Kolumnen & Analysen Devisen

Bund Future - Erwartete Trading Range: 161.60-162.48
Helaba Floor Research - Bonds - 21.12.2017

Trading Range: 161.60-162.48
Tendenz schwach


Die US- Steuerreform hat im zweiten Anlauf das Repräsentantenhaus passiert und liegt nun als Gesetz dem US- Präsidenten Donald Trump zur Unterschrift vor. Während die Aktienbörsen kaum mehr auf das Ende dieses langen Prozesses reagierten, werden am Bondmarkt negative Auswirkungen bereits in Rechnung gestellt. Mit dem zusätzlichen Schub für die US-Wirtschaft werden Erwartungen an eine straffere Geldpolitik verbunden.

Ab heute stellt die EZB ihre Anleihekäufe für den Rest des Jahres ein. Von Januar bis September halbiert sie die monatlichen Kaufbeträge auf 30 Mrd. Euro. Inklusive der Wiederanlage fälliger Papiere liefert die Notenbank im kommenden Jahr aber unverändert einen nicht zu unterschätzenden Beitrag bei der Platzierung des Emissionsvolumens europäischer Staatsanleihen im Volumen von circa 850 Mrd. Euro.

Aus Sorge vor einem Überangebot am Anfang des neuen Jahres trennten sich Investoren jedoch schon einmal vorsorglich von einigen Bondbeständen. Gewinnmitnahmen am Aktienmarkt konnten kaum stabilisieren. Bundesanleihen standen den zweiten Tag in Folge enorm unter Druck. Erneut führten lange und ultralange Laufzeiten die Verliererlisten an. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln weitete sich auf 83 BP aus. Die Bewegung wurde von Umsätzen an der EUREX getrieben, in der Kasse blieb der Handel ruhig. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0.73 %) und Belgien (0.59 %) verloren auf Bunds knapp einen BP.

Anleihen der EU- Peripherie gaben ebenfalls nach, hielten sich aber mit Ausnahme italienischer Staatsbonds besser als ihre Pendants aus den Kernländern. BTPs verlieren erneut 4 BP gegen Bonos. PGBs stehen in der Gunst der Anleger unverändert ganz oben. Der Risikoaufschlag 10-jähriger portugiesischer (1.74 %) und spanischer Bonds (1.46 %) holten gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen 4 bzw. 2 BP auf. Der Abstand italienischer Titel (1.92 %) weitete sich gegen Bunds um einen BP aus.



Auch am US- Bondmarkt sind die Renditen weiter gestiegen. Die Verabschiedung des Steuergesetzes im Kongress beflügelt Zinserwartungen. Wie in der Eurozone ging der Druck von ultralangen Laufzeiten aus. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries weitete sich um 11 BP auf 63 BP aus. In Fernost holen US- Treasuries trotz überwiegend freundlicher Aktiennotierungen wieder etwas auf. Die Bank von Japan lässt wie erwartet den Leitzins unverändert und hält an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest.

Der Bund- Kontrakt (161.84) verlor 65 Stellen, Bobl (131.73) und Schatz (111.99) gingen 30 bzw. 5 ½ Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 0.40 %, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen weitet sich auf 109 BP aus. 10-jährige US- Treasuries rentieren 3 BP höher bei 2.48 %. Der Euro legt leicht auf 1.187 Dollar zu, der Preis für das Barrel Öl steigt auf 58.1 Dollar.

Das Geschäftsklima Frankreichs (111), die 3. Schätzung zum US-BIP im 3. Quartal (3.3 %), Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (233K) sowie der Philadelphia-Fed-Index (21 nach 22.7) sollten in ihrer Gesamtheit keinen Einfluss auf das Marktgeschehen nehmen. Zum Wochenschluss ist dann bei den Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter (2 %; ex Transport 0.5 %) und dem Preisindex für Konsumausgaben (PCE) (0.3 %/1.8 %; Kernrate 0.1 %/1.5 %) in den USA ein genauerer Blick gefordert.

In der Woche zwischen den Jahren stehen Das US- Verbrauchervertrauen des Conference Board (129.5), der Chicago- PMI (63 nach 63.9), die EU- Geldmenge M3 (4.8 %) und Verbraucherpreise aus den Bundesländern (0.5 5/1.5 %) auf dem Datenfahrplan.

Am Primärmarkt versteigert Italien am Mittwoch kommender Woche 5-und 10-jährigen BTPs sowie CCTeus mit Fälligkeit im April 2025 im Volumen von 7-8 Mrd. Euro. Frankreich stockt am 4. Januar 10-, 15- und 30-jährige OATs um bis zu 8 Mrd. Euro auf.

Technik:



Der Bund-Future setzte seine Abwärtsbewegung mit unverminderter Dynamik fort, markierte ein Tagestief bei 161.58 und schloss (161.84) 65 Stellen unter Vortagsniveau. Die Indikatoren im Tageschart generieren Verkaufssignale, das kurzfristig überverkaufte Niveau spricht für eine Konsolidierung. Auf Wochensicht steht der seit Oktober gültige Aufwärtstrend bei 161.80 unter Beschuss.

Unterstützungen liegen bei 161.60/58 (61.8 %- Retracement von 160.26 bis 163.78/ Tief v. 20.12), 161.49 (Tief v. 14.11.), 161.18 (Tief v.27.10.), 160.80 (Hoch v.25.10.), 160.53 (Tief v. 26.10.) und 160.26 (Tief v. 25.10.).

Widerstände sehen wir bei 161.93 (Tief v. 30.11.), 162.15 (Tief v.19.12.), 162.48 (Hoch v. 20.12.), 162.83 (Trend), 162.90 (Tief v. 14.12.), 163.18 (Tief v. 12.12.), 163.37 (Hoch v. 19.12.), 163.57 (Hoch v. 18.12.), 163.69 (Hoch v. 15.12.) und 163.78 (Hoch v. 11.12.).

Unterstützungen 161.60 161.49 161.18
Widerstände 161.93 162.15 162.48


Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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