Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: Wo bleibt die Inflation?
Helaba Floor Research - Forex - 20.12.2017

Die fortgesetzt expansive EZB-Geldpolitik erscheint immer weniger kompatibel mit der anhaltend soliden Konjunkturentwicklung. Die entscheidende Frage ist: Wo bleibt die Inflation? Seit einiger Zeit wird dabei immer wieder auf die nicht nur in der Eurozone stark ausgeweitete Zentralbankgeldmenge verwiesen. Die Argumentation ist nicht neu und zeichnet ein Bild, wonach eine Geldschwemme zu Inflation führen sollte. Dabei wird aber zumeist missachtet, dass das Geldsystem zweistufig aufgebaut ist und die Kreditvergabe der Banken die eigentliche Quelle der Geldschöpfung ist. Die Ausweitung der Zentralbankgeldmenge aufgrund der unkonventionellen Geldpolitik führte nicht im gleichen Maße zu einer Expansion der Geldmenge in den Händen der privaten Nichtbanken. Diese halten ihre Geldbestände nur zu ca. 10 % in Bargeld (Zentralbankgeld), den Rest in Buchgeld. Durchschnittlich lag die Jahreszuwachsrate des Bargeldumlaufs in der Eurozone in den letzten fünf Jahren bei rund 5 %. Auch die weiteren Geldmengenaggregate M2 und M3 wachsen seit längerem etwa mit dieser Rate. In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, dass die konsolidierte Gesamtbilanz aller MFIs der Eurozone seit dem Frühjahr 2015 per saldo nicht gestiegen ist – trotz der massiven Bilanzausweitung des Eurosystems. Von einer regelrechten Geldschwemme kann mithin keine Rede sein und daher ist die Inflationsentwicklung bislang verhalten. Es muss aber betont werden, dass monokausale Erklärungsansätze nicht zielführend sind. Die zuletzt erhöhte konjunkturelle Dynamik sorgt für ein langsames Schließen der Output-Lücke und so sollte im Verlauf der kommenden Quartale ein Anstieg der Lohnsteigerungs- und Teuerungsraten möglich sein, zumal die Kreditvergabe seit einigen Quartalen steigt und angesichts der Rahmenbedingungen mit weiteren Verbesserungen zu rechnen ist. Auch außenwirtschaftliche Einflüsse, Rohstoffpreise und Währungsentwicklungen spielen eine Rolle, insbesondere gilt dies auf den Vorstufen der Produktion wie bei den heute anstehenden deutschen Erzeugerpreisen. Auf Rücksetzer bei der Gesamtteuerungsrate sollte man vorbereitet sein, denn in Euro gerechnet haben sich Rohstoffe zuletzt nicht weiter verteuert.



Bund-Future: Aufwärtstrend unterschritten



Der Future ist massiv unter Druck geraten und er hat mit Kursen unter 162,79 nicht nur wichtige Unterstützungen unterschritten, sondern auch den Oktober-Aufwärtstrend. In den USA kam es ebenfalls zu großen Verlusten. Die 10-jährige US-Rendite stieg im Hoch um 9 Bp. auf 2,47 %, wofür steigende Inflationserwartungen im Zuge der Steuerreform verantwortlich gemacht wurden. Das technische Bild trübt sich ein und die nächste Haltemarke ist am markanten Tief vom 30. November bei 161,93 zu finden.

Euro: Indikatoren mahnen vor zu viel Optimismus



In Abwesenheit wichtiger fundamentaler Einflüsse ist der Blick heute auf die technische Lage gerichtet. Diese gibt trotz der Gewinne noch keine Entwarnung. Zwar hält sich der Euro oberhalb der 100-Tagelinie bei 1,1804, der MACD steht aber im Verkauf und auch der ADX lässt keine zeitnahe Aufwärtsdynamik erwarten. Die erste Hürde liegt bei 1,1863. Haltemarken finden sich um 1,1800 und bei 1,1777. Die 55-Tagelinie unterstützt bei 1,1761.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

Die Handelsexperten und das FloorResearch der Helaba verfolgen direkt das Geschehen an den Märkten. Täglich aktuell stellen Sie Ihnen ihr Wissen zur Verfügung. Informieren Sie sich über die aktuellen Tendenzen! Den vollständigen Marktbericht und weitere Analysen und Kommentare erhalten Sie als PDF-Datei auf https://www.helaba.de/helaba/die-helaba/maerkte-und-analysen/volkswirtschaft-und-research/maerkte-heute

Haftungsausschluss
Die Publikationen sind mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthalten jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in diesen Publikationen getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Disclaimer: http://bit.ly/2cQer9Q

Aktuelle Kolumnen & Analysen

DAX tritt auf der Stelle – Wall Street mit jeder Menge Fantasie
CMC Markets - Marktberichte - 18.01.2018
Der Deutsche Aktienindex kann mit dem Tempo der Wall Street nicht mithalten, da die deutschen Produkte angesichts eines Wertzuwachses des Euro binnen Jahresfrist um 19 Prozent im weltweiten Vergleich deutlich teurer geworden sind. So trat die Frankfurter Börse heute ungeachtet der neuen Rekorde in den USA mehr oder weniger auf der Stelle. ... mehr

Grüner Fisher: Platzt die Anleihe-Blase 2018?
Börse Frankfurt - Bonds - 18.01.2018
18. Januar 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Wie jedes Jahr stellt man sich vor allem in den USA die Frage, wann die Blase im Anleihemarkt nun eigentlich platzen wird. In 2017 wurden die US-Leitzinsen dreimal von der Fed angehoben, für 2018 hegt die US-Notenbank ähnliche Pläne. Höhere Zinsen bedeuten fallende Kurse - findet sich der US-Anleihemarkt 2018 unaufhaltsam im Bärenmarkt-Territorium wieder? ... mehr

Auslandsaktien: Biotech-Aktien mit Nachholbedarf?
Börse Frankfurt - Indizes - 18.01.2018
18. Januar 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die US-Biotech-Branche war in den vergangenen Jahren ein schwieriges Pflaster. Nach dem rasanten Höhenflug ab 2012 ging es ab Sommer 2015 - gemessen am Nasdaq Biotechnology - um über 30 Prozent nach unten. Immer wieder belasten Diskussionen um die US-Gesundheitspolitik den Sektor, angefangen mit den Forderungen der damaligen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, Medikamentenpreise zu deckeln, bis hin zur Reform bzw. Abschaffung des den Zugang zur Krankenversicherung regelnden Affordable Care Act ("Obamacare"). ... mehr

Bitcoin & Co. – Die Fundamentaldaten des Marktes sind unverändert
etoro Research - Trading Business - 18.01.2018
Mati Greenspan, Senior Market Analyst bei der Social-Trading-Plattform eToro, kommentiert die Entwicklungen nach dem jüngsten Marktrückgang bei Kryptowährungen: Am dritten Tag nach dem Preissturz auf dem Markt für Kryptowährungen betreiben Anleger Ursachenforschung. Keine der aufgestellten Theorien deutet daraufhin, dass sich die Fundamentaldaten dieses Marktes verändert haben. ... mehr

Euwax Trends: Rekodjagd der Wall Street beflügelt Dax – ein bisschen - Bitcoin nur noch vierstellig
Börse Stuttgart - Marktberichte - 18.01.2018
In den USA haben die Börsen wieder auf Rekordmodus geschaltet. Das gibt dem Dax Aufwind. Er ist mit einem kleinen Plus unterwegs. Apple holt seine Gewinne in die USA zurück. Der Bitcoin ist in den vierstelligen Bereich abgerutscht. Der Durchhänger beim Dow Jones am Dienstag war offensichtlich eine Bärenfalle, denn am Mittwoch ging es mit Schwung zurück über 26.000 Punkte – erstmalig auch auf Schlusskursbasis. ... mehr

Wochenkommentar: EZB - Behind the curve?
HSH Nordbank Research - Bonds - 18.01.2018
Die Fed ist bei ihrer geldpolitischen Normalisierung schon sehr weit fortgeschritten. Sie hat ihre Anleihekäufe beendet, die Leitzinsen mittlerweile fünfmal erhöht und mit dem Bilanzabbau begonnen. Die Bank of England hat die Zinsen erhöht. Selbst die Bank of Japan schöpft die Bandbreiten ihrer angestrebten Anleihekaufvolumina nicht mehr komplett aus. Die EZB hinkt jedoch hinterher. Zwar hat sie den Umfang ihrer Wertpapierkäufe reduziert. ... mehr

Baader Bond Markets: Rückt die Zinswende ein bisschen näher?
K. Stopp I Baader Markets - Bonds - 18.01.2018
Jens Weidmann lässt nicht locker. Zum wiederholten Male hat der Bundesbankpräsident seine grundsätzliche Kritik am Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB), das durch die nationalen Notenbanken umgesetzt wird, geäußert. Die Käufe hätten nicht vernachlässigbare negative Nebenwirkungen, sagte Weidmann der FAZ. Schließlich sind die Zentralbanken auf diese Weise zu den größten Gläubigern der Staaten geworden. ... mehr

DAX – Nur für Daytrader!
L. Erichsen - Trading-Brief - Indizes - 18.01.2018
Rückblick auf meine Empfehlung vom 10.01. Positionstrader erhalten hier ein unterdurchschnittliches Chance-Risiko-Verhältnis. Eine Korrektur, ob direkt oder nach dem Test der 13.500 Punkte, bis etwa 13.200 Punkte, wäre dann schon passender. ... mehr

DAX ohne Drang nach oben – Wall Street in Aufbruchsstimmung
CMC Markets - Marktberichte - 18.01.2018
Etappensieg für Donald Trump: Apple schluckt die bittere Pille, 38 Milliarden US-Dollar an Steuern für die Rückführung der Auslandsgewinne in die USA zu zahlen. Im Gegenzug wird der Technologiekonzern über die nächsten fünf Jahre 30 Milliarden Dollar in den USA investieren und so 20.000 neue Arbeitsplätze schaffen. ... mehr

Tagesausblick Aktien: DAX schwächelt – Dow Jones mit weiterem Rekord
Helaba Floor Research - Indizes - 18.01.2018
Am Mittwoch ging es für den DAX zunächst abwärts, im weiteren Verlauf gelang es dem deutschen Aktienindex jedoch nur temporär, sich zu stabilisieren. Zwischenzeitlich hatte der nachgebende Euro positiv gewirkt. Letztendlich ging der DAX mit einem Abschlag von 0,47 % bei 13.183,96 Punkten aus dem Handel. Insgesamt gab es kaum neue Erkenntnisse, abgesehen von einer augenscheinlich wieder zunehmenden Risikoaversion. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<