Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: Fed vor nächstem Zinsschritt – EZB bleibt zögerlich
Helaba Floor Research - Forex - 27.02.2018

Heute werden auf beiden Seiten des Atlantiks wichtige Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Auf europäischer Seite stehen das Geldmengenwachstum und vorläufige Verbraucherpreise im Vordergrund und in den USA die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter. Hier liefern die Boeing-Bestellungen eine negative Indikation, sodass ein Rückgang im Rahmen der Konsensschätzung (-2,0 % VM) realistisch erscheint. Ohne den volatilen Transportsektor zeichnet sich aber das neunte Vormonatsplus in Folge ab. Insofern sind Wachstumszweifel unangebracht und der neue Fed-Chef Jerome Powell hat Grund dazu, bei seiner Anhörung vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses zuversichtlich bezüglich der konjunkturellen Entwicklung zu sein. Er dürfte zudem die Politik gradueller Leitzinserhöhungen als gerechtfertigt bezeichnen und Markterwartungen stützen, wonach es im März zum nächsten Schritt kommen wird. Gleichwohl lassen leicht rückläufige Stimmungsindikatoren darauf schließen, dass mit einer Beschleunigung der konjunkturellen Dynamik nicht mehr zu rechnen ist.

Die Europäische Zentralbank hat in letzter Zeit versucht, Spekulationen auf eine geldpolitische Wende im Zaum zu halten. Dieses Unterfangen sollte von den heute anstehenden Zahlen tendenziell gestützt werden. Im Februar zeichnet sich ein nur moderater Preisdruck ab, sodass es bei den deutschen Verbraucherpreisen (EU-harmonisiert) zu einem Rückgang der Gesamtjahresrate kommen wird. Auch in Spanien ist der Inflationsdruck mäßig und bezüglich der morgen anstehenden Schnellschätzung der EWU-Teuerung werden die Gesamt- und Kernteuerungsraten wohl sinken. Zudem ist die monetäre Dynamik verhalten, was vom Geldmengenwachstum und der Kreditvergabe an den privaten Sektor bestätigt werden dürfte. Insofern werden die EZB-Zinserwartungen zunächst keinen Auftrieb erhalten.

Rentenmarkt: Erholungsziel fast erreicht



Der Bund-Future weist seit der letzten Woche ein deutlich aufgehelltes technisches Umfeld auf. Auf Tagesbasis steigen technische Indikatoren wie Stochastic und MACD an, der DMI steht auf Kauf und der ADX weist mit sinkenden Werten auf das Nachlassen des Abwärtsimpulses hin. Zudem konnte die Widerstandslinie bei 158,32 überschritten werden und die folgende Erholung trug den Future bis 159,66, womit das 38,2 %-Retracement der Abwärtsbewegung seit Mitte Dezember (159,75) fast erreicht wurde. Da wir vonseiten fundamentaler Veröffentlichungen heute keinen Gegenwind erwarten, sollten die nächsten Hürden bei 160,11, 160,97 und 161,17 (200-Tagelinie) nicht unerwähnt bleiben. Trading-Range: 158,50 – 160,11.

EUR-USD: Warten auf Abwärtsimpuls



Der Euro konnte einen freundlichen Wochenauftakt mit einem Tageshoch bei 1,2355 verbuchen, die Trendunterstützungslinie (ausgehend vom Dezember) steht aber im Test. Zudem weist das technische Umfeld auf Risiken hin. Stochastic, MACD und ADX auf Tagesbasis sind unverändert gen Süden gerichtet, der DMI ist ein Verkaufssignal gleichwohl schuldig, zumal die Indikatorenlage auf Wochenbasis noch als konstruktiv, die bisherigen Kursverluste somit noch als Korrektur einzustufen sind. Insofern erscheint es ratsam, zunächst einen neuen Abwärtsimpuls abzuwarten, denn sollte die obige Linie, die wir heute bei 1,2289 lokalisieren, nachhaltig unterschritten werden, eröffnet sich Rückschlagpotenzial bis 1,2204, hergeleitet vom Zwischentief am 9. Februar. An dieser Marke entscheidet es sich, ob eine Trendumkehrformation in Form eines Doppeltops komplettiert wird. Hürden machen wir bei 1,2355 und um 1,2373 aus. Da marktseitig eine Zinserhöhung der Fed im März und insgesamt drei Schritte in diesem Jahr eskomptiert sind, müsste der neue Fed-Chef bei seiner Anhörung im Kongress deutlich „hawkisch“ überraschen, um dem Dollar entsprechenden Rückenwind zu geben. Wir rechnen nicht damit, denn bereits veröffentlichte Passagen aus dem Bericht deuten auf eine Fortsetzung der graduellen Zinserhöhungen hin. Trading-Range: 1,2260 – 1,2355.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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