Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: US-Verbraucher in sehr guter Stimmung
Helaba Floor Research - Forex - 10.11.2017

Von konjunktureller Seite steht heute das vorläufige Michigan Sentiment im Mittelpunkt des Interesses. Die Vorgaben für die wohl wichtigste Verbraucherumfrage in den USA sind in der Summe freundlich. Die rekordhohen Aktienindizes und der robuste Arbeitsmarkt sorgen für Unterstützung. Auch andere Umfrageergebnisse, wie der IBD/TIPP-Index und der Reuters-Ipsos-Wert (Grafik) sind gestiegen und lassen eine erneute Stimmungsverbesserung möglich erscheinen. Belastend wirken hingegen die Ölpreise. Der US-Ölpreisfuture (LCF) ist seit Anfang Oktober um etwa 17 % auf 57 USD/Fass gestiegen. Dies macht sich allmählich bei den Preisen an den Tankstellen bemerkbar. Zudem gilt zu berücksichtigen, dass die Verbraucherstimmung bereits im Vormonat unerwartet deutlich gestiegen ist. Vor diesem Hintergrund sollten die Erwartungen nicht zu hoch gesteckt werden. Mit dem derzeit höchsten Indexstand seit Anfang 2004 wird deutlich, dass der private Konsum die tragende Säule der US-Konjunktur ist. Erwartungen, wonach die US-Notenbank das Leitzinsband im Dezember um 25 Bp. erhöhen wird, werden von der Verbraucherstimmung wohl nicht reduziert.

An dieser Stelle sei auf die Inflationserwartungen hingewiesen, die vom Michigan Sentiment auf Sicht von einem und fünf Jahren erhoben werden. Diese fielen bis zuletzt gering aus – ähnlich wie die marktbasierten Inflationserwartungen (5Y5Y-Forwards). Die deutlich gestiegenen Ölpreise machen einen Anstieg der Inflationserwartungen möglich und wahrscheinlich. Für Einfluss sorgt auch die geplante Steuerreform in den USA. Sollte es Hinweise darauf geben, dass der Entwurf bis Ende des Jahres erstellt und vom Kongress gebilligt werden könnte, würden die Inflationserwartungen tendenziell steigen.



Renditesprung am Rentenmarkt



Der Future musste gestern Federn lassen, verursacht von Aussagen des EZB-Direktoriums-mitglieds Cœuré, der sich konjunkturoptimistisch geäußert und von Grenzen des QE-Programms gesprochen hat. Die technische Lage trübt sich ein. Zwar steht der MACD im Kauf und der ADX sowie das Kursmomentum steigen an, der Stochastic generiert aber ein Verkaufssignal. Die erste Hürde liegt bei 163,63. Unterstützungen lokalisieren wir bei 162,48 und 162,24. Das Michigan Sentiment sollte heute nicht für Unterstützung sorgen. Trading-Range: 162,80 – 163,70.

EUR-USD: Technik bleibt getrübt



Der Euro erhielt gestern zeitweise Rückenwind von einer angehobenen Prognose für die Wirtschaft der Eurozone (EU-Kommission) und von EZB-Direktoriumsmitglied Cœuré, der von technischen Grenzen des QE-Programms sprach. Die Gewinne hielten sich aber in Grenzen und trotz der positiven fundamentalen Nachrichten bleibt das technische Bild des Euros angeschlagen. So stehen MACD und Stochastic im Verkauf und das Kursmomentum ist negativ – sowohl im Tages- als auch im Wochenchart. Die 100-Tagelinie bei 1,1722 markiert den nächsten Widerstand. Unterstützungen finden sich bei 1,1577 und 1,1552. Bei 1,1510 liegt das 38,2 %-Retracement des Aufwärtsimpulses von 1,0568 (April) bis 1,2092 (September). Trading-Range: 1,1560 – 1,1690.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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