Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: US-Kern-Erzeugerpreise im Fokus
Helaba Floor Research - Forex - 11.01.2018

Das Augenmerk der Marktteilnehmer richtet sich heute in die USA, denn dort geben die Erzeugerpreise wichtige Indikationen für die Verbraucherpreisentwicklung, die morgen zur Veröffentlichung ansteht. Bezüglich der Gesamtrate ist der Einfluss der Energiepreise zwar spürbar, aufgrund des hohen Gewichts der Dienstleistungspreise aber nicht so dominant wie bei den Importpreisen. Im Dezember ergab sich zwar per saldo ein erhöhtes Ölpreisniveau, allerdings ist der Erhebungszeitraum der Erzeugerpreise in der ersten Monatshälfte angesiedelt. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum November steht ein nur leicht erhöhtes Niveau zu Buche. Die Jahresrate dürfte daher und angesichts des Basiseffektes stabil sein. Den Fokus lenken wir jedoch auf die Kern-Erzeugerpreise, denn Inflationstendenzen abseitig der schwankenden Rohstoffpreise stehen bei der Fed im Mittelpunkt der geldpolitischen Entscheidungen. Die Kernrate hat zuletzt bei 2,4 % VJ gelegen und sich somit seit den Tiefs in der Nähe von null Prozent Ende 2015 deutlich gefestigt. Die Kern-Importpreise haben jedoch im Dezember nachgegeben und somit gibt es keine Indikation für höhere Kern-Erzeugerpreise. Mithin werden die Leitzinserwartungen in den USA durch die Zahlen wohl nicht verschärft.



In der Eurozone stehen die Produktionszahlen an, nachdem Spanien am Morgen als dritte der großen Volkswirtschaften die Novemberdaten liefert. Das starke deutsche Ergebnis spricht insgesamt für ein Plus, ungeachtet der Tatsache, dass in Frankreich ein Minus veröffentlicht wurde. Mit Interesse werden die Akteure aber auch das Sitzungsprotokoll vom EZB-Ratstreffen im Dezember lesen. Insbesondere eine weitergehende Diskussion über eine mögliche Veränderung der Forward Guidance könnte den Rentenmarkt belasten. Der Euro könnte dadurch latent unterstützt werden. Das Geschäftsklima der Bank von Frankreich (BdF) hat dagegen in der Regel keinen marktbewegenden Einfluss, auch wenn das gute Stimmungsbild bestätigt werden sollte.

Bund-Future auf Talfahrt



Der Future eröffnete unter dem Eindruck stark gestiegener US-Renditen schwach. Das anfängliche Kursgap konnte zwar geschlossen werden, der Ausblick bleibt aber getrübt. Mit zeitweisem Unterschreiten des Bereichs 161,18/20 hat sich das technische Bild verschlechtert und die nächsten Unterstützungen sind erst bei 160,53 und 160,26 zu finden. Widerstände lokalisieren wir um 161,40 und bei 162,00/04. Trading-Range: 160,60 – 161,40.

Euro: China sorgt für Rückenwind



Gestern verzeichnete der Euro Gewinne und handelte im Tageshoch bei 1,2018. Verantwortlich dafür waren Nachrichten, wonach China in Erwägung zieht, die Käufe von US-Staatsanleihen zurückzuführen. China hält weltweit die größten Dollar-Währungsreserven. Die Aufwertung verbessert die technische Situation. So notiert der Euro knapp oberhalb des 38,2 %-Retracements des Aufwärtstrends von Mitte Dezember und kann zumindest zeitweise die Verluste des Wochenstarts nahezu ausgleichen. Die Indikatoren warnen weiterhin vor zu viel Optimismus. So sendet der Stochastic unvermindert ein Verkaufssignal. Die erste Hürde sehen wir bei 1,2018. Darüber ist der Weg frei bis zum Vorjahreshoch bei 1,2092. Unterstützungen lokalisieren wir im Bereich 1,1920 und am 61,8 %-Retracement bei 1,1868. Trading-Range: 1,1920 – 1,2020.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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