Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: US-Daten weiterhin im Fokus
Helaba Floor Research - Forex - 19.01.2018

Deutsche und europäische Datenveröffentlichungen, die das Potenzial haben, das Marktgeschehen zu beeinflussen, sind auch zum Ende der Woche Mangelware und so bleibt den Marktteilnehmern nur, sich auf die Veröffentlichungen und Redebeiträge in den USA zu konzentrieren. Zu nennen sind R. Bostic und J. Williams, zwei regionale Fed-Präsidenten, und Board-Mitglied R. Quarles. In der abgelaufenen Woche wurde bereits mehrfach deutlich, dass keine Einigkeit innerhalb des FOMCs bezüglich des Zinspfades der US-Notenbank besteht. Einige Wenige sprechen offen über die Möglichkeit von vier Zinsschritten in diesem Jahr, andere bevorzugen eher zwei Zinserhöhungen und sähen die Inflationsrate gerne über dem Zielwert von zwei Prozent. Es ist heute nicht zu erwarten, dass sich das Stimmungsbild innerhalb der Fed klärt. Der von der Fed im Median avisierte Zinspfad sieht drei Schritte vor und in dieser Weise dürften sich die heutigen Vertreter wohl äußern. Die Markterwartungen anhand der Fed-Funds-Futures steigen im Trend seit Wochen an und nähern sich inzwischen der Median-Projektion des FOMCs. Datenseitig richtet sich der Blick auf das vorläufige Michigan Sentiment des laufenden Monats. Angesichts der festen Aktiennotierungen und der robusten konjunkturellen Entwicklung spricht nach den zwei etwas schwächeren Werten im November und Dezember einiges dafür, dass es zu einer Stimmungsaufhellung gekommen ist. In diese Richtung weisen auch Indikationen vonseiten der weniger bekannten Verbraucherumfragen (IBD/TIPP und Thomson Reuters IPSOS). Insgesamt kann sogar eine positive Überraschung nicht ausgeschlossen werden, wodurch die robusten Konjunkturperspektiven in den USA erneut unterstrichen würden. Ohnehin liegen die Stimmungswerte im Durschnitt bereits jetzt oberhalb der Marken des Booms bis 2007.



Nicht unerwähnt sollte der britische Einzelhandelsumsatz bleiben. Nach dem starken Novemberwert sollte ein deutliches Minus nicht überraschen, zumal die Verbraucherstimmung jüngst unter das Niveau nach dem „Brexit“-Votum im Juni 2016 gesunken ist.

Bund-Future: Abwärtstrendkanal intakt



Der Future hat sich nicht weiter festigen können, sodass der seit Dezember bestehende Abwärtstrendkanal intakt ist. Heute verläuft die Widerstandslinie bei 161,07 und damit knapp oberhalb des Wochenhochs (160,97). Ein Test der Trendlinie ist zwar möglich, Hinweise auf eine nachhaltige Befestigung gibt es aber nicht. Zudem könnte eine besser als erwartete US-Verbraucherstimmung (siehe Seite 1) tendenziell belasten. Unterstützungen sind bei 160,11 und 159,78 zu finden. Trading-Range: 160,10 – 161,10.

Euro stabilisiert sich über 1,22 USD



Die Gemeinschaftswährung konnte gestern einen Teil ihrer Vortagsverluste wettmachen und stabilisierte sich über 1,22 USD. Am Nachmittag stützten ein unter den Erwartungen liegendes Philly-Fed-Stimmungsbarometer sowie schwächere Baubeginne. Die technische Ausgangslage ist als konstruktiv einzuschätzen. So stehen Trendfolger wie DMI und MACD im Kauf. Der Stochastic weist aber auf eine überkaufte Marktlage hin. Größere Bedeutung messen wir jedoch dem kurzfristigen Aufwärtstrendkanal von Anfang November bei. In den kommenden Tagen dürfte der Fokus auf den Widerstand um die Zone1,2297/1,2323 gerichtet sein. Über dieser Hürde bestünde Potenzial bis 1,25. Erste Haltemarken lokalisieren wir bei 1,2031 und 1,1923. Die Unterstützungslinie des Aufwärtstrendkanals, die heute bei 1,1891 verläuft, stellt eine weitere Stützungsmarke dar. Trading-Range: 1,2100 – 1,235

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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