Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: EZB-Sitzung und Katalonien-Konflikt im Fokus
Helaba Floor Research - Forex - 23.10.2017

Der Konflikt zwischen Katalonien und der spanischen Zentralregierung spitzt sich weiter zu. Am Samstag hat der Ministerrat in Madrid beschlossen, Katalonien mit Anwendung des Artikels 155 die Autonomierechte zu entziehen. In Barcelona gab es heftige Proteste, zu größeren Ausschreitungen kam es aber nicht. An den Finanzmärkten spielt die Auseinandersetzung bislang eine untergeordnete Rolle. Im Fokus steht zudem die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Äußerungen diverser Notenbankvertreter lassen darauf schließen, dass eine Rückführung der Anleihekäufe beschlossen wird. Unbestätigten Meldungen aus EZB-Kreisen zufolge könnte das monatliche Kaufvolumen von Januar bis September auf 30 Mrd. von derzeit 60 Mrd. EUR reduziert werden. Ob es anschließend auf null gesetzt wird, bleibt offen. Es ist fraglich, ob sich die EZB schon jetzt auf einen Endtermin der Käufe festlegen will. Der Passus, wonach die Leitzinsen für eine längere Zeit und weit über den Zeithorizont des Nettoerwerbs von Vermögenswerten hinaus auf dem derzeitigen Niveau bleiben, dürfte unverändert bleiben. Dadurch sollte ein übermäßiger Renditeanstieg vermieden werden.

Schwieriges Umfeld für den Bund-Future



Der Rentenmarkt stand zum Ende der Woche unter Druck, nachdem im Verlauf ein Hoch bei 162,78 markiert wurde. Zum einen belastete der Anstieg der US-Renditen (Spekulationen über Fed-Vorsitz und Steuerreform). Zum anderen hat sich der technische Ausblick massiv eingetrübt. Der Stochastic hat nicht nur im überkauften Bereich gedreht, sondern auch seine Signallinie unterschritten. Auch der MACD sinkt und nähert sich einem Verkaufssignal. Datenseitig gibt es heute zwar keine wesentlichen Impulse für das Geschehen, die Marktteilnehmer werden sich im Vorfeld der EZB-Ratssitzung aber mit der Möglichkeit eines verringerten Stimulus seitens der Notenbank auseinandersetzen. Das Umfeld für den Future bleibt schwierig.

EUR-USD: US-Dollar erholt sich



Der Euro gab am Freitag deutlich nach, denn in den USA machten sich Spekulationen breit, wonach entweder Jerome Powell oder John Taylor die Yellen-Nachfolge antreten wird. Zudem wurden Hoffnungen geäußert, dass die Trump-Administration die Steuerreform doch noch durch das Parlament bringen kann, wenn auch mit juristischen Winkelzügen. Darüber hinaus schwelt der Katalonien-Konflikt weiter. Auch unter technischen Gesichtspunkten scheint der Euro in der Defensive zu sein. So ist das übergeordnete Bild im Wochenchart als belastend einzustufen, auch wenn der DMI noch auf Kauf steht. Der ADX gibt jedoch auf hohem Niveau nach und MACD sowie Stochastic sinken unterhalb ihrer Signallinien. Sah es im Wochenverlauf noch so aus, als ob der Euro den Abwärtstrendkanal nach oben verlassen würde, zeigt sich nun, dass der Trend weiterhin tonangebend ist. Erste Unterstützung findet sich bei 1,1730. Entscheidend auf der Unterseite ist unseres Erachtens aber die Zone 1,1661/67.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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