Kolumnen & Analysen

Wochenausblick: Gemischte Signale
Börse Frankfurt - Indizes - 19.02.2018

19. Februar 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Von den Verlusten zu Beginn des Monats konnten sich die Aktienbörsen in der vergangenen Woche ein wenig erholen. Der deutsche Aktienindex legte knapp 3 Prozent auf 12.451 Punkte zu. Gleichzeitig schaffte der Dow Jones Industrial ein Plus von 4,25 Prozent.

Für Chris-Oliver Schickentanz spricht aus aktueller Sicht nichts gegen eine Fortsetzung der Aufholbewegung. "Da vergleichsweise wenige brisante Daten vorgelegt werden, sollte die Entspannung nicht gefährdet sein", urteilt der Analyst der Commerzbank.

Zum Handelsstart am Wochenbeginn liegt der DAX bei rund 12.500 Punkten gut 1 Prozent im Plus.

"Aktienmärkte scheinen mittlerweile Boden gefunden zu haben", folgert Jan Edelmann, der die hohen Kursverluste in erster Linie der Liquidierung offener Positionen, technischer Faktoren und der kurzzeitigen US-Dollar-Aufwertung zuschreibt. Der Analyst der HSH Nordbank geht bei Rückkehr des Risikoappetits der Investoren davon aus, dass die Märkte ihre Verluste wieder vollständig werden wettmachen können.

Quartalsberichte zumeist positiv



Für dieses Szenario spräche auch der Verlauf der Unternehmenszahlen für das vierte Quartal. Sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks seien größere Enttäuschungen bislang ausgeblieben. 340 Konzerne aus dem S&P 500 hätten ihre Bücher bereits offengelegt, während die Berichtssaison in Europa an Fahrt aufnehmen und aller Voraussicht nach erfreuliche Ergebnisse liefern werde. Die Weltwirtschaft lege weiterhin zu, Menschen in Europa, den USA und China konsumierten so viel wie seit langem nicht und auch die US-Dollar-Schwäche dürfte hiesige Unternehmen vor keine allzu großen Probleme stellen, wie Edelmann schätzt. Denn ein schwächerer US-Dollar gehe mit einem gesunden konjunkturellen Umfeld einher, was der exportorientierten deutschen Volkswirtschaft trotz starker Gemeinschaftswährung tendenziell zu Gute komme. Nach den Turbulenzen am Markt seien deutsche Aktien im Vergleich zu S&P-Unternehmen nun auch wieder fair bewertet.

Mangelnde Haushaltsdisziplin könnte Anleger verschrecken



Ein Risiko für die transatlantischen Rentenmärkte sei dabei die Fiskalpolitik, sollte sich die US-Regierung auf kräftig steigende Haushaltsdefizite einlassen. "Eine solche prozyklische Politik könnte dazu führen, dass sich wichtige ausländische Käufergruppen zurückziehen." In Europa sei das noch kein Thema, doch zeichne sich auch bei der künftigen Bundesregierung ein derartiges Ausgabeverhalten ab. "Wohl auch deshalb steigt derzeit die Verzinsung von Bundesanleihen relativ stärker als die der übrigen europäischen Staatsanleihen."

Kurzfristig bleibt es wackelig



Aus technischer Perspektive sorgen nach Ansicht von Franz-Georg Wenner die deutlichen Verluste von rund 11 Prozent in 13 Tagen zwar für einige Schlagzeilen. Historisch betrachtet seien die Bewegungen aber nicht ungewöhnlich. Im Durchschnitt habe der DAX seit 1988 ausgehend vom Jahreshoch bis zum Jahrestief rund 17 Prozent eingebüßt. "Lediglich der geringe Zeitraum von gut zwei Handelswochen ausgehend vom zuvor erreichten Rekordhoch war überraschend", meint der technische Analyst vom Börsenbrief Index Radar. In der langfristigen und damit für strategische Investoren maßgeblichen Perspektive habe der jüngste Einbruch bisher kaum Schaden angerichtet. "Nach wie vor ist der seit Ende 2009 bestehende Aufwärtskanal intakt, der übergeordnete Trend daher weiter als positiv einzuordnen." Mit der Korrektur sei der DAX lediglich in die Unterstützungszone um 12.000 bzw. 12.300 Punkte gelaufen und versuche hier eine Stabilisierung. Selbst wenn diese scheitern sollte, verlaufe noch um 11.340 Zähler die maßgebliche Aufwärtstrendlinie. "Solange der hiesige Bluechip-Index die Gerade behauptet, sind weiter steigende Kurse wahrscheinlicher als eine größere Korrektur," glaubt Renner.

Allerdings: Kurz- bis mittelfristig blieben die Perspektiven hingegen durchwachsen. Erst bei einer Rückeroberung der langsam fallenden 200-Tage-Linie und damit auch der Barriere um 12.800 bzw. 12.900 Punkte würde der DAX hinreichend starke Signale für ein Ende der Korrektur liefern, lautet die Erwartung des Analysten.

Hürden verstellen Blick nach oben



Das sieht Ulrich Wortberg ähnlich. Der DAX markierte vor einer Woche sein vorläufiges Tief bei 12.003 Punkten und habe sich seitdem zwar erholt. "Allerdings ist es ihm bislang nicht gelungen, wichtige Hürden zu überwinden", führt der technische Analyst der Helaba an. Entscheidend sei der Bereich von 12.612 bis 12.746 Punkten. Hier lägen ehemalige Hoch- und Tiefpunkte, die 200-Tagelinie sowie das 38,2 Prozent-Retracement des Abwärtsimpulses der letzten drei Wochen. "Hinweise auf einen Test dieser Marken gibt es nicht." Vielmehr verstehe Wortberg die Erholung als Korrektur. Der Abwärtsimpuls sei weiterhin intakt, worauf der hohe ADX hinweise.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten



Dienstag 20. Februar

11.00 Uhr. Deutschland: ZEW-Umfrage, Februar. Für ein leichtes Abflachen der Konjunkturerwartungen, die bei rund 350 Volkswirten, Analysten und Fondsmanagern allmonatlich abgefragt werden, sieht die NordLB keinen Grund. Da die Beurteilung wohl auch im Februar in der Nähe des im Vormonat erreichten historischen Höchstwertes verbleiben werde, deute vieles darauf, dass der Aufschwung zur Jahresmitte gegenüber der augenblicklich schon glänzenden Verfassung nochmals an Tempo zulegen werde. Die Analysten der NordLB rechnen mit 14,5 Punkten für die Konjunkturerwartungen und 93,7 Punkten für die Lagebeurteilung.

Donnerstag 22. Februar

10.00 Uhr. Deutschland: ifo Geschäftsklimaindex Februar. Nachdem der Geschäftsklimaindex - wie schon im November - mit 117,6 Punkten im Januar auf den höchsten jemals gemessenen Wert geklettert war, erwarten die Analysten der NordLB für diesen Monat einen annähernd so hohen Wert für die Einschätzungen sowohl zur derzeitigen Geschäftslage als auch zu den Erwartungen an die Situation in sechs Monaten. Es spreche derzeit wenig für eine merkliche Eintrübung der Jubelstimmung bei den rund 7.000 befragten Unternehmenslenkern.

von: Iris Merker
19. Februar 2018, © Deutsche Börse AG

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