Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: USA - Fed ist auf Kurs
Helaba Floor Research - Forex - 02.03.2018

Einige Marktteilnehmer spekulierten im Verlauf der Woche auf vier Zinsschritte der US-Notenbank in diesem Jahr. Die Fed signalisierte seit Monaten drei Zinserhöhungen und bereits in diesem Monat wird der erste Schritt erwartet. Die Geldmarktfuture eskomptieren dies bereits seit längerem mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % und dieses erscheint vor dem Hintergrund der Datenveröffentlichungen und Wortmeldungen von Fed-Vertretern realistisch. So hatte der neue Fed-Chef Jerome Powell bei seiner Anhörung vor dem US-Kongress betont, dass die konjunkturellen Perspektiven freundlich und graduelle Zinserhöhungen angemessen seien. Die Spekulationen auf vier Zinsschritte wurden teilweise mit dem Hinweis Powells begründet, wonach sich die Wirtschaftsaussichten seit Dezember nochmals aufgehellt hätten. Die auf hohen Niveaus schwankenden Stimmungsindikatoren der Industrie und des Dienstleistungssektors sind hierbei zu nennen. Die Inflationserwartungen haben sich seitdem aber kaum verbessert, marktbasierte Indikatoren sind zuletzt sogar wieder leicht gesunken. Im historischen Vergleich wird deutlich, dass die Inflationserwartungen zudem noch als verhalten zu bezeichnen sind. Dies gilt insbesondere für die am Finanzmarkt gehandelten Erwartungen. Angesichts dessen erscheint es verfrüht, auf einen steileren Zinserhöhungspfad zu setzen.

Die heute im Kalender zu findenden Datenveröffentlichungen in Deutschland und der Eurozone werden wohl keinen Markteinfluss haben und auch die Rede von EZB-Ratsmitglied Mersch wird kaum etwas an der Erwartung bezüglich der Geldpolitik in der Eurozone ändern. Eine graduelle Anpassung der Forward Guidance sollte ins Kalkül gezogen werden. In den USA richtet sich der Blick auf das endgültige Michigan Sentiment. Vorläufigen Daten zufolge ist es deutlich gestiegen und wir erwarten, dass das Niveau nicht deutlich nach unten korrigiert wird.

Bund-Future: Charttechnik unterstützt



Dem Bund-Future ist es parallel zu nachgebenden Aktienmärkten gelungen, das 38,2 %-Retracement des Dezember-Abwärtsimpulses bei 159,75 zu überwinden. Damit hellt sich die Charttechnik auf. Neben dem MACD und dem Stochastic generiert auch der DMI ein Kaufsignal. Zudem ist das Kursmomentum so hoch wie zuletzt im November vergangenen Jahres. Damit könnten sich die Kursgewinne bis zur 55-Tagelinie bei 160,21 ausweiten. Darüber lokalisieren wir Hürden bei 160,36 und 160,75. Kursrückschläge könnten um 159,50 und 159,05/03 gestoppt werden. Darunter sollte die Marke bei 158,68 weiteren Halt bieten. Trading-Range: 159,50 – 160,75.

Euro legt zu – Handelsstreit belastet USD



Der Euro hatte die Marke von 1,2204 zunächst unterschritten und ein Tief bei 1,2155 markiert, womit ein Doppeltop komplettiert wurde, aus der sich ein Kursziel bis 1,1850 ableiten lässt. Starke Arbeitsmarktindikatoren und der überraschende Anstieg des ISM-Industrieindexes unterstützen Spekulationen auf weitere Leitzinserhöhungen in den USA. Die Differenz zwischen 2-jährigen Treasuries und vergleichbaren Bundesanleihen weist mit etwa 280 Bp. das höchste Niveau seit 21 Jahren auf und macht auf die fundamentale Überbewertung des Euros aufmerksam (Grafik). Nachdem bekannt wurde, dass US-Präsident Trump Strafzölle auf Stahl und Aluminium beschlossen hat, kam der Dollar jedoch deutlich unter Druck. Der Euro holte die Kursverluste auf und konnte darüber hinaus kräftig zulegen. Das Hoch im frühen Handel liegt bei 1,2288. Die Verunsicherung wegen der Wahlen in Italien und dem SPD-Mitgliederentscheid über die GroKo könnten aber das Anstiegspotenzial des Euros begrenzen, genauso wie die unverändert belastenden technischen Indikatoren. Trading-Range: 1,2194 – 1,2323.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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