Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: US-Arbeitsmarkt: Auf die Löhne kommt es an
Helaba Floor Research - Forex - 08.12.2017

Heute steht mit dem Arbeitsmarktbericht in den USA die wichtigste Datenveröffentlichung der Woche zur Veröffentlichung an. Die Vorgaben vonseiten der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und des ADP-Reports sind freundlich und die Beschäftigungskomponenten der ISM-Indizes haben per saldo überzeugt. Daher ist ein Stellenplus im Rahmen der Konsensschätzung von 195 Tsd. realistisch. Zudem dürfte die Arbeitslosenquote auf dem sehr niedrigen Niveau bleiben. Im Vormonat sank sie auf 4,1 % und damit den niedrigsten Stand seit annährend 17 Jahren. Entscheidend für den erwarteten Zinserhöhungspfad ist aber die Entwicklung der Stundenlöhne. Angesichts der guten Beschäftigungssituation sollten monatliche Lohnsteigerungen möglich sein. Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass die Industrieumfrage unter klein- und mittelständischen Unternehmen (NFIB) schon seit längerer Zeit die Bereitschaft zu Lohnerhöhungen erkennen lässt. Im November dürfte ein Basiseffekt für einen größeren Anstieg der Jahresveränderungsrate sorgen. Zudem halten wir bei dem heute anstehenden Michigan Sentiment einen Zuwachs auch oberhalb der Konsensschätzung von 99,0 Punkten für möglich, nachdem es im Vormonat zu einem stärkeren Rückgang gekommen war. Das Niveau der wichtigsten Konsumumfrage in den USA ist sehr hoch, sodass Zweifel am Wachstumsszenario unangebracht sind. Daher sollten Erwartungen weiterer Leitzinserhöhungen tendenziell gestärkt werden. Ein Anstieg des Leitzinsbandes auf 1,25-1,50 % in der kommenden Woche wird eskomptiert, drei weitere Schritte im nächsten Jahr aber noch nicht. Insofern besteht Anpassungspotenzial.



Auf europäischer Seite stehen die Produktionszahlen in Großbritannien und Frankreich auf dem Programm. Der Output in Spanien hat überzeugt, während es in Deutschland zu einem überraschenden Rückgang gekommen ist. Die Erwartungen für die französischen Daten sollten nicht zu hoch gesteckt werden. Die gut gefüllten Auftragsbücher und die ungewöhnlich hohen Stimmungsindikatoren lassen aber für die kommenden Monate eine freundlichere Entwicklung erwarten.

Bund-Future



Der Future setzt seine Konsolidierung unterhalb des bei 163,67 liegenden Kontrakthochs fort. Ein Test ist aufgrund der technisch aufgehellten Lage möglich, allerdings könnten ein robuster US-Arbeitsmarkt und ein Anstieg der Stundenlöhne für Abgabedruck sorgen. Erste Unterstützungen sind bei 163,22 und 162,79 zu finden. Das markante Tief von Ende November liegt bei 161,93. Sollte hingegen der Widerstand 163,67 überwunden werden, entstünde Potenzial bis 163,92 und 164,52. Trading-Range (März-Kontrakt): 163,00 – 163,70.

EUR-USD



Die verlustreiche Serie des Euros setzte sich auch gestern fort. Im technischen Bild zeichnen sich derweil weitere Abwärtsrisiken ab. MACD und Stochastic senden Verkaufssignale. Lediglich die Vorgaben des DMI sind positiv zu beurteilen, wobei sich aber der Abstand zwischen +DI und –DI weiter verringert. Die Unterstützung an der 55-Tagelinie bei 1,1765 steht im Test. Dort liegt auch das 50 %-Retracement des jüngsten Aufwärtsimpulses. Weitere Haltemarken machen wir an der Zone um 1,1713/22 fest. Der unterschrittene November-Aufwärtstrend stellt mittlerweile ein ambitioniertes Ziel für den Euro dar. Zuerst müssten die 100-Tageline bei 1,1799 und die Hürde bei 1,1848 überwunden werden. Im Vorfeld der Fed-Sitzung nächste Woche könnte der Euro unter Druck bleiben. Marktseitig wird von einer Erhöhung des Leitzinsbandes um 25 Basispunkte auf 1,25-1,50 % ausgegangen. Trading-Range: 1,1720 – 1,1800.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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