Kolumnen & Analysen Devisen

Devisen: Euro gut positioniert
Börse Frankfurt - Forex - 06.12.2017

6. Dezember 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der Euro zeigt sich nach wie vor in guter Verfassung. Seit Jahresbeginn legte die Gemeinschaftswährung in Verhältnis zum US-Dollar von 1,05 auf 1,18 zu. Das entspricht einem Plus von gut 12 Prozent. Die jüngsten Euro-Gewinne gehen Analysten zufolge auf das Konto einer grundsätzlichen Einigung über die von Donald Trump angestrebte Steuerreform.

Gegensätzliche Kräfte



Im schwächer werdenden US-Dollar sieht Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank gar eine echte Trendumkehr weg von der US-Währung. Insbesondere Schwellenländer gingen zunehmend dazu über, im Rahmen bilateraler Vereinbarungen in ihren eigenen Währungen zu handeln. Das sei durchaus relevant, erreiche doch der Anteil aufstrebender Staaten an der Weltwirtschaft mittlerweile 64 Prozent. Das vergleichsweise starke und von vielen Strukturreformen getragene Wachstum im Euroraum rechtfertige zudem die hohe Bewertung der Gemeinschaftswährung. In den Vereinigten Staaten würde der Aufschwung überwiegend von Krediten getrieben.

Den einzigen Belastungsfaktor für den Euro erkennt Hellmeyer im Festhalten an den Negativzinsen und den quantitativen Maßnahmen vonseiten der Europäischen Zentralbank, während sich die Federal Reserve in den vergangenen zwei Jahren für einen moderaten Zinsanstieg entschieden habe. "Auch die US-Steuerreform wird sich zunächst zugunsten des Dollars auswirken" beschreibt Hellmeyer, der in den kommenden Monaten einen Euro-Dollar-Kurs von 1,15 prognostiziert. In der zweiten Jahreshälfte 2018 werde der Euro gegenüber dem US-Dollar wieder an Stärke gewinnen.

Hochgefühl stützt US-Dollar



Auf kurze Sicht vermutet auch Marius Schad eine starke Unterstützung für den Greenback. "Das liegt nicht zuletzt an der ausgeprägten Euphorie über die Einigung zur Steuerreform", stimmt der Analyst der HSH Nordbank in den allgemeinen Tenor ein. Langfristig gibt sich Schad vor dem Hintergrund boomender Konjunkturen auf beiden Seiten des Atlantiks ebenfalls bullish für den Euro, der aus seiner Sicht bis Mitte 2018 bis auf 120 US-Dollar zulegen könnte.SchadSchad

Anders beurteilt James Butterfill die weitere Entwicklung des Währungspaars. Nach Ansicht des Analysten von ETF Securities könnte die US-Notenbank mit einer Beschleunigung des Geldmengenabbaus in der Geldpolitik den Weg für einen deutlich teureren US-Dollar ebnen. Eine Erhöhung des Leitzinsbandes um 25 Basispunkte auf 1,25 bis 1,50 Prozent in der kommenden Woche ist für die Mehrzahl der Anleger bereits ausgemachte Sache.

EZB hat keine Eile



Die Europäische Zentralbank stehe hingegen angesichts nur moderat höherer Verbraucherpreise nicht unter Druck, die Wende in der Geldpolitik zu beschleunigen. Zwar könne sich die Kernteuerung vor dem Hintergrund eines robusten konjunkturellen Umfelds in den kommenden Monaten langsam erhöhen und Notenbankpräsident Mario Draghi einen Grund liefern, die Anleihen-Käufe im September 2018 zu beenden. Mit einer schnellen Zinswende in der Eurozone rechnet die Helaba dennoch nicht. Die nächste Woche werde zeigen, ob die Währungshüter weiterhin kommunizieren, die Leitzinsen nach Beendigung des Anleihen-Kaufprogramms noch für eine lange Zeit auf dem derzeitigen Niveau zu halten.

Bitcoin und Co im klassischen Handel angekommen



Ende dieser Woche ist es soweit: Nachdem die US-Behörden grünes Licht gegeben haben, plant die Börse CBOE, den ersten Bitcoin-Future in den Handel zu bringen. Die Chicago Mercantile Exchange Group (CME) wird wenig später folgen. Zudem denkt scheinbar die japanische Börse über die Einführung eines entsprechenden Produkts nach. Die Ankunft im traditionellen Finanzgeschäft beflügelt die Anlegerphantasie und treibt den Wert der Kryptowährung abermals in nie gekannte Höhen. Am Morgen war ein Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp für 12.345 US-Dollar zu haben.

Nicht unter Ausschluss der Notenbanken



Für viele Marktbeobachter ist das Wort Währung im Namen der Gattung irreführend. Bitcoin und die mittlerweile über 1.000 weiteren Digitalwährungen seien reine Anlageprodukte, die nach den gigantischen Kurssteigerungen nach Ansicht der deutschen Finanzaufsicht durchaus einen Totalverlust erleiden können. Für die Bundesbank hängt das Verlustrisiko damit zusammen, ob die Investitionen in Kryptowährungen stark über Kredite finanziert sind. Dazu fehlten derzeit allerdings verlässliche Informationen.

So mancher Finanzexperte vergleicht die Entwicklung von Bitcoin mit einem Schneeballsystem, bei dem es so lange gutgeht, wie die Teilnehmerzahl wächst und damit weiterhin Geld in das System gepumpt wird. Stoppe der Fluss, könne das Kartenhaus in sich zusammenfallen.

Technologie überzeugt



Für die hinter den Digitalwährungen stehenden Technologien gebe es durchaus eine Nachfrage. Die digitale Währung mit dem stärksten Wachstum in diesem Jahr sei Etherum, das Peter Dixon zufolge insbesondere aufgrund des wachsenden Interesses an Blockchain-Applikationen gefragt sei. Digitale Währungen könnten sich nach Auffassung des Commerzbank-Analysten eher in Form von digitalen Kontobüchern durchsetzen, die die Zentralbanken kontrollieren. Selbst dazu müssten die Nutzer aber davon überzeugt werden, dass die Aufgabe des Bargelds Vorteile bringt, was nicht so leicht sei.

Künftig an die lange Leine



Die Tage der ganz großen Freiheit für Plattformen der Kryptowährungen scheinen derweil gezählt. Betreiber von virtuellen Geldbörsen werden, geht es nach dem Willen der Europäischen Union, künftig auch den Aufsichtsregeln zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung unterliegen. Verhandlungen über eine Ergänzung bestehender EU-Bestimmungen liefen. Nach Verabschiedung womöglich zum Jahresbeginn 2018 müssten betroffene Unternehmen ihre Identität preisgeben und verdächtige Aktivitäten melden.

von: Iris Merker
6. Dezember 2017, © Deutsche Börse AG

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