Kolumnen & Analysen Märkte

Wochenbarometer Devisenmärkte - 48. KW 2017
HSH Nordbank Research - Forex - 01.12.2017

EUR testet alte Höhen nur kurz. GBP nach Zugeständnis von Großbritannien in den Brexit-Verhandlungen stärker. USD/JPY im Auftrieb. EUR/CHF klettert

Die europäische Gemeinschaftswährung ging mit deutlichem Rückenwind in die zurückliegende Berichtswoche. Die anhaltend erfreulichen Konjunkturdaten aus der Eurozone (u.a. Ifo-Rekordhoch) schob EUR/USD zum Wochenbeginn bis fast auf 1.1950. Die Zurückeroberung dieser Marke währte allerdings nur kurz. Denn das auf breiter Flur positive Sentiment im Dollar-Raum brachte das Leitwährungspaar unter Druck: So konnte die US-Wirtschaft im dritten Quartal um 3,3 % auf annualisierter Basis expandieren. Das positive Statement von Fed-Präsidentin Janet Yellen zur Wirtschaftsentwicklung sowie die Ankündigung designierten Feds-Chefs Jerome Powell bei seiner Anhörung im US-Senat, den graduellen Zinserhöhungskurs fortzusetzen, bescherten dem US-Dollar ein Comeback. Zudem konnten wesentliche Fortschritte bei der US-Steuerreform, auf den Weg gebracht werden. EUR/USD gab deshalb auf 1,1840 nach und könnte in der nächsten Woche weitere Verluste verbuchen. Ein starker ISMIndex (01.12.) sowie eine Zustimmung des Senats zu r Steuerreform würden dem US-Dollar vermutlich weiter Auftrieb geben.

EUR/GBP notiert bei 0,8821 und ist im Vergleich zur vorherigen Berichtswoche um 0,7 % gesunken. Für Erleichterung unter den Anlegern sorgte derweil die Nachricht am Dienstag, dass man sich auf einen Grundriss des EUAustrittsdeals Großbritanniens geeinigt hatte. Dies schlug sich deutlich in einer Stärkung des Pfunds und einer Abwertung von EUR/GBP auf unter 0,89 nieder. Trotz der Einigung auf eine Erhöhung der Austrittszahlungen (inoffiziellen Berichten zufolge einigte mach sich auf 45 bis 55 Mrd. Euro) könnte die Freude darüber schnell verfliegen, denn bis zur Frist am Montag sollte neben den Austrittszahlungen auch der Streitpunkt der Nordirlandgrenze geklärt werden. Dies könnte wieder zu einer Verzögerung der zweiten Verhandlungsrunde führen, in der unter anderem vereinbart werden soll, unter welchen Bedingungen der Handel mit der EU stattfinden wird, und somit Unsicherheit mit sich bringen.

USD/JPY notiert aktuell bei 112,21. Im Vergleich zur Vorwoche stieg der Währungskurs um 0,9 %. Die veröffentlichten BIP-Daten aus den USA für das dritte Quartal übertrafen mit 3,3 % (Q/Q, annualisiert) die Prognosen der Analysten und stärkten den Dollar gegenüber dem Yen, nachdem das Währungspaar in den vorigen Tagen sich vor allem seitwärts bewegt hatte. Selbst der bis dato stärkste Raketentest der Nordkoreaner ließ die Märkte unbeeindruckt, da dies in Washington zwar zur Kenntnis genommen, aber eine aggressive Gegenreaktion ausblieb. Die weiteren Entwicklungen in der US-Steuerreform (s. oben) und auch die ISM-Daten (01.12.) sollten beobachtet werden.

EUR/CHF konnte in dieser Woche mit 1,1725 nicht nur ein Jahres-, sondern auch ein Allzeithoch seit der Aufhebung des Mindestkurses von 1,20 im Januar 2015 erklimmen. Somit setzt der Euro seinen im Sommer beginnenden Aufwärtstrend gegenüber dem Schweizer Franken fort.

Redaktionsschluss: 30.11.2017

Autor: Marius Schad, HSH-Nordbank

Hinweis
Der Marktkommentar ist ein Auszug aus dem wöchenlich erscheinenden Wochenbarometer für die Renten- und Devisenmärkte der HSH Nordbank. Den vollständigen Bericht und weitere Publikationen erhalten Sie auf unternehmerpositionen.de und HSH-Nordbank.de

Aktuelle Kolumnen & Analysen

DOW JONES - Entscheidende Marke voraus!
Admiral Markets - Indizes - 24.02.2018
(Markt-)Technische Analyse des Dow Jones-Index DJI30 CFD innerhalb der Handelswoche 08.2018 Der große Aufwärtstrend im Dow-Jones (siehe kobaltblauer diagonaler Linienverlauf) ist mit Überschreitung der 25.300 intakt und befindet sich derzeit in einer untergeordneten Bewegungsphase in Richtung des Hochs bei 25.440. ... mehr

Grüner Fisher: Werden Korrekturen wirklich immer heftiger?
Börse Frankfurt - Indizes - 23.02.2018
23. Februar 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Hilfe, Korrektur! Wenn die Volatilität zuschlägt, prasseln negative Schlagzeilen von allen Seiten auf die Anleger ein. Möglichst große Zahlen, mit einem dicken Minus versehen, ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Es gilt, diese vermeintlich großen Zahlen in den korrekten Kontext zu setzen. ... mehr

Anleihen: Zinsanstieg legt Pause ein
Börse Frankfurt - Bonds - 23.02.2018
23. Februar 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach vielen Wochen rückläufiger Anleihekurse und anziehender Zinsen ist der Markt in dieser Woche von einer gegenläufigen Bewegung geprägt. "Der Zinsanstieg hier und in den USA scheint erst einmal ausgebremst", stellt Arthur Brunner von der ICF Bank fest. Zwar sei es klar, dass die Zeit der ultralockeren Geldpolitik vorbei sei, eine "krasse" Zinswende werde aber nicht erwartet. ... mehr

4x Report: US-Aktien in ruhigerem Fahrwasser – Walmart, Tokai Carbon und Bouygues im Fokus – Gazprom gefragt
Börse Stuttgart - Marktberichte - 23.02.2018
An den amerikanischen Aktienmärkten könnte diese Woche das Motto lauten: „Wie gewonnen, so zerronnen“, resümierte Marc Pusch von der Baader Bank AG in Stuttgart. Gegenüber der Vorwoche notieren die Indizes leicht im Minus. Die Aktien von Walmart (WKN: 860853) standen in dieser Woche im Mittelpunkt des Geschehens. ... mehr

Euwax Trends: Chance vertan - Dax tritt zum Wochenausklang auf der Stelle - TV Sternchen lässt Snapkurs abstürzen
Börse Stuttgart - Marktberichte - 23.02.2018
Zum Abschluss der Zitterwoche sucht der Dax die Richtung und pendelt um den Schlusskurs vom Donnerstag. Rückenwind kommt von der Börse an der Wall Street. VW legt Eckdaten zum Schlussquartal vor Wichtig heute neben vereinzelten Bilanzen, wie z.B. Volkswagen, auch die Zahlen zum deutschen Wirtschaftswachstum und die europäischen Inflationsdaten. Die US-Börsen hatten am Donnerstag keine gemeinsame Richtung gefunden. ... mehr

Halvers Woche: Zeigt Inflation wieder ihre hässliche Fratze?
Börse Frankfurt - Indizes - 23.02.2018
23. Februar 2018. MÜNCHEN (Baader Bank). Die Happy Hour am Kapitalmarkt - so die Angst vieler Anleger - scheint vorbei zu sein, dafür aber sein Untergang nah. Denn die Inflation werde nach einer gefühlten Ewigkeit wieder sprießen wie Unkraut im Frühling. Und dann würde das Ungemach beginnen. Denn steigt die Teuerung, steigen auch die Zinsen. Schließlich wollen Anleger einen Inflationsausgleich haben. ... mehr

Halvers Kapitalmarkt-Monitor: Über Bella Italia lacht die Sonne, über die Romanische Schuldenunion die ganze Finanz-Welt
R. Halver I Baader Markets - Indizes - 23.02.2018
Italien als drittgrößte Volkswirtschaft in der Eurozone ist Euro-systemrelevant. Sollte Italien also im Rahmen der Nationalwahlen am 4. März Euro-kritisch wählen, würde die politische Euro-Krise wiederauferstehen. Ein Euro-Austritt ist im Wahlkampf jedoch in den Hintergrund getreten. Der wirtschaftlich schmerzhafte Scheidungsprozess der Briten von der EU wirkt wohl abschreckend, zumal ein Austritt aus der Eurozone noch fatalere Auswirkungen hätte. ... mehr

Wochenbarometer Devisenmärkte - 08. KW 2018
HSH Nordbank Research - Forex - 23.02.2018
Dollar-Erholung auf breiter Flur schwächt EUR und JPY. GBP im Aufwind trotz Brexit-Sorgen. EUR/USD: Der Euro verlor gegenüber dem US-Dollar deutlich an Boden und notiert gegenwärtig bei 1,2270 US-Dollar. Die Dollar-Erholung wird auf einer breiten Front getragen. So konnte der Dollar-Index sein Sechs-Monat-Tief bei 88,14 verlassen und die Marke von 90 Zählern zurückerobern. ... mehr

Wochenbarometer Rentenmärkte - 08. KW 2018
HSH Nordbank Research - Bonds - 23.02.2018
Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen blieben nahezu unverändert zur Vorwoche und liegen aktuell bei 0,73 % (Vorwoche 0,75 %). Ihre US-amerikanischen Pendants verteidigten ihr Mehrjahreshoch aus der Vorwoche und rentieren gegenwärtig bei 2,93 %. Während die konjunkturellen Indikatoren auf beiden Seiten des Atlantiks unterschiedlich ausfielen, sollte die Italien-Wahl am ersten März-Wochenende allmählich in den Fokus des Anleihemarkts rücken. ... mehr

DAX scheitert zunächst am Widerstand – Wall Street sendet positives Signal
CMC Markets - Marktberichte - 23.02.2018
Das wichtige Signal des gestrigen Handelstages an der Wall Street war, dass es zwar wie am Dienstag und Mittwoch auch erneut Verkäufe gegeben hat, die Käufer aber den Großteil der zuvor aufgelaufenen Gewinne gegen dieses Verkaufsaufkommen verteidigen konnten. Das ist ein bullisches Signal, welches auch die vorbörsliche Indikation für die Wall Street gut aussehen lässt. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<