Kolumnen & Analysen

Grüner Fisher: "Anlegerfehler 2018"
Börse Frankfurt - Indizes - 12.01.2018

12. Januar 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Die Aktienmärkte haben ein intaktes Bullenmarktjahr 2017 hinter sich. Einzig die Währung sorgt aus deutscher "Eurosicht" für Ernüchterung. Die Gründe für neuen Optimismus sind dennoch vielfältig: Steuerreformen, Alternativlosigkeit der Aktien oder auch eine schwindende politische Unsicherheit. Eine Herausforderung für 2018 wird sein, mit diesem Optimismus richtig umzugehen.

Unterschiedliche Welten



Nicht alle Anleger agieren nach demselben Muster - eher prallen aktuell zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite haben Anleger ihr Geld weiterhin "konservativ" investiert: 70 Prozent der liquiden Mittel deutscher Anleger liegen in festverzinslichen Anlagen. Das Deutsche Aktieninstitut zählte 2016 dagegen nur 4,4 Millionen direkte Aktionäre - ohne steigende Tendenz.

Obwohl festverzinsliche Anlagen kaum noch Renditen bringen, bewegt sich also die "große" Anlegergruppe noch immer nicht in die Aktienmärkte. Anscheinend ist die Stimmung bei Aktien noch nicht gut genug, beziehungsweise der Leidensdruck im festverzinslichen Bereich immer noch erträglich! Auch psychologische Hürden gilt es zu nehmen: Wer sich schon vor Jahren bei weitaus niedrigeren Indexständen nicht in die Aktienmärkte getraut hat, tut sich heute umso schwerer, diesen Schritt zu vollziehen.

Auf der anderen Seite stehen die Anleger, die schon seit geraumer Zeit am Aktienmarkt investiert sind. Sie sind die Bullenmarktrenditen inzwischen gewohnt, fast schon gelangweilt von der "normalen" Marktrendite und suchen lieber nach besonders lukrativen Anlagen. Gier macht sich breit. Nur noch die besten Sektoren, die besten Länder, die besten Aktien! Globale Diversifikation - wozu soll das nützlich sein? Mit dieser Einstellung begeben sich Anleger bereits heute auf den Präsentierteller, um im nächsten Bärenmarkt mit voller Breitseite abgeräumt zu werden.

Anleger wandeln gerne in Extremen



Angst und Gier, die beiden Hauptgegner im Kampf um den Transfer der Marktrendite ins eigene Portfolio. Ich habe es in vorangegangenen Kolumnen immer wieder thematisiert, dass in Deutschland die gesunde Mitte der Anleger fehlt. Anleger, die Aktien als unverzichtbaren Teil der Altersvorsorge und des langfristigen Vermögensaufbaus schätzen - ohne sich dabei auf die Jagd nach der schnellen Rendite zu begeben.

Leider haben sich diese Rahmenbedingungen auch zu Beginn 2018 noch nicht verändert: Die gesunde Mitte ist immer noch schwach vertreten. Unzählige "Anleger" diskutieren sich die Köpfe heiß, ob es sich noch lohnt, in Bitcoins einzusteigen, oder welche alternative Kryptowährung die besten Chancen hat - und fast alle Teilnehmer dieser riesigen Diskussion haben eines gemeinsam: Sie haben sich in ihrem ganzen Leben noch nie Gedanken darüber gemacht, Aktien zu kaufen.

Die gesunde Mitte 2018



Vermeiden Sie Höhenangst und legen Sie Ihre ungerechtfertigten Vorurteile gegenüber den Aktienmärkten ab, falls Sie noch welche haben. Es ist noch nicht zu spät, vom laufenden Bullenmarkt zu profitieren. Vergessen Sie dabei aber nie: Aktienmärkte sind nicht dazu da, schnell reich zu werden! Vertrauen Sie auf die globale Diversifikation, denken Sie langfristig und halten Sie Ausschau nach Qualität.

Fazit



Vermeiden Sie die klassischen Anlegerfehler. Optimismus wird in 2018 ein dynamischer Treiber für den reifen Bullenmarkt sein, aber gleichzeitig auch eine Fehlerquelle. Weniger Angst, mehr Gier - das könnte eine Marschroute für 2018 sein. Das beste Mittel, um auch im bunter werdenden Treiben an der Börse unbeeindruckt zu bleiben: Setzen Sie auf Qualität.

Die Kapitalmarktprognose für 2018 von Grüner Fisher Investments ist in Kürze fertiggestellt. Sie können sich diese detaillierte Studie bereits jetzt unter www.gruener-fisher.de kostenlos anfordern.

4. Januar 2018, © Grüner Fisher

Über den Autor
Thomas Grüner ist Gründer und Chief Investment Officer von der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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