Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: US-Inflationsentwicklung steht im Mittelpunkt
Helaba Floor Research - Forex - 12.03.2018

Seit dem Herbst ist es in den USA und der Eurozone zu Anstiegen der Kapitalmarktzinsen gekommen. Ein wichtiger Einflussfaktor, wenngleich nicht der einzige, war der Anstieg der Inflationserwartungen. Vor dem Hintergrund der robusten konjunkturellen Perspektiven kam es in beiden Währungsräumen auch zu verstärkten Erwartungen bezüglich restriktiverer geldpolitischer Ausrichtungen. In den USA haben die Zinserwartungen deutlich zugelegt, sodass im Verlauf des Jahres 2018 drei Zinserhöhungen seitens der Fed vollständig eskomptiert sind. In der Eurozone sind die Erwartungen steigender Zinsen noch gedämpft, mit der EZB-Ratssitzung in der letzten Woche wurde aber das erste Signal für ein Auslaufen der Netto-Anleihekäufe im Herbst des Jahres gegeben. Eine Zinswende sollte daher 2019 ins Kalkül gezogen werden.

In der neuen Woche werden zunächst aber die US-Inflationszahlen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wie schon im letzten Monat werden Erzeuger- und Importpreise erst im Nachgang dazu veröffentlicht, sodass bisher nur Indikationen vonseiten der Benzin- und Erdgaspreise des Monats Februar hergeleitet werden können. Per saldo sprechen diese für ein Ansteigen des Preisniveaus und auch die Jahresveränderungsrate sollte zulegen. Ein über der Konsensschätzung von 2,2 % liegender Wert scheint möglich. Sollte zudem die Kerninflation zulegen, was marktseitig nicht mehrheitlich erwartet wird, dürften Zinsspekulationen erneut geschürt werden. Der US-Dollar-Außenwert und die Renditen könnten somit zulegen. Im weiteren Verlauf der Woche werden andere Konjunkturdaten darüber hinaus auf die robuste Lage und die unverändert freundlichen Perspektiven aufmerksam machen, auch wenn es bei den Bauaktivitäten wohl nach dem starken Vormonatsplus zu Rücksetzern kommen sollte. Industrieproduktion, regionale Stimmungsbarometer des Verarbeitenden Gewerbes sowie die Einzelhandelsumsätze und das vorläufige Michigan Sentiment sollten insgesamt robust ausfallen und keinen Grund für wirtschaftliche Skepsis liefern.

Bund-Future: Technisches Bild ambivalent



Der Future pendelt derzeit im Bereich des 38,2 %-Retracements der Dezember-Abwärtsbewegung und der 55-Tagelinie bei 157,05 bzw. 157,10. Ob ein nachhaltiger Anstieg darüber gelingen wird, bleibt fraglich, denn das technische Bild ist ambivalent und fundamentale Impulse sind heute nicht zu erwarten. Morgen könnten etwas höhere US-Verbraucherpreise den Rentenmarkt tendenziell belasten. Erste Unterstützungen lokalisieren wir bei 156,22/24, Widerstände oberhalb von 157,10 sind bei 157,69 und 158,39 zu finden.

Euro in schwierigem Fahrwasser



Der Euro schwächte sich zum Wochenschluss gegenüber dem US-Dollar leicht ab und notiert zur Vorwoche nahezu unverändert. Das technische Bild ist getrübt. Der MACD generiert auf Tagesbasis ein Verkaufssignal. Auch das Kursmomentum und der sinkende ADX raten dazu, weitere Rücksetzer ins Kalkül zu ziehen. Auf Wochensicht ist zudem negativ zu werten, dass der Stochastic sein Verkaufssignal bestätigt. Erste Haltemarken liegen um 1,2250/38 und an der 55-Tagelinie bei 1,2240. Widerstand besteht an der unteren Trendkanallinie der Dezember-Aufwärtsbewegung bei 1,2378. Darüber bestünde das nächste Ziel bei 1,2446. Auch von fundamentaler Seite könnte es für den Euro eine schwierige Woche werden. Den Auftakt geben morgen die Verbraucherpreise in den USA.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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