Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: Wichtige Notenbanksitzungen voraus
Helaba Floor Research - Forex - 06.12.2017

Zum Ende des Jahres bleiben die Wachstumsaussichten dies- und jenseits des Atlantiks positiv. Die Einkaufsmanagerindizes des Verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors haben ihre zum Teil sehr hohen Niveaus im Expansionsbereich per saldo verteidigt oder ausgebaut. Spekulationen auf weitere Leitzinserhöhungen in den USA wurden mit den Stimmungsindikatoren zwar nicht forciert, an einer Erhöhung des Leitzinsbandes um 25 Basispunkte auf 1,25-1,50 % in der kommenden Woche ist aber nicht zu zweifeln. Die Europäische Zentralbank steht wegen der moderaten Entwicklung der Verbraucherpreise hingegen nicht unter Druck, die Wende in der Geldpolitik zu beschleunigen. Das robuste konjunkturelle Umfeld und die freundlichen Wachstumsaussichten lassen aber hoffen, dass sich die Kernteuerung in den kommenden Monaten langsam erhöhen wird. Sollte dies der Fall sein, würden Erwartungen gefestigt, dass der Nettoerwerb der Anleihen, der Anfang 2018 auf 30 Mrd. EUR reduziert wird, im September beendet werden kann. Dafür haben sich in letzter Zeit mehrere EZB-Vertreter ausgesprochen. Mit einer schnellen Zinswende in der Eurozone ist dennoch nicht zu rechnen, denn die Währungshüter dürften den Passus vorerst im Statement beibehalten, wonach die Leitzinsen nach Beendigung des QE-Programms noch für eine lange Zeit auf dem derzeitigen Niveau festgehalten werden. Die nächste EZB-Ratssitzung findet nächste Woche Donnerstag statt, zeitgleich mit den geldpolitischen Sitzungen in Großbritannien und der Schweiz und einen Tag nach der FOMC-Entscheidung.



In der Eurozone steht heute einzig der deutsche Auftragseingang zur Veröffentlichung an. Nach sehr starken Vormonaten ist im Oktober mit einer Verschnaufpause zu rechnen. Insofern scheint die Konsensschätzung von -0,2 % VM realistisch. Bei der Industrieproduktion, die morgen veröffentlicht wird, gab es hingegen schon im September ein großes Minus und gleichzeitig sind die Auftragsbücher gut gefüllt. Daher scheint ein Produktionsplus wahrscheinlich. Eine positive Überraschung zeichnet sich aber nicht ab, denn die Pkw-Produktion ist im Berichtsmonat gesunken. In den USA liefert heute der ADP-Report eine wichtige Indikation für den Arbeitsmarktbericht am Freitag. Wir halten im November einen Stellenaufbau im Bereich von 200 Tausend für wahrscheinlich. Entscheidend für den zukünftigen Zinspfad ist aber die Lohnentwicklung. Informationen dazu gibt es aber erst im Bericht am Freitag.

Bund-Future: Ohne Dynamik



Der Future hat sich gut behauptet, letztlich aber keine Dynamik entwickeln können. Fundamentale Impulse gibt es heute nicht. Auch das technisch uneinheitliche Bild lässt im Vorfeld des morgigen Kontraktwechsels, der mit einem Abschlag von etwa 30 Stellen einhergeht, eher auf eine Konsolidierung schließen. Widerstände im Märzkontrakt sind bei 163,28 und 163,67 zu finden, Unterstützungen lokalisieren wir bei 162,29 und 161,93. Trading-Range (März-Kontrakt): 162,50 – 163,60.

EEUR-USD: Wichtige Haltemarken in Reichweite



Der Euro notierte gestern gegenüber dem US-Dollar schwächer. Mit Unterschreiten des November-Aufwärtstrends könnte die Aufwärtsdynamik vorerst gebremst sein. Anhand der technischen Indikatoren zeichnet sich ein gemischtes Bild ab. So steht der DMI im Kauf und der MACD gibt weiter nach. Das Kursmomentum spricht gegen stärkere Schwankungen in den kommenden Tagen. Zumindest aus technischer Sicht könnte der Euro somit zwischen dem Widerstand des kurzfristigen Aufwärtstrendkanal bei 1,1890 und der 100-Tagelinie bei 1,1795 notieren. Unterstützungen machen wir im Bereich 1,1807/18 sowie an den der 55-Tagelinien bei 1,1770 aus. Sollte der Euro den Aufwärtstrend zurückerobern, läge die erste Hürde bei 1,1940. Trading-Range: 1,1800 – 1,1880.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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