Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: USA - Arbeitskräftemangel zunehmend ein Problem
Helaba Floor Research - Forex - 09.01.2018

In den USA richtet sich der Blick auf das NFIB-Mittelstandsbarometer. Die Stimmungslage in Bezug auf die Arbeitsmarktentwicklung hat sich leicht verbessert, sodass insgesamt eine nochmalige Verbesserung möglich erscheint. Es gilt aber zu beachten, dass der NFIB-Index im November bereits das höchste Niveau seit 1983 erreicht hatte. Bemerkenswert ist im Trend der letzten Monate und Quartale die massive Verbesserung der mittelständischen Stimmung im Hinblick auf Bürokratie. Noch 2016 belegte das Thema Bürokratie zusammen mit Steuern die Spitzenpositionen bei der Frage nach dem wichtigsten Einzelproblem. Inzwischen wird aber die mangelnde Qualifikation von Arbeitskräften hinter Steuern als Hauptproblem gesehen, während Absatzprobleme kein Thema sind. Dadurch wird die robuste konjunkturelle Lage unterstrichen.



Am Morgen richtet sich der Blick auf die deutschen Produktionszahlen des Monats November. Die Vorgaben sind gemischt, denn der entsprechende Wert der Industrieaufträge war unerwartet rückläufig. Allerdings ist beginnend mit dem starken Zuwachs im August und den Monaten September und Oktober ein Auftragspolster entstanden. Zudem hat die Pkw-Produktion im Berichtsmonat wieder deutlich im Plus gelegen. Insofern sollte die Gesamt-Produktion ebenfalls kräftig zulegen. Dafür spricht auch die anhaltend robuste Stimmung, wie sie insbesondere im Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes zum Ausdruck kommt. Zeitgleich stehen die Handelsbilanzwerte Deutschlands im Kalender. Die Historie zeigt, dass ein Produktionsplus tendenziell mit positiven Entwicklungen der Exporte einhergeht. Angesichts dessen sollte eine Ausweitung des Handelsbilanzüberschusses ins Kalkül gezogen werden.

Bund-Future: Abwärtstrend im Test



Der Future hat zugelegt und sich dem kurzfristigen Abwärtstrend genähert. Die Widerstandslinie verläuft heute bei 162,02. Ob es zu einem Anstieg darüber und Test der Hürde bei 162,37 kommen wird, bleibt abzuwarten, denn das Umfeld bleibt trotz der Gewinne schwierig. Erste Unterstützungen lokalisieren wir bei 161,18/20. Trading-Range: 161,30 – 162,40.

Euro: Korrekturrisiken bestehen weiter



Zum Wochenauftakt setzte der Euro seine Korrektur fort und unterschritt die wichtige Unterstützung bei 1,20 US-Dollar. Die technischen Indikatoren im Tageschart liefern ein gemischtes Bild. Der Stochastic generiert im überkauften Bereich ein Verkaufssignal und das Kursmomentum ist abwärts gerichtet. Zudem ist der kurzfristige Aufwärtstrend von Mitte Dezember gebrochen. Der MACD und der DMI sorgen jedoch für Stabilisierungspotenzial. Unterstützungen sind bei 1,1940/60 zu finden. Die wichtigste Hürde liegt am Vorjahreshoch bei 1,2092. Darüber könnte der Euro an Aufwärtsdynamik bis 1,24 gewinnen. Die Kombination aus niedriger Arbeitslosigkeit, dynamischer Konjunktur und Steuerreform in den USA sprechen aus fundamentaler Sicht aber eher für eine Fortsetzung der Korrektur. Markseitig ist jedoch zu konstatieren, dass Marktteilnehmer zuletzt sensitiver auf positive Nachrichten in der Eurozone reagiert haben. Der Euro dürfte heute durch den NFIB-Index keine Unterstützung bekommen, da ein neues Allzeithoch des Stimmungsindikators erwartet wird. Trading-Range: 1,1930 – 1,2030.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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