Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: Datenflut und Zentralbankreden im Blick
Helaba Floor Research - Forex - 14.11.2017

Heute stehen zahlreiche Datenveröffentlichungen auf dem Programm. Den Auftakt gibt die erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland. Wir gehen davon aus, dass sich die Dynamik im dritten Quartal knapp gehalten hat. Zwar kam es in den Monaten Juli bis September zu einer Wachstumshalbierung des industriellen Outputs, der Außenbeitrag ist im September aber gestiegen. Die Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft sind sehr gut. Darauf dürfte heute die ZEW-Umfrage hinweisen. Die sentix-Befragung liefert eine positive Indikation, denn Lage- und Gesamtindex haben im November neue Allzeithochs markiert und der Erwartungsindex liegt auf dem höchsten Stand seit Mai 2015. Vor diesem Hintergrund zeichnet sich ein erneuter Anstieg des ZEW-Saldos der Konjunkturerwartungen ab. Wir halten einen Wert oberhalb der Konsensschätzung für möglich. Bezüglich des Q3-Wachstums in der Eurozone könnte die Vorabschätzung von 0,7 % VQ leicht nach unten angepasst werden, aber auch hier gilt, dass der Konjunkturausblick weiterhin positiv ist. In den USA liefern heute die Erzeugerpreise eine wichtige Indikation für die Inflationsentwicklung im Oktober. Preisdruck zeichnet sich nicht ab, allerdings sei auf die deutlich gestiegenen Ölnotierungen hingewiesen. Dies macht steigende Preise im November möglich. Die Kernteuerung bleibt aber moderat, sodass die US-Notenbank nicht unter Druck steht, die Abfolge der Leitzinserhöhungen zu beschleunigen. Am Pfad gradueller Schritte wird wohl festgehalten und eine Erhöhung im Dezember ist wahrscheinlich. In diesem Zusammenhang sei auf die Euro Finance Week und die EZB-Konferenz in Frankfurt hingewiesen. Heute sprechen unter anderem die Chefs der großen Notenbanken Fed, EZB, BoE und BoJ. Das Schlagzeilenrisiko ist erhöht, wenngleich grundsätzliche Richtungsänderungen nicht zu erwarten sind.

Bund-Future: Charttechnik getrübt



Der Bund-Future startete geschwächt in die neue Woche und so bleibt die technische Lage belastend. MACD, DMI und Stochastic senden Verkaufssignale und der ADX sinkt auf niedrigem Niveau. Unterstützungen lokalisieren wir bei 161,98 und 161,01 (100-Taglienie des Dezember-Kontrakts). Die ersten Hürden für den Bund-Future sehen wir um 162,80. Die zahlreichen Reden heute und im Wochenverlauf sowie die Daten zum deutschen BIP und die ZEW-Umfrage sollten per saldo wenig Impulse geben, denn geldpolitische Richtungsentscheidungen erwarten wir nicht.



EUR-USD: Risiko erneuter Verluste nicht gebannt



Die deutschen und europäischen BIP-Zahlen sowie die ZEW-Umfrage sollten den Euro zwar nicht belasten, das technische Umfeld bleibt aber getrübt und das Risiko erneuter Verluste dominant. Der Bereich 1,1730/38 stellt eine wichtige Hürde dar. Hier verlaufen der September-Abwärtstrend sowie die 100-Tagelinie. Ein Test kann aufgrund des MACD-Kaufsignals im Tageschart zwar nicht ausgeschlossen werden, das übergeordnete Abwärtsszenario ist aber intakt. Unterstützungen sind bei 1,1621 und 1,1552 zu finden.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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