Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: Wichtige US-Daten auf der Agenda
Helaba Floor Research - Forex - 12.01.2018

Das Protokoll der EZB-Ratssitzung von Mitte Dezember hat deutlich gemacht, dass die Währungshüter schon früh in diesem Jahr die Kommunikation ihrer geldpolitischen Ausrichtung und ihres Ausblicks anpassen könnten und, dass der Zinsausblick zukünftig an Bedeutung gewinnen dürfte. Die nächste Ratssitzung findet am 25. Januar statt. Möglicherweise wird dann schon der Passus im Statement gestrichen, wonach das Anleihekaufprogramm im Hinblick auf Umfang und/oder Dauer ausgeweitet werden könnte. Die Marktreaktionen auf das Protokoll fielen deutlich aus: Der Euro hat zugelegt und die Marke von 1,20 USD überwunden. Der Bund-Future gab kräftig nach und die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg innerhalb kürzester Zeit um 8 Basis-punkte auf 0,53 %. Die Rendite 2-jähriger Anleihen kletterte auf -0,56 % und damit den höchsten Stand seit Mitte 2017.



Heute stehen US-Zahlen auf dem Programm, die das Potenzial haben, Einfluss auf die Fed-Zinserwartungen zu nehmen. Dabei werden die Verbraucherpreise wohl nicht zu einer Forcierung der Zinserhöhungsfantasie beitragen. Der Inflationsdruck ist noch mäßig, denn Import- und Erzeugerpreise haben bereits auf der Unterseite überrascht. Auch abseitig der Rohstoffpreise stellt die Entwicklung der Teuerung die US-Notenbank nicht zufrieden. Es gilt aber zu berücksichtigen, dass die robuste Konjunktur und der enger werdende Arbeitsmarkt mittelfristig einen Preisauftrieb wahrscheinlich machen. Insofern gibt es für die US-Notenbank keinen Grund, die Anzahl der Zinserhöhungen zu reduzieren. Dies gilt auch vor dem Hintergrund der robusten Konjunktur, die vom zeit-gleich anstehenden Einzelhandelsumsatz bestätigt werden dürfte. Hier zeichnet sich das vierte Umsatzplus in Folge ab. Eine positive Indikation liefert der Anstieg der Pkw-Verkäufe gegenüber dem Vormonat. Darüber hinaus sind die Benzinpreise erhöht, sodass die Tankstellenumsätze einem Anstieg der Einzelhandelsgeschäfte nicht entgegen sprechen. Die gute Lage am Arbeits-markt und der allmähliche Anstieg der Löhne beeinflussen das Konsumverhalten positiv. Die Wachstumsperspektiven in den USA bleiben günstig.

Bund-Future: EZB sorgt für Abgabedruck



Der Bund-Future hat deutliche Verluste erlitten, nachdem das Protokoll der EZB-Ratssitzung von Mitte Dezember Spekulationen auf eine Wende in der Geldpolitik schürte (siehe Seite 1). Mit dem Kursrückgang bleibt der technische Ausblick getrübt. Der MACD und der DMI stehen im Verkauf und der Stochastic zeichnet eine überverkaufte Marktlage. Unterstützungen lokalisieren wir bei 160,26/27 und 159,78. Datenseitig wird es heute in den USA interessant. Hier werden ein leichter Anstieg der Verbraucherpreise und ein erneutes Plus der Einzelhandelsumsätze erwartet. Insgesamt sollte der Rentenmarkt von dieser Seite keine Unterstützung erwarten. Trading-Range: 160,00 – 161,20.

Euro legt zu – 2017er Hoch entscheidend



Das Protokoll der EZB-Ratssitzung hat den Euro deutlich gefestigt und über die Marke von 1,20 ansteigen lassen. Es wird darauf spekuliert, dass die EZB möglicherweise schon bei der nächsten geldpolitischen Sitzung Ende Januar das Statement ändert und sich auf ein Enddatum für die Anleihekäufe festlegt (siehe Seite 1). Die heutigen US-Daten werden dem Euro wohl nicht weiter stützen. Zudem kann von technischer Seite noch keine Entwarnung gegeben werden. Erst ein Anstieg über das 2017er Hoch bei 1,2092 würde den Ausblick deutlich aufhellen und Kurse bis in den Bereich 1,24 ermöglichen. Ob es dazu kommen wird, bleibt abzuwarten. Wir bleiben skeptisch. Trading-Range: 1,1960 – 1,2100.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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