Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: EZB - Kein Grund zur Hektik
Helaba Floor Research - Forex - 08.03.2018

Die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank steht heute im Mittelpunkt des Interesses. Mit Veränderungen der Zinsniveaus ist nicht zu rechnen und so bleiben der Hauptrefinanzierungssatz bei 0,00 % und der Einlagenzins bei -0,40 %. Auch das Volumen der monatlichen Anleihekäufe im Rahmen des Quantitative Easing von netto 30 Mrd. EUR wird nicht angetastet. Das Programm soll mindestens bis Ende September fortgeführt werden, in jedem Fall so lange, bis eine nachhaltige Preisentwicklung in Richtung EZB-Ziel zu erkennen ist. Angesichts dessen und der bei 1,0 % VJ verharrenden Kerninflationsrate ist die spannende Frage, ob und wie der EZB-Rat das begleitende Statement zur Zinsentscheidung verändert. EZB-Präsident Draghi hätte grundsätzlich zwei Möglichkeiten, seine Wortwahl zu ändern. Zum einen die sogenannte Forward Guidance und zum anderen seine Antworten im Verlauf der Pressekonferenz. Die Turbulenzen an den Weltbörsen der letzten Monate, die Aufwertung des Euros und nicht zuletzt die schwierige politische Lage in Italien dürften die ohnehin zögerlichen EZB-Vertreter jedoch noch mehr zur Vorsicht tendieren lassen – ungeachtet der guten wirtschaftlichen Lage und der Perspektiven eines fortgesetzten über Potenzial liegenden BIP-Wachstums. Die neuen BIP-Projektionen des EZB-Stabes könnten leicht höher ausfallen. Ob dies auch für die Inflationsprojektionen gilt, bleibt abzuwarten. Per saldo rechnen wir damit, dass das Wording der EZB weitgehend unverändert bleibt, mit Blick auf die Ratssitzung im April sollte eine Anpassung der Forward Guidance aber ins Kalkül gezogen werden. Letztlich erwarten wir ein Ende der Anleihekäufe im Herbst des Jahres und eine entsprechende, vorgeschaltete Kommunikation wäre an dieser Stelle notwendig.

Rentenmarkt: Unterstützung von der EZB?



Heute steht der Rentenmarkt unter Einfluss der Europäischen Zentralbank. Sollte sich das Wording nicht wesentlich ändern, Präsident Draghi den Anstieg des Euros als Quelle der Unsicherheit bezeichnen und auch sonst keine Hinweise auf eine baldige Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik geben, dürften die Kurse der Staatsanleihen steigen. Der Future hat sich bereits gestern gut behauptet. Die nächsten Widerstände sind bei 157,69 und 158,39 zu finden. Eine erste Haltemarke lokalisieren wir bei 156,24.

EUR-USD: EZB-Ratssitzung im Fokus



Im Vorfeld der EZB-Ratssitzung hat sich der Euro gut behauptet. Wir rechnen damit, dass der Zinsvorteil zugunsten des US-Dollars bestehen bleibt und dass es keine „hawkishen“ Töne vonseiten des EZB-Präsidenten gibt. Auf fundamentaler Seite dürfte der Euro somit keinen Rückenwind bekommen. Die Vorgaben aus technischer Sicht sind hingegen als konstruktiv zu beurteilen. Der MACD generiert ein Kaufsignal und auch der Stochastic steigt oberhalb seiner Signallinie an. Das nächste Kursziel liegt um 1,2520 und bei 1,2537. Darüber könnte der Euro auf das Mitte Februar markierte Dreijahreshoch bei 1,2555 steigen. Rücksetzer treffen bei 1,2356 auf erste Unterstützung.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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