Kolumnen & Analysen Devisen

Wochenbarometer Rentenmärkte - 49. KW 2017
HSH Nordbank Research - Bonds - 08.12.2017

Staatsanleihen unter Einfluss des Tauziehens in Washington.

Die Zinskurve (10-2 Jahre) in den USA hat sich zuletzt weiter verflacht, denn die Rendite der zweijährigen T-Notes hat sich mittlerweile bis an die Marke von 1,80 % herangearbeitet. Damit beträgt der Abstand zwischen kurzem und lan-gem Ende nur noch rund 50 Punkte. Der Zinsanstieg am kurzen Ende resultiert hauptsächlich aus der näher rückenden Fed-Zinssitzung am 12./13. Dezember, bei der mit der dritten Zinsanhebung in diesem Jahr um 25 bp auf eine Ziel-spanne für die Fed Funds Rate auf 1,25 bis 1,50 % gerechnet wird. Für auch stei-gende Zinsen am langen Ende könnte die erfolgreiche Verabschiedung der US-Steuerreform sorgen, die die Unternehmen stark entlasten würde und damit das US-Wachstum kurzfristig anheizen dürfte. Sowohl der Senat als auch das Re-präsentantenhaus haben jeweils einen Entwurf dazu gebilligt; diese Entwürfe müssen nun in Übereinstimmung gebracht werden und der gefundene Kom-promiss muss von beiden Kammern als dann fertiges Gesetz verabschiedet wer-den. Nach den Wünschen der Regierung soll das noch vor der Weihnachtspause erfolgen.

Im Gegensatz dazu sind die Renditen der Bundesanleihen zurückgegangen, so dass die der zehnjährigen derzeit bei 0,30 % rentiert. Was ist der Grund dafür? Die Datenlage präsentiert sich insgesamt weiter überzeugend – die Auftragsein-gänge in der deutschen Industrie sind im Oktober mit 0,5 % gegenüber dem Vormonat erneut gestiegen, nach Zuwächsen von 1,2 % und 4,1 % in den beiden Vormonaten. Die Industrieproduktion ist allerdings um 1,4 % gesunken (dafür wurde das Minus vom Vormonat nach oben korrigiert). Vermutlich ist der Ren-diterückgang auf die angespanntere geopolitische Lage zurückzuführen, nach-dem US-Präsident Donald Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt hat und damit den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung deutlich erschwert hat.

Das größte Risiko in den nächsten Tagen liegt in den Haushaltsverhandlungen in den USA. Am 8. Dezember läuft eine dreimonatige Überbrückungsfinanzie-rung für die Regierung aus. Sollte bis zu diesem Termin kein neuer Überbrü-ckungshaushalt im Kongress verabschiedet sein, könnte die Regierung in den teilweisen Verwaltungsstillstand gehen. Doch der Druck auf die egierung dürf-te sehr hoch sein, sich mit den Demokraten bei den Haushaltsverhandlungen zu einigen, denn ansonsten könnte die Steuerreform wegen des riskierten Government Shutdown nicht zeitnah verabschiedet werden – ein Prestigepro-jekt von Trump. Ansonsten dürfte in den USA der Arbeitsmarktbericht für No-vember Akzente setzen. Es wird mit einem eschäftigungsaufbau von rund 200 Tsd. Stellen gerechnet. Von der EZB-Sitzung am 14. Dezember sind keine gro-ßen Neuigkeiten zu erwarten. Wie bereits angekündigt wird die Notenbank hre bisherigen Anleiheankäufe zum Jahresanfang 2018 um die Hälfte auf dann 30 Mrd. Euro reduzieren.

Redaktionsschluss: 07.12.2017

Autor: Sintje Boie, HSH-Nordbank

Hinweis
Der Marktkommentar ist ein Auszug aus dem wöchenlich erscheinenden Wochenbarometer für die Renten- und Devisenmärkte der HSH Nordbank. Den vollständigen Bericht und weitere Publikationen erhalten Sie auf unternehmerpositionen.de und HSH-Nordbank.de

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