Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: Stimmung sehr gut – trotz Berliner Hängepartie
Helaba Floor Research - Forex - 24.11.2017

Die Warnungen der Unternehmensverbände, dass ein politischer Stillstand die konjunkturelle Entwicklung belasten könnte, waren in Berlin nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungsgespräche nicht zu überhören. Allerdings zeigt sich bislang kein Widerhall in den Stimmungsindikatoren, denn die meisten Umfragen dürften vor dem Ende der Verhandlungen zwischen Union, FDP und Grünen beendet worden sein. So lag der deutsche Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes im November mit 62,5 Punkten auf einem Sechsjahreshoch. Auch der Dienstleistungsindex der PMI-Befragung stieg an, erreichte aber kein Spitzenniveau. Die Indikation für den heute anstehenden ifo-Geschäftsklimaindex ist insgesamt freundlich, zumal auch die Umfragewerte unter den Finanzmarktteilnehmern (ZEW und sentix) per saldo leicht positive Vorgaben liefern. Es ist zwar nicht auszuschließen, dass es im kommenden Monat bei einer anhaltenden politischen Hängepartie in Berlin zu einer Belastung der Stimmungsindikatoren kommt. Eine nachhaltige Eintrübung der konjunkturellen Perspektiven erwarten wir aktuell jedoch nicht. Die deutsche Wirtschaft dürfte mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 2,5 % in diesem Jahr so schnell expandiert sein wie lange nicht. Im kommenden Jahr rechnen wir mit fortgesetztem Wachstum, allerdings sehen wir eine auf durchschnittlich 2,0 % reduzierte Dynamik als wahrscheinlich an. Auch im Rest der Eurozone, vor allem in Frankreich, verbesserten sich die Stimmungswerte nochmals. Insgesamt werden dadurch Erwartungen geschürt, wonach die Europäische Zentralbank die Netto-Käufe von Wertpapieren im September 2018 auslaufen lassen könnte.



Bund-Future konsolidiert unter dem Kontrakthoch



Der Bund-Future stabilisierte sich gestern und handelte in Abwesenheit der US-Marktteilnehmer (Thanksgiving) in einer engen Spanne. Unterstützt wurde der Markt vom FOMC-Protokoll, das die Sorge einiger Fed-Mitglieder über eine zu niedrige Inflation zum Ausdruck brachte. Dennoch dürfte am Pfad gradueller Leitzinserhöhungen im kommenden Jahr festgehalten werden. Wenig Unterstützung liefert das charttechnische Bild aus schwachem Kursmomentum und einem Verkaufssignal seitens des MACD. Haltemarken machen wir in der Zone um 162,49/38 fest. Die ersten Hürden liegen bei 163,40 sowie am Kontrakthoch bei 163,63. Trading-Range: 162,60 – 163,60.

EUR-USD: Wichtige Hürden im Blick



Der Euro hat zum US-Dollar sein erhöhtes Kursniveau halten können, die Hürden bei 1,1860 und im Bereich 1,1880/86 wurden aber nicht überwunden. Stützend für den Euro wirken robuste europäische Stimmungsindikatoren. In diesem Zusammenhang sei auf den heute anstehenden ifo-Geschäftsklimaindex verwiesen, der ebenfalls positiv überraschen kann. Der Dollar leidet hingegen unter Unsicherheiten bezüglich der geplanten Steuerreform. Darüber hinaus haben einige Fed-Vertreter ihre Befürchtungen zum Ausdruck gebracht, dass die Inflation strukturell und damit langfristig niedrig bleiben kann. Sollte der Euro die genannten Hürden überwinden, würde sich das technische Bild aufhellen und Potenzial bis 1,2000 eröffnet. Widerstände darüber wären bei 1,2031 und am Jahreshoch bei 1,2092 zu finden. Erste Unterstützungen lokalisieren wir an der 100-Tagelinie bei 1,1764 und am Wochentief bei 1,1712. Die Mitte November überwundene Abwärtstrendlinie verläuft heute bei 1,1680. Trading-Range: 1,1760 – 1,1900.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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