Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: US-Bausektor unter positiven Vorzeichen
Helaba Floor Research - Forex - 17.11.2017

Nach der Fülle von Datenveröffentlichungen der letzten Tage kehrt wieder etwas Ruhe an der Datenfront ein. In den USA sind heute lediglich die Oktoberwerte zu Baubeginnen und
-genehmigungen sowie das Industrievertrauen des laufenden Monats im Distrikt der Kansas-City-Fed im Kalender zu finden. Die Indikationen für die Bauaktivitäten sind freundlich. Nicht nur besteht die Möglichkeit, dass im Nachgang der Wirbelstürme in Texas, Louisiana und Florida die Baubeginne nach oben getrieben werden, auch die generellen Vorgaben sind positiv. So weist der NAHB-Index, das Stimmungsbarometer der Bau- und Immobilienwirtschaft, weiterhin ein hohes Niveau auf. Tendenziell läuft dieser Indikator der tatsächlichen Bautätigkeit voraus. Nachdem der Wohnungsbau in den beiden vergangenen Quartalen leicht negative Wachstumsbeiträge geliefert hatte, könnte sich mit einem (erwarteten) freundlichen Auftakt im Schlussquartal eine Wende zum Positiven ergeben. Vor diesem Hintergrund sollten die Zinserwartungen bezüglich der Fed nicht reduziert werden. Ein solider Stimmungsindikator in der Region Kansas-City sollte das insgesamt intakte Wachstumsszenario zudem untermauern. Die Pendants zu der Stimmungsumfrage in den Regionen New York und Philadelphia lagen trotz der Rücksetzer im November auf hohen Niveaus und damit klar und deutlich in der Expansionszone.

In der Eurozone gibt es neben Redebeiträgen von Mario Draghi und Jens Weidmann keine relevanten Einträge. Wie gewohnt dürfte der EZB-Chef die zögerliche Reduzierung des monetären Stimulus rechtfertigen, während der Bundesbankpräsident vermutlich auf die Gefahren einer dauerhaft zu laxen Geldpolitik verweisen wird. Impulse für das Marktgeschehen gehen davon per saldo nicht aus. Um die Erwartungen, wonach die EZB-Zinsen frühestens 2019 erhöht werden, zu ändern, bedarf es wohl einer Serie von hohen Inflationsraten, insbesondere der Kerninflation. Die zuletzt steigenden EWU-Inflationserwartungen werden wohl EZB-seitig zwar begrüßt, eine nachhaltige Entwicklung der Inflationsrate in Richtung der Zielvorgabe ist dies aber bei weitem nicht.

Bund-Future: Risiken noch nicht gebannt



Der europäische Rentenmarkt tendierte zunächst schwächer. Belastend wirkten zunächst Aussagen des EZB-Direktoriumsmitglieds Mersch, wonach eine Verlängerung des QE im nächsten Jahr nicht erwartet werden sollte. Am Ende ging der Future aber leicht höher aus dem Handel. Die technische Situation mahnt gleichwohl vor zu viel Optimismus. MACD und Stochastic senden Verkaufssignale und der ADX verharrt im niedrigen Bereich. Zudem steht das Kursmomentum kurz davor, in negatives Terrain vorzudringen. Unterstützungen sind bei 162,24 und 161,91 zu finden. Auf Widerstand stößt der Bund-Future in der Zone von 163,43/63. Trading-Range: 162,00 – 163,30.



Euro konsolidiert unterhalb wichtiger Hürden



Der Euro hat zunächst einen Teil seiner unlängst erzielen Gewinne abgegeben, zu einem Pullback an die überschrittene 100-Tagelinie (1,1741) und den September-Abwärtstrend bei (1,1723) kam es aber nicht. Die Indikatoren im Tageschart stimmen zuversichtlich, der am Mittwoch ausgebildete Shooting Star mahnt aber zur Vorsicht. Vor diesem Hintergrund und angesichts fehlender fundamentaler Einflüsse halten wir eine Konsolidierung unterhalb der Hürden 1,1880/86 für wahrscheinlich. Hier liegen das markante Oktoberhoch und das 61,8 %-Retracement des Abwärtsimpulses von September bis November. Trading-Range: 1,1720 – 1,1860.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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