Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: US-Investitionen und Kreditvergabe vor Anstieg
Helaba Floor Research - Forex - 16.11.2017

Die US-Datenveröffentlichungen der letzten Monate konnten per saldo überzeugen. Insbesondere die Stimmungsindikatoren zeigten sich überaus freundlich. Eine Entwicklung, die sich auch mit den jüngsten Daten fortzusetzen scheint. So liegt der Empire-State-Index der Fed in New York im laufenden Monat mit 19,4 Punkten auf anhaltend hohem Niveau, auch wenn der Spitzenwert jenseits von 30 Punkten nicht gehalten werden konnte. Heute richtet sich der Blick auf die Philadelphia-Fed-Umfrage. Der Geschäftsklimaindex hatte im Februar bei 43,3 Punkten den höchsten Stand seit Mitte der 80er Jahre aufgewiesen, liegt nach Rückschlägen aber noch immer auf Boomniveau. Entsprechend hat sich auch der Umfrageindex zu den zukünftigen Investitionsausgaben dramatisch verbessert. Dies signalisiert mit einem beträchtlichen Vorlauf eine deutliche Beschleunigung der Kreditgewährung, wobei hier nicht nur die Darlehensvergabe gemeint ist, sondern die Gesamtkategorie „Bank Credit“, welche auch Wertpapiere im Besitz der Banken umfasst. Insofern spricht dies für eine Fortsetzung des Zinserhöhungszyklus der Fed, nicht nur im Dezember sondern auch 2018. Dies ist marktseitig allerdings noch immer nicht vollständig eskomptiert und so stehen auch die Fed-Redebeiträge im Fokus. Die ebenfalls beachtenswerten US-Produktionszahlen und Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sollten dem nicht widersprechen und zusammen mit dem NAHB-Index das solide Konjunkturbild untermauern.

Bund-Future seitwärts, Ausbruch abwarten



Der Bund-Future erholte sich weiter, ohne aber ein neues Kontrakthoch zu erreichen. Zudem lassen die fundamentalen Perspektiven die Luft nach oben dünn erscheinen und das technische Fahrwasser bleibt schwierig. Hervorzuheben sind die abwärts gerichteten Oszillatoren, während der ADX auf niedrigem Niveau von einer trendlosen Marktverfassung kündet. Ein Ausbruch aus dem Seitwärtshandel sollte abgewartet werden. Begrenzungen sehen wir bei 163,43/63 auf der Oberseite und bei 160,24/76 im Falle von Kursrücksetzern. Trading-Range: 162,00 – 163,40.



EUR-USD: Short Squeeze sorgt für Dynamik



Anfang der Woche war das Abwärtsszenario noch intakt und wegen des negativ zu interpretierenden Chartbildes hatten Marktteilnehmer, so auch wir, auf sinkende Notierungen gesetzt. Diese wurden mit dem überraschenden Euro-Anstieg, der am Dienstag im Nachgang der deutschen Wachstumszahlen einsetzte, auf dem falschen Fuß erwischt. Der dadurch ausgelöste Short Squeeze sorgte für eine hohe Anstiegsdynamik, sodass sich das technische Bild deutlich aufgehellt hat. Der September-Abwärtstrend und die 100-Tagelinie wurden problemlos überwunden. Die nächsten Hürden liegen im Bereich 1,1880/86, hergeleitet vom markanten Hoch Mitte Oktober und dem 61,8 %-Retracement des Abwärtsimpulses von 1,2092 bis 1,1552. Positiv zu beurteilen sind die Indikatoren im Tageschart. MACD und Stochastic richten sich oberhalb ihrer Signallinien gen Norden und das Kursmomentum steigt deutlich an. Ein Test der genannten Hürde ist daher möglich, fundamentale Argumente für eine weitere Aufwertung gibt es aber nicht. Insofern sind wir skeptisch, und die Wochentechnik mahnt ebenfalls zur Vorsicht. Trading-Range: 1,1760 – 1,1880.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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