Trading Business News

Manuell oder automatisch handeln – warum Sie sich nicht entscheiden müssen
Sebastian Hell I QTrade - Trading Business - 15.12.2017

Liebe Leser,

wir haben in den vergangenen Wochen an dieser Stelle so manche Strategie für den Handel mit Forex- oder CFD-Instrumenten in den Mittelpunkt gestellt und auf Herz und Nieren geprüft. Vermutlich haben Sie, werte Leserschaft, das eine oder andere kennengelernt, dass Ihnen gerade als Einsteiger in dieser Weise nicht oder nur unvollständig bekannt war. Festgestellt haben Sie vor allem eines: Ohne einen auf die persönlichen Ziele ausgerichteten strategischen Ansatz wird kein Trader auf lange Sicht erfolgreich sein. Zu komplex ist der Finanzmarkt, als dass Sie allein mit Glück und dem nötigen Fingerspitzengefühl Ihr Ziel erreichen werden. Es braucht also ein passendes Regelwerk – eine Strategie. Die Frage hierbei ist, ob diese nun ausschließlich manuell oder automatisch umgesetzt werden soll. Eines sei dabei bereits verraten. Aus professioneller Sicht sind automatisierte Handelssysteme und manuelle Orders im Grunde zwei Seiten einer Medaille.

Automatisches Trading und manuelle Orders können sich ergänzen



Beide Konzepte können in der richtigen Situation Ihre Aktivitäten zum Erfolg führen. Das klassische „Gewusst wie …“. Um es noch präziser zu sagen, viele Trader setzen gezielt auf den gesunden Mix einer automatisiert ausgeführten Strategien und gelegentlichen manuellen „Interventionen“. Darüber hinaus existieren am Markt halbautomatische Systeme, die genau diese Kombination berücksichtigt und Nutzern zur Verfügung stellt. Übrigens: Lassen Sie sich nicht vom Begriff „mechanisch“ abschrecken, der in der Praxis dasselbe bedeutet wie „automatisch“.

Manueller Handel hat beim Umfang klare Grenzen



Der augenfälligste Unterschied zwischen ihren manuell ausgeführten Orders und den Positionen, die Sie automatisch über das System Ihrer Wahl ausführen lassen, ist darin sehen, dass die Handelssysteme deutlich komplexere Rahmenbedingungen aufweisen. Wenn Sie als Händler „von Hand“ eine Order auf der Handelsplattform Ihres Brokers platzieren, wird sich diese in aller Regel mit einigen grundlegenden Eigenschaften zufriedengeben. Für eine manuelle Ausführung sind allzu viele und insbesondere extrem aufwendig entwickelte Algorithmen schlicht und ergreifend kaum umsetzbar. Nicht nur Laien laufen hier Gefahr, früher oder später den Überblick zu verlieren. Einem Computer hingegen fällt die Umsetzung selbst aufwendigster Strategien nicht schwer, sodass sie auch in akuten sehr volatilen Phasen des Marktes funktionieren können. Natürlich immer vorausgesetzt, dass Sie die richtige Strategie für den Moment definiert haben. Dies wiederum ist eine goldene Regel, die gleichermaßen beim manuellen wie automatischem Trading gilt.

Automatisches Trading birgt ebenfalls Risiken und ist aufwendig



Jede Strategie ist nur so lange gut, bis das Gegenteil bewiesen ist. Was einfach klingt, vergisst mancher Anwender aber beim aktiven Handel. Doch wer zu lange auf das falsche Pferd – also eine unpassende Strategie – setzt, muss schmerzliche Verluste hinnehmen. Automatisiert zu handeln, heißt also nicht, sich entspannt zurückzulehnen und nur dem Zuwachs des Kontostandes zuzusehen. Auch hier entsteht Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, regelmäßig Arbeit. Sie müssen die verbuchten Ergebnisse abgleichen und bei schlechtem Abschneiden Anpassungen vornehmen oder die bisher verfolgte Strategie vollends verwerfen und durch eine andere ersetzen. Trading ist immer mit einem gewissen Aufwand verbunden, Ihr Anspruch entscheidet jedoch über das Ausmaß der Mühen.

Gerade wenn Sie sich als Scalper (wir berichteten an dieser Stelle bereits über das sogenannte Scalping) verstehen oder kurzfristig im Bereich Daytrading ihre Chancen sehen, sind immer wieder der Situation am Markt gerecht werdende Korrekturen, Umstellungen und Erweiterungen notwendig. Letztlich könnte man zudem sagen, dass die Übergänge zwischen manuellem und automatischen Trading fließend sind.

Eigene Strategie oder vorgegebene Signalgeber von Dritten?



Schließlich legen Sie selbst die Parameter für Ihre Strategie fest. Es sei denn, sie bevorzugen von anderen Händlern entwickelte Strategien, die sich bereits bewährt haben und nicht zunächst ausführlichen Tests unterzogen werden müssen. Eines jedenfalls gelingt Ihnen durch automatisiertes Handeln. Sie werden in diesem Fall nicht mehr zum Opfer voreiliger Entscheidungen. So etwas wie ein Bauchgefühl kennen die Systeme nun einmal nicht. Sie arbeiten streng nach Vorgabe und interessieren sich wenig für die emotionalen Momente an der Börse – bis Sie die Parameter ändern oder manuell eingreifen, wenn das System dies zulässt. Ein Vorteil der Systeme ist natürlich darin zu sehen, dass sie binnen kürzester Zeit deutlich mehr Orders platzieren können. Von Hand wird Ihnen dies nicht gelingen. Fans des Hochfrequenzhandels, der auch bei privaten Anlegern zunehmend auf Zuspruch stößt, werden allemal auf Handelssysteme zurückgreifen müssen.

Höhere Handelsfrequenzen durch Automatik generieren?



Wenn Sie normalerweise nur gelegentlich Traden und nun eine Ausweitung der Aktivitäten planen, lohnt es sich auf jeden Fall, dem Umstieg auf ein Handelssystem beziehungsweise eine Erweiterung ihres Horizonts in Betracht zu ziehen. So können Sie auch zu Zeiten spekulieren, in denen Sie sonst aussetzen müssten – etwa aus beruflichen Gründen. Fragen sollten Sie sich vor dem Einstieg, welches Handelssystem am besten zu Ihnen passt. Einige Systeme setzen auf die Technische Analyse (Charttechnik), während andere auf Basis der Fundamentalanalyse arbeiten. Beide Analyse-Modellen werden wir an dieser Stelle in eigenen Kolumnen noch eingehend mit Vor- und Nachteilen thematisieren.Bei der Wahl der angemessenen Strategie spielen persönliche Interessen, das Kapital- und Risikomanagement sowie die Handelszeiten eine Rolle, zu denen Sie Orders für Käufe und Verkäufe am Markt platzieren möchten.

Um systematisch vorzugehen, benötigen Sie Handelsindikatoren, was eine weitere Parallele zwischen dem manuellen und automatisierten Trading darstellt. Denn nur wenn Sie rechtzeitig Signale für den Einstieg und Ausstieg erkennen, können Sie erfolgreich handeln.

Autor Sebastian Hell, Geschäftsführer QTrade, www.qtrade.de

Die obenstehende Kolumne wird Ihnen präsentiert von QTrade (www.qtrade.de)!
Weitere Artikel von Sebastian Hell finden Sie auch unter https://qtrade.de/tradingblog

Über den Autor & Qtrade
Sebastian Hell hat Internationale Finance in Deutschland und den USA studiert. Er berät Vermögensverwalter und Hedge Fonds bei der Umsetzung von Handelsstrategien und veröffentlich regelmäßig im Auftrag von QTrade (www.qtrade.de) Kolumnen über die Finanzmärkte. QTrade mit Sitz in München bietet seinen Kunden neben Top-Handelskonditionen umfangreiche Zusatzsoftware für den MetaTrader 4 und 5 wie Actionlines, Sekunden-Trader, QCentral, QSnap und vieles mehr! Mehr Infos unter www.qtrade.de

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