Kolumnen & Analysen Devisen

Devisen: US-Dollar meldet sich zurück
Börse Frankfurt - Forex - 28.02.2018

28. Februar 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der Höhenflug des Euro scheint gestoppt, zumindest vorerst: Am Mittwochmittag kostet die Gemeinschaftswährung wieder nur 1,22 US-Dollar. Ende Januar und Mitte Februar waren es zwischenzeitlich über 1,25 US-Dollar - das war der höchste Stand seit Dezember 2014. "Rückenwind gaben dem US-Dollar zuletzt Spekulationen auf schnellere Zinserhöhungen der Fed", erklärt Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Denn der jüngste stärkere Anstieg der US-Löhne habe manchen am Markt befürchten lassen, dass die US-Inflation stärker anziehen werde.

Die politischen Risiken für den Euro aufgrund der Wahlen in Italien und des SPD-Mitgliederentscheids zur Großen Koalition hält Thu Lan Nguyen im Übrigen für begrenzt. "Keine der Parteien in Italien, die eine Chance auf eine Regierungsbeteiligung hat, setzt sich noch für einen Austritt des Landes aus dem Euroraum ein." Bei einem "Nein" zur Großen Koalition könne die Gemeinschaftswährung zwar etwas unter Druck geraten, werde sich aber wohl kaum massiv abschwächen.

Viele Argumente für den US-Dollar



Christian Apelt von der Helaba verweist auf Probleme, die den US-Dollar belasten könnten. "Langfristig betrachtet erscheinen gewisse Sorgen, etwa um das wachsende US-Haushaltsdefizit, durchaus nicht ungerechtfertigt." Aber gerade in der kürzeren Perspektive begünstige die Geldpolitik eindeutig den US-Dollar. "Neben den Renditevorteilen sprechen auch Wachstumsdifferenzen sowie steuerliche Anreize klar für die US-Währung." Die Marktübertreibung zugunsten des Euro werde in den kommenden Monaten zurückgehen und der Euro-Dollar-Kurs phasenweise spürbar unter 1,20 zurückfallen.

Auch die DekaBank erwartet für den Euro bis Ende 2018 eine leichte Abwertung gegenüber dem US-Dollar. "Der US-Zinsvorsprung dürfte sich bei kurz- und mittelfristigen Staatsanleihen ausweiten und bei langfristigen Staatsanleihen überdurchschnittlich groß bleiben", erklärt Christian Melzer. Zudem seien die US-Wachstumsaussichten günstiger als die in der Eurozone. Grundsätzlich stützend für den Euro sei aber die von der Bank prognostizierte Verfestigung des Aufschwungs in Euroland.

An der Börse Frankfurt stand das Währungspaar Euro/US-Dollar im Mittelpunkt des Interesses, wie die Umsatzstatistik der Börse Frankfurt für die vergangenen vier Wochen zeigt: Rege gehandelt wurden vor allem der ETFS Short US-Dollar Long Euro (WKN A1EK0W9), der ETFS 5x Long US-Dollar Short Euro (WKN A12Z31), der ETFS Long US-Dollar Short Euro (WKN A1EK0V) und der ETFS 5x Short US-Dollar Long Euro (WKN A12Z32).

Pfund langfristig Verlierer



Nicht viel Bewegung gibt es im Euro/Pfund-Kurs: Für einen Euro müssen derzeit 0,88 Pfund gezahlt werden, in etwa soviel wie vor einem Monat. Marius Schad von der HSH Nordbank geht allerdings davon aus, dass die Unklarheit über den Verlauf der Brexit-Trennungsgespräche und die Ausgestaltung eines Handelsabkommens zwischen Großbritannien und der EU der entscheidende Belastungsfaktor für das Pfund bleiben werden.

Krisengewinner Franken und Yen



Durch die anziehende Volatilität waren auch die "sicheren Häfen" unter den Währungen wieder gesucht: Deutlich teurer wurden der Schweizer Franken und der japanische Yen. Während im Januar zwischenzeitlich 1,18 Franken für den Euro hingelegt werden mussten, soviel wie noch nie seit der Franken-Freigabe Anfang 2015, sind es jetzt wieder nur 1,15 Franken. Nikola Stephan von der DekaBank geht zwar davon aus, dass der Franken auch 2018 überbewertet bleiben wird und die Schweizer Notenbank daher die Zinsen eher nicht anheben wird. "Allerdings könnte die Zentralbank ihre Bereitschaft am Devisenmarkt zu intervenieren, deutlich zurücknehmen." Dank politischer Neutralität und widerstandsfähiger Wirtschaft werde die Schweiz dennoch auch in Zukunft bei erhöhter Unsicherheit insbesondere risikoscheue Anleger anziehen.

Ebenfalls erholt hat sich der japanische Yen. Dem vorausgegangen war eine Schwächephase, die das Wechselkurspaar auf 137,50 Yen zum Euro getrieben hatte. Aktuell sind es wieder 130,83 Yen. Nach Ansicht von Melzer von der DekaBank bleibt der Ausblick für die japanische Währung aber trübe. "Premierminister Abe zögert weiter, mit echten Strukturreformen den zentralen Bereich seiner ‚Abenomics‘ in Angriff zu nehmen." Die Notenbank sei mit ihrer expansiven Geldpolitik mittlerweile ein wesentlicher Anker der Volkswirtschaft. "Für eine nachhaltige Gesundung der Volkswirtschaft ist - neben Strukturreformen - eine Normalisierung der Geldpolitik unerlässlich." An der Börse Frankfurt wurden in den vergangenen vier Wochen besonders mit dem ETFS Short Yen Long Euro (WKN A1DFSF) hohe Umsätze verzeichnet.

von: Anna-Maria Borse
28. Februar, © Deutsche Börse AG



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