Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: Quo vadis, deutsche Konjunktur?
Helaba Floor Research - Forex - 06.03.2018

Die obige Frage ist nicht nur an das politische Berlin zu richten, sondern muss in den kommenden Monaten auch vor dem Hintergrund der internationalen Rahmenbedingungen beantwortet werden. Diese sind in Veränderung begriffen. Die politische Landschaft in Italien ist in Bewegung und noch ist nicht klar, wie die Regierungsbildung in Rom aussehen wird. Europakritische Parteien haben den Wahlsieg davon getragen und insofern sind die Hoffnungen nicht besonders groß, dass die Politiker in Rom erkennen, dass eine Reformpolitik mit Europa und nicht gegen Europa das Gebot der Stunde ist. Es drohen zudem langwierige Koalitionsverhandlungen, fast so wie bis zuletzt in Deutschland, wo die Hängepartie beendet scheint. Die größeren Gefahren für die wirtschaftliche Entwicklung liegen womöglich aber in einem Handelskonflikt mit den USA. Noch erscheint es verfrüht, die Wachstumsprognosen zu korrigieren, die Entwicklungen müssen aber genauestens beobachtet werden.

In den USA sind heute die Auftragseingänge der Industrie des Monats Januar von Interesse. Diese stehen unter deutlich negativen Vorzeichen, denn die Bestellungen langlebiger Wirtschaftsgüter sind im Berichtsmonat um 3,7 % gesunken. Ein Minus der Gesamtaufträge des Verarbeitenden Gewerbes von 1,5 % im Monatsvergleich sollte nicht ausgeschlossen werden und so sehen wir gegenüber der Konsensschätzung ein leichtes Enttäuschungspotenzial. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund des bis Ende 2017 mit hoher Dynamik fortgesetzten Anstiegs der Bestellungen. Daher sollte ein Rücksetzer nicht als Signale einer konjunkturellen Trendwende überinterpretiert werden, zumal die Stimmungsindikatoren im Verarbeitenden Gewerbe und auch im Dienstleistungssektor auf die soliden wirtschaftlichen Perspektiven hinweisen. Angesichts dessen rechnen wir nicht mit einem starken Einfluss auf die Zinserwartungen bezüglich der Fed. Die marktseitig eskomptierten drei Zinsschritte im Verlauf dieses Jahres erachten wir als angemessen.

Bund-Future: Charttechnik bleibt konstruktiv



Zu Wochenbeginn wurde der Bund-Future zunächst von den Sorgen eines möglichen Handelskrieges mit den Vereinigten Staaten und den vorläufigen Wahlergebnissen in Italien gestützt und notierte im Hoch bei 160,38. Zwar gab er im Handelsverlauf wieder nach, das charttechnische Bild ist aber konstruktiv. MACD und DMI sind im Kauf und das Kursmomentum ist hoch. Widerstände lokalisieren wir an der 55-Tagelinie bei 160,09 und bei 160,36. Eine erste Unterstützung machen wir am 38,2 %-Retracement der Dezember-Abwärtsbewegung bei 159,75 aus. Eine weitere Haltemarke besteht bei 159,05. Trading-Range: 159,60 – 160,60.

EUR-USD: Zwischen den Fronten



Der Euro hat sich nach anfänglichen Kursverlusten erholt. Dabei stand er im Spannungsfeld der Wahlergebnisse in Italien, die zunächst belasteten, und Sorgen vor einer Eskalation des Handelsstreits mit den USA, die den US-Dollar tendenziell schwächt. Der Gemeinschaftswährung ist es bislang nicht gelungen, dauerhaft in den unlängst unterschrittenen Dezember-Aufwärtstrend zurückzukehren. Heute verläuft die Trendlinie bei 1,2340. Weitere Hürden sind knapp darüber im Bereich 1,2353/59 zu lokalisieren. Sollte diese Zone überwunden werden, würde sich das technische Bild aufhellen. Noch ist es aber nicht soweit und die Indikatoren im Tages- und Wochenchart lassen bislang Zweifel daran aufkommen, dass es zu einem weiteren Anstieg und Test des Mitte Februar markierten Mehrjahreshochs bei 1,2555 kommen wird. Erste Unterstützungen sind bei 1,2250 und im Bereich 1,2153/1,2202 zu finden. Trading-Range: 1,2250 – 1,2400.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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