Kolumnen & Analysen Märkte

Bund Future - Erwartete Trading Range: 162.88-163.92
Helaba Floor Research - Bonds - 04.12.2017

Trading Range: 162.88-163.92
Tendenz fest


Die Stimmung bei den Einkaufsmanagern des verarbeitenden Gewerbes aus Italien (58.3) und Spanien (56.1) war nicht ganz so gut wie erwartet, konnte aber den guten Eindruck für die Eurozone (60.1) nicht erschüttern. In Großbritannien (58.2 nach 56.6) wird dagegen die Laune im Servicesektor trotz des nahenden Austritts aus der EU immer besser.

Beim Start in den letzten Monat des Jahres merkte man davon an den Aktienbörsen aber nichts. Losgelöst von den sehr positiven Vorgaben aus den USA entschieden sich die Anleger hierzulande für den Rückzug. Als Gründe wurden politische Unsicherheit, der feste Euro sowie das Gezerre um die US-Steuerpläne ins Feld geführt. Mit steigender Risikoaversion standen Staatsanleihen in der Gunst der Anleger wieder ganz oben.

Bundesanleihen setzten ihre Erholung zum Wochenschluss angeführt von langen und ultralangen Fälligkeiten mit hoher Dynamik fort. Ausgenommen von einigen frühen Käufern aus Fernost fanden die Umsätze überwiegend an der EUREX statt. Der anstehende Wechsel in den März 2018-Kontrakt zeichnete für einen Teil der Aktivitäten verantwortlich. Die französische AFT überraschte mit der Ankündigung, in dieser Woche „nur“ 4 Mrd. Euro in Laufzeiten November 2026, April 2029 und Juni 2039 versteigern zu wollen. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln verringerte sich auf 81 BP. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0.62 %) und Belgien (0.50 %) holten gegen Bunds knapp einen BP auf.

Die Bondmärkte der EU- Peripherie konnten mit Ausnahme Portugals ihren Pendants aus den Kernländern halbwegs folgen. Dennoch weitete sich der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (1.71 %) und spanischer Bonds (1.41 %) gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 2 BP aus. Portugiesische Staatsanleihen (1.85 %) büßten dagegen gegen Bunds 5 BP ein.

Am US- Bondmarkt haben sich die Renditen uneinheitlich entwickelt. Während die bevorstehende Zinserhöhung kurze und mittlere Fälligkeiten im Griff hält, waren lange und ultralange Laufzeiten besser gesucht. Gerüchten, wonach Ex- Sicherheitsberater Flynn mit seinen Aussagen zur Russland- Affäre Präsident Trump belasten werde, verunsicherten die Anleger. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries ermäßigte sich deutlich auf 63.5 BP. In Fernost geben US- Treasuries nach der Billigung des Gesetzentwurfs zur Steuerreform durch den US-Senat deutlich nach. Die asiatischen Aktienbörsen starten uneinheitlich in die neue Börsenwoche.

Der Bund- Kontrakt (163.54) legte 96 Stellen zu, Bobl (131.77) und Schatz (112.26) gingen 29 bzw. 8 ½ Ticks höher aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 0.32 %, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigte sich auf 101 BP. 10-jährige US- Treasuries rentieren einen BP niedriger bei 2.40 %. Der Euro verbilligt sich auf 1.187 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steigt auf 58 Dollar.



Datenseitig startet die erste Börsenwoche im Dezember recht verhalten. Das Sentix-Investorenvertrauen (33.6) im Euroraum sowie Auftragseingänge bei der US-Industrie (-0.4 %) bieten nur wenig Ansatzpunkte. Produktion und Aufträge in Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie die Einkaufsmanagerindizes aus dem Dienstleistungssektor dies und jenseits des Atlantiks überbrücken dann die Zeit bis zum US- Arbeitsmarktbericht am Freitag.

Am Primärmarkt stockt die Finanzagentur des Bundes die 10-jährige Bundesanleihe zur Wochenmitte um 2 Mrd. Euro auf. Spanien stockt am Donnerstag 5-,10- und 24- jährige SPGBs sowie 4- jährige Linker um voraussichtlich 3.5-4.5 Mrd. Euro auf. Frankreich versteigert 4 Mrd. Euro in Laufzeiten November 2026, April 2029 und Juni 2039. Großbritannien bietet 6-jährige Gilts im Volumen von 2.75 sowie 30-jährige über 2.25 Mrd. GBP an.

Technik



Der Bund-Future baute seine Gewinne mit hoher Dynamik aus, markierte ein neues Kontrakthoch bei 163.92 und schloss (163.54) 96 Stellen über Vortagsniveau. Das technische Bild im Tageschart hellt sich weiter auf. Auf Wochenbasis mahnt das überkaufte Niveau zur Vorsicht.

Widerstände sehen wir bei 163.81 (Wochentrend), 163.92 (Hoch v. 01.12.), 164.36 (Tief v. 25.08.cont.), 164.59 (Trendlinie), 164.84 (Tief v. 05.09.cont.) und 165.18 (Tief v. 07.09./Gap).

Unterstützungen liegen bei 163.32 (Hoch v. 28.11.), 163.10 (Hoch v. 29.11.), 162.88 (Hoch v. 30.11.),162.59 (Tief v.01.12.), 162.38 (Trendlinie), 162.24 (Tief v. 30.11.), 162.02 (Tief v. 13.11.) und 161.91 (Tief v. 14.11.).

Unterstützungen 163.32 163.10 162.88
Widerstände 163.81 163.92 164.36


Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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