Kolumnen & Analysen

Grüner Fisher: "Aufpassen bei Fonds-Ratings!"
Börse Frankfurt - Indizes - 17.11.2017

15. November FRANKFURT (Grüner Fisher). Im Zuge der "digitalen Transparenz" spielen Bewertungen eine immer größere Rolle. Online-Shopping konzentriert sich auf die beliebtesten Produkte der Händler oder Plattformen mit dem besten Rating, man isst in Restaurants mit den besten Kritiken und übernachtet in Hotels mit der höchsten Gästezufriedenheit. Es gilt: Höhere Bewertungen gleich bessere Qualität!

Von daher ist es nicht verwunderlich, dass Anleger auch Ausschau nach den Investmentfonds mit den besten Bewertungen halten - gemessen in Sternen, Awards, Kaufempfehlungen oder sonstigen Auszeichnungen. Dabei ist diese Betrachtungsweise oft irreführend. Schaut man genauer hin, stellen Fondsratings keine hilfreiche Entscheidungshilfe für Investoren dar, weil sie meistens nur eine oberflächliche und wenig detaillierte Analyse der vergangenen Rendite abbilden - mit keinerlei Aussagekraft für die Zukunft!

From Hero to Zero



Eine aktuelle Untersuchung des Wall Street Journals liefert die zugehörigen Fakten. Sie zeigt, dass die Fondsratings der Agentur Morningstar keine Aussagekraft für zukünftige Ratings oder Renditen der genannten Fonds besitzen. Aus den Reihen der Fonds, die ein Rating von 5 Sternen in der Gesamtwertung erreichen konnten, entwickelten sich nur 12 Prozent in den nächsten fünf Jahren gut genug, um eine erneute Spitzenbewertung zu erreichen. 10 Prozent entwickelten sich so schlecht, dass sie mit der niedrigsten Bewertung von einem Stern abgestraft wurden. Die Analyse kommt also zu dem Ergebnis, dass sich die Fonds der besten Bewertungskategorie im Durchschnitt gerade mal zu mittelmäßigen Performern in der nahen Zukunft entwickeln.

Morningstar argumentiert selbst, dass diese Ratings natürlich keine perfekten Vorhersagen ermöglichen, nur einen Ansatzpunkt für fortgeführtes Research liefern. Dennoch ist für Anleger an dieser Stelle Vorsicht angebracht. Ratings spiegeln lediglich eine Meinung wider, die sehr stark von den Renditen der Vergangenheit beeinflusst wird. Sie stellen keinesfalls eine objektive Reflektion zukünftiger Renditen dar. Wer schon im Ansatz die Fonds, in die er investieren möchte, ausschließlich nach dem Rating filtert, begeht gleich zu Beginn den eigentlichen Kardinalsfehler.

Genauer analysieren und hinschauen



Hochbewertete Fonds kommen auch bei Finanzberatern definitiv gut an, die sie zur Vereinfachung ihres Geschäfts benutzen. Warum eine detaillierte Diskussion über enthaltene Einzelwerte, fundamentale Treiber und unsichere Zukunftsprognosen führen, wenn man einfach auf das gute Rating verweisen kann? Das Rating ist für viele Anleger ein primäres Auswahlkriterium - wie auch die Zu- und Abflüsse in Investmentfonds zeigen. Hoch bewertete Fonds finden Zuspruch, aus niedrig bewerteten Fonds wird Geld abgezogen.

Hier ist jedoch eine genauere Analyse gefragt. Welche Fondsmanager waren in welchem Zeitraum tätig? Hier ist eine hohe Fluktuation zu beobachten, so dass der Anlageerfolg oftmals gar nicht dem aktuellen Manager zuzuschreiben ist. Worauf ist die Outperformance überhaupt zurückzuführen? Auf das vorgegebene geografische oder stilabhängige Mandat? Wichtige Faktoren, die man dem Rating auf den ersten Blick leider nicht entnehmen kann.

Fazit



"Besseres Rating, höhere Rendite in der Zukunft" - diese Annahme ist falsch und sollte keinesfalls als pauschalisiertes Auswahlkriterium hergenommen werden. Ratings besitzen keine Aussagekraft für zukünftige Renditen! Als Anleger sollte man sorgfältiger analysieren und sich am Ende die wirklich entscheidende Frage stellen: Passt der Fonds zu meinen individuellen Anlagezielen?

15. November 2017, © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Chief Investment Officer von der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren "Forbes"-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen "Forbes"-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Technische Analyse: Kurserholung beim Goldpreis und Test der Trendkanallinie
Karsten Kagels - Commodities - 16.12.2017
Gold-Futures Chartanalyse - Trend, Prognose, Aussichten Der abgebildete Wochenchart des in New York gehandelten Gold-Futures zeigt die Kursentwicklung seit Dezember 2016. Jede abgebildete Kerze (Candlestick) stellt die Kursbewegung einer Woche dar, bei einem aktuellen Kurs von $1.258,1. Aus Sicht des Wochencharts liegt beim Gold-Future eine große Seitwärtsbewegung vor, die sich über die letzten zwei Jahre erstreckt. ... mehr

Technische Analyse: EUR/USD auf Wochensicht wenig verändert
Karsten Kagels - Forex - 16.12.2017
EUR/USD Chartanalyse - Trend, Prognose, Aussichten Der abgebildete Wochenchart des Währungspaares Euro/Dollar (EUR/USD Forex) zeigt die Kursbewegung seit Ende 2014. Jede Kurskerze (Candlestick) stellt die Kursentwicklung für eine Woche dar, bei einem aktuellen Kurs von 1,1748. Wochenkerze endet als Doji Aus Sicht des Wochencharts korrigiert EUR/USD seit zwei Wochen die vorangegangene Aufwärtsbewegung. ... mehr

Analyse Dow Jones: Anhaltende Kaufdynamik!
Admiral Markets - Indizes - 16.12.2017
(Markt-)Technische Analyse des Dow Jones-Index innerhalb der Handelswoche 50.2017 Der große Aufwärtstrend im Dow-Jones (siehe kobaltblauer diagonaler Linienverlauf) ist weiterhin intakt und befindet sich in einer Bewegungsphase, die erneut ein höheres Hoch bei 24.670 im Markt hinterlassen hat. Anhand der gestrichelten Pfeillinienverläufe erkennen Sie denkbare Verlaufsformen, wie sie dieser Markt in den nächsten Tagen ausbilden könnte. ... mehr

Manuell oder automatisch handeln – warum Sie sich nicht entscheiden müssen
Sebastian Hell I QTrade - Trading Business - 15.12.2017
Liebe Leser, wir haben in den vergangenen Wochen an dieser Stelle so manche Strategie für den Handel mit Forex- oder CFD-Instrumenten in den Mittelpunkt gestellt und auf Herz und Nieren geprüft. Vermutlich haben Sie, werte Leserschaft, das eine oder andere kennengelernt, dass Ihnen gerade als Einsteiger in dieser Weise nicht oder nur unvollständig bekannt war. Festgestellt haben Sie vor allem eines: Ohne einen auf die persönlichen Ziele ausgerichteten strategischen Ansatz wird kein Trader auf lange Sicht erfolgreich sein. ... mehr

Halvers Woche: "Das Börsenwort des Jahres 2017"
Börse Frankfurt - Indizes - 15.12.2017
15. Dezember 2017. MÜNCHEN (Baader Bank). Es ist die Zeit der Wörter des Jahres. Was könnte wohl das Börsenwort des Jahres 2017 sein? Ich schlage "Risikounbekümmertheit" vor. Denn obwohl überall Risiken lauern, schweben - ähnlich wie bei Peter Schillings Major Tom "Völlig losgelöst von der Erde" - die Aktien völlig schwerelos. Es ist ja völlig verständlich, dass sich Chancen in steigenden Aktienkursen niederschlagen. ... mehr

DAX ohne wirklichen Drang nach oben – Wall Street fiebert Steuerreform entgegen
CMC Markets - Marktberichte - 15.12.2017
Nach dem Verfall am Mittag kam tatsächlich etwas Bewegung in den deutschen Aktienmarkt. Angeschoben von einer starken Wall Street und einem Euro wieder auf dem Rückzug konnte der DAX zwischenzeitlich wieder die Pluszone erreichen. Aber für mehr reichte es nicht. Und es spricht vieles dafür, als würden die Impulse für eine Jahresendrally und einen Ausbruch über die obere Begrenzung bei 13.200 Punkten auch bis Weihnachten ausbleiben. ... mehr

Anleihen: Alles schon eingepreist
Börse Frankfurt - Bonds - 15.12.2017
15. Dezember 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es war eine Woche der Zentralbanken, doch die Aufreger blieben aus: Am Mittwoch erhöhte die US-Notenbank, wie erwartet, das Leitzinsband auf 1,25 bis 1,50 Prozent, am Donnerstag hielt die EZB - ebenfalls wie erwartet - die Füße still. Daher kam es auch zu keiner Reaktion am Anleihemarkt: Der Euro-Bund-Future liegt am Freitagmittag bei 163,52 Punkten, vor einer Woche waren es 163,35 Prozent. ... mehr

Euwax Trends: DAX am Hexensabbat im Minus - Bundesbank erhöht BIP-Prognose
Börse Stuttgart - Marktberichte - 15.12.2017
Am heutigen dreifachen Verfallstermin an den Terminbörsen (Hexensabbat) kann es zu unerklärlichen Kursverwerfungen kommen. Deshalb haben Börsianer das Bild der tanzenden Hexen erfunden. Schon im Vorfeld versuchen professionelle Anleger, die Kurse in eine für sie günstige Richtung zu schieben. An einem Hexensabbat verfallen drei Arten von Termingeschäften: Optionen auf Einzelaktien, Optionen auf Indizes und Futures auf Indizes. Deshalb spricht man von einem “Großen Verfallstermin”. ... mehr

Sektion US-Märkte & Indizes: S&P 500 - Der starke Widerstand an der trendbegrenzenden Linie bestätigt sich!
Formationstrader I S. Grass - Indizes - 15.12.2017
Tageschart (kurzfristig) In der letzten Tagesausgabe schrieb ich: Trotz des neuen Allzeithochs würde ich den Leitindex weiterhin innerhalb seiner Konsolidierung sehen, die noch nicht nachhaltig beendet wurde. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über den trendbegrenzenden Widerstand würde meine Meinung ändern. Der S&P 500 ist somit anfällig für einen Abverkauf, der unterhalb der 2.657er Marke einsetzen könnte. ... mehr

Halvers Kapitalmark Monitor: Geldpolitisch ist auch 2018 das ganze Jahr Weihnachten
R. Halver I Baader Markets - Indizes - 15.12.2017
Auf ihren Notenbanksitzungen verhalten sich Fed und EZB erwartungsgemäß und damit Finanzmarkt-schonend. Anlegerfreundlich fallen daneben auch die Ausblicke aus. Während sich die Fed nur auf den ersten Blick restriktiv zeigt, muss in Europa auch angesichts politischer Risiken wie den Nationalwahlen in Italien niemand Angst vor einer Zinswende der EZB haben. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<