Kolumnen & Analysen

Tagesausblick Renten/Devisen: US-Zinsschritt erwartet – aber wie geht es weiter?
Helaba Floor Research - Forex - 13.12.2017

Heute wird die US-Notenbank mit hoher Wahrscheinlichkeit das Leitzinsband um 25 Basispunkte auf 1,25-1,50% erhöhen. Die Mehrheit der FOMC-Mitglieder, inklusive Fed-Chefin Yellen, hat einen solchen Schritt angekündigt und er wird marktseitig eskomptiert. Spannender ist daher die Frage, wie es 2018 weitergehen wird. Aufgrund des voll ausgelasteten Arbeitsmarktes und eines Wirtschaftswachstums nahe rund 2,5 Prozent dürfte am Pfad gradueller Leitzinsschritte festgehalten werden. Einziger Wermutstropfen ist der geringe Preisdruck. Heute stehen die Verbraucherpreise zur Veröffentlichung an. Ein energiepreisbedingter Anstieg der Gesamtrate ist im November zu erwarten. Zwar entwickelt sich die Kernteuerung mit einer Jahresrate von 1,8 % moderat, die Vollbeschäftigung lässt aber auf einen allmählichen Anstieg der Stundenlöhne schließen, wodurch wiederum die Kerninflation angeschoben werden dürfte. Zudem trägt die geplante Steuerreform zu einem Anstieg der privaten Nachfrage bei und erleichtert Notenbankern die Entscheidung zugunsten weiterer Zinserhöhungen. Entsprechend gehen wir davon aus, dass sich die Leitzinsprojektionen im Vergleich zum letzten Mal im September kaum verändert haben. Die Mehrheit der FOMC-Mitglieder wird wohl drei weitere Erhöhungen bis Ende 2018 für angemessen halten. Da bislang „nur“ zwei weitere Schritte vollständig eingepreist sind, könnte es zu einer fortgesetzten Anpassung der Erwartungen kommen.



Während die US-Notenbank am Zinserhöhungspfad festhält, zeichnet sich bei der morgen anstehenden EZB-Entscheidung keine Änderung ab. Dies gilt auch mit Blick auf die Forward Guidance, wonach eine Verlängerung des ab Anfang 2018 reduzierten QE-Programms über den September hinaus fortgesetzt werden kann und wonach es keine Hinweise auf eine baldige Erhöhung der Leitzinsen gibt. Die EZB vollzieht den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik sehr vorsichtig, was den einen oder anderen Marktteilnehmer enttäuschen könnte.

Bund-Future: Technik unterstützt noch.



Im Vorfeld der US-Notenbanksitzung zeigte sich der Bund-Future geschwächt. Die positive ZEW-Umfrage zur aktuellen Lage sorgte für Abgabedruck. Der richtungslose Handel der letzten Woche setzt sich aber per saldo fort. Die technische Indikatorenlage trübt sich ein, wenngleich MACD, DMI und Stochastic noch im Kauf stehen. Zudem ist der Oktober-Aufwärtstrend noch intakt. Vonseiten des ADX und des Kursmomentums sind die Vorgaben als positiv einzustufen. Der erste Widerstand liegt am Kontrakthoch bei 163,78. Darüber bestehen weitere Hürden bei 163,92 und bei 164,52. Unterstützungen lokalisieren wir bei 163,17 und bei 162,79. Auf fundamentaler Seite könnte der Bund-Future belastet werden. Aller Voraussicht nach wird die Fed heute eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 1,25 bis 1,50 % einleiten. Der Fokus dürfte deshalb verstärkt auf die Projektionen für 2018 gerichtet sein. Trading-Range: 162,79 – 163,64.

Notenbanken könnten Euro belasten



Im Vorfeld wichtiger Notenbankentscheidungen hat sich der Euro unterhalb der bei 1,1802 verlaufenden 100-Tagelinie abgeschwächt und auch die bei 1,1759 liegende 55-Tagelinie wurde gestern durchbrochen. Ein Anstieg der US-Verbraucherpreise, eine Zinserhöhung der Fed und die Aussicht auf weitere Schritte im Jahr 2018 dürften den Euro heute weiter belasten. Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass es die EZB mit der geldpolitischen Wende nicht besonders eilig hat. Zudem bleibt das technische Bild mit intakten Verkaufssignalen und einem negativen Kursmomentum getrübt. Unterstützungen lokalisieren wir bei 1,1728 und 1,1712. Widerstände oberhalb der 100-Tagelinie sind um 1,1815 und bei 1,1860 zu finden. Trading-Range: 1,1730 – 1,1820.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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