Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: Solide Daten zum Jahresauftakt
Helaba Floor Research - Forex - 03.01.2018

In der ersten Woche des neuen Jahres stehen interessante Datenveröffentlichungen auf dem Programm. Bereits heute gibt es in den USA den ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes. Regionale Fed-Umfragen fielen unterschiedlich aus, per saldo sollte aber das von hoher Dynamik geprägte Bild im Verarbeitenden Gewerbe bestätigt werden. Insbesondere der im Dezember nochmals verbesserte Wert des Chicago-PMIs weist auf die gute Stimmung in der Industrie hin. Des Weiteren richtet sich unser Blick auf die Pkw-Verkaufszahlen, die im Verlauf des späten Abends anstehen. Diese haben nach dem Spitzenwert von 18,5 Mio. Einheiten im September zuletzt zwar nachgegeben, der Jahresdurchschnittswert dürfte aber oberhalb von 17 Mio. Stück liegen und damit auf einem hohen Niveau. Die Konsensschätzung erscheint realistisch und eine Stabilisierung der Verkäufe möglich. So hat sich die Verbraucherstimmung laut Bloomberg zuletzt wieder verbessert. Insgesamt betrachtet schwanken die Stimmungsbarometer (Michigan Sentiment, Conference Board) auf einem ebenfalls hohen Level. Alles in allem sehen wir keinen Grund, die Zinserhöhungserwartungen bezüglich der Fed zu reduzieren. Marktseitig wird bislang mit zwei weiteren Zinsschritten in diesem Jahr gerechnet. Ein dritter Schritt um 25 Basispunkte wird per Jahresende nur etwa zur Hälfte eingepreist, sodass weiterhin ein gewisser Anpassungsbedarf bei den Zinserwartungen besteht. Die soliden Daten sowie das anstehende FOMC-Protokoll werden dies unseres Erachtens untermauern.



Rentenmarkt unter Druck



Der Future hat zu Beginn des neuen Jahres seine Schwächetendenz fortgesetzt. Dafür werden steigende Ölpreise und erhöhte Inflationserwartungen ebenso verantwortlich gemacht wie hawkische Äußerungen von EZB-Vertretern sowie das reduzierte Anleihekaufprogramm in Verbindung mit hohen EWU-Emissionsvolumen in den kommenden Tagen. Mit den nachlassenden Kursen am Anleihemarkt ist die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen im Hoch auf 0,47 % gestiegen. Vergleichbare Treasuries haben sich oberhalb von 2,45 % festgesetzt, konnten zum Ende des letzten Jahres sogar mit 2,50 % das höchste Niveau seit März 2017 erreichen. Der Ausblick bleibt in Anbetracht der technischen Indikatoren getrübt. Skeptisch stimmt zudem, dass die Unterstützung bei 161,50 unterschritten wurde. Weitere Haltemarken lokalisieren wir bei 160,95 und 160,76. Erste Widerstände sind bei 161,86 und 162,37 zu finden.

Euro gut unterstützt



Der Euro präsentiert sich seit Mitte Dezember fest und wird dabei unterstützt von Erwartungen, wonach die EZB nicht ganz so zögerlich agieren könnte, wie es bisher schien. Die EWU-Inflationserwartungen steigen im Trend, wenngleich von niedrigem Niveau aus. Insofern dürfte eine Veränderung der EZB-Geldpolitik noch in weiter Ferne liegen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass der US-Dollar zuletzt weder von soliden Konjunkturdaten und tendenziell steigenden Zinserwartungen bezüglich der Fed noch von der US-Steuerreform profitieren konnte. Zudem belasten politische Risikofaktoren wie der Katalonienkonflikt und die italienischen Parlamentswahlen (Anfang März) derzeit nicht. Vielmehr konnte der Euro auch während der ersten Handelsaktivitäten des neuen Jahres mit Stärke glänzen. Im Hoch wurde gestern ein Kurs von 1,2081 notiert, sodass das zyklische Hoch von Anfang September bei 1,2092 in Reichweite liegt. Die quantitativen Indikatoren im Tageschart sind unterstützend zu werten. RSI und Stochastic deuten aber auf eine überkaufte Marktlage hin. Sollte der Euro bei 1,2092 scheitern, würde eine deutlichere Korrektur drohen.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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