass auf Tagesbasis Indikatoren wie MACD, DMI und Stochastic im Verkauf stehen. Zudem trübt sich das Bild im Wochenchart deutlich ein. Der DMI steht hier zwar noch im Kauf, der ADX dreht aber und der Stochastic sowie jüngst auch der MACD haben Verkaufssignale geliefert. Entscheidend auf der Unterseite ist das Tief bei 1,1661. Sollte dies durchbrochen werden, dürften sich die Kursverluste fortsetzen. Haltemarken fänden sich dann bei 1,1550 und 1,1510. Letztere wird hergeleitet vom 38,2 %-Retracement des Aufwärtstrends von April bis September. Trading-Range: 1,1661 – 1,1788.

Autor:>/strong> Helaba Floor Research, www.helaba.de

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