Kolumnen & Analysen Märkte

Bund Future - Erwartete Trading Range: 163.01-163.92
Helaba Floor Research - Bonds - 13.12.2017

Trading Range: 163.01-163.92
Tendenz leichter


Die Märkte bereiten sich auf den Entscheid der US- Notenbank vor. Eine weitere Zinserhöhung ist ausgemachte Sache, die weiteren Schritte könnten konkretisiert werden. Da sich die Besetzung des geldpolitischen Rates aber im neuen Jahr deutlich verändert, sollte den mit Spannung erwarteten Projektionen nicht allzu große Bedeutung beimessen. Neben Präsidentin Yellen und dem bereits zurückgetretenen Stanley Fischer scheidet auch William Dudley aus dem Gremium aus. Marvin Goodfriend, ein anerkannter „Falke“ wird als Nachfolger gehandelt.

Herbe Klatsche für Donald Trump! Im konservativen Alabama hat der Demokrat Jones die Senats- Nachwahl überraschend gewonnen. Dadurch ist die Mehrheit der Republikaner im Senat auf nur noch eine Stimme geschrumpft. Trump hatte den umstrittenen republikanischen Kandidaten Moore bis zuletzt unterstützt.

Unterdessen bestätigten die Ergebnisse der ZEW- Umfrage das positive Wachstumsszenario in Deutschland. Während die Lagebeurteilung im Dezember nochmals gestiegen ist, zeichnet sich bei den Konjunkturerwartungen eine leichte Stimmungseintrübung ab. Die Auswirkungen der Umfragen auf das Handelsgeschehen waren jedoch zu vernachlässigen. Die Anleger hielten sich vor dem Zinsentscheid zurück.

Bundesanleihen konnten nicht an die gute Performance der Vortage anknüpfen. Während sich die Abgabebereitschaft bei kurzen und mittleren Titel in Grenzen hielt, gerieten lange und ultralange Laufzeiten stärker unter Druck. Umsätze fanden überwiegend in den Terminkontrakten an der EUREX statt. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln weitete sich auf 83.5 BP aus. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0.64 %) und Belgien (0.50 %) hielten ihren Abstand zu Bunds.



Anleihen der EU- Peripherie verloren mehr als ihre Pendants in den Kernländern. Sorge vor hohem Mittelbedarf im ersten Quartal des neuen Jahres schreckte Investoren ab. Auch das Angebot des italienischen Schatzamtes, kurze Laufzeiten in ultralange Fälligkeiten zu tauschen, traf nicht den Geschmack der Anleger. Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (1.69 %), spanischer (1.45 %) und portugiesischer Bonds (1.80 %) weitete sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 3 BP aus.

Am US- Bondmarkt sind die Renditen im Zuge höherer Preisdaten leicht gestiegen. Erzeugerpreise (0.4 %/3.1%; Kernrate 0.3 %/2.4 %) signalisieren zunehmenden Inflationsdruck und stellen den nächsten Zinsschritt der Fed nicht in Frage. Nur ultralange Laufzeiten zeigen sich unbeeindruckt, die Nachfrage bei der Auktion 30-jähriger Bonds war überdurchschnittlich. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries verringerte sich auf 60 BP. In Fernost tendieren US- Treasuries gut behauptet. Die asiatischen Aktienbörsen liefern ein uneinheitliches Bild. In Tokio gibt der Nikkei gibt trotz überzeugender Maschinenaufträge (5 %/2.3 %) etwas nach, in China gehen die Aktienkurse nach oben.

Bund- (163.35) und Bobl- Kontrakt (132.47) verloren 16 bzw. 5 Stellen, der Schatz (112.155) ging unverändert aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 0.31 %, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen weitete sich auf knapp 105 BP aus. 10-jährige US- Treasuries rentieren 2 BP höher bei 2.40 %. Der Euro verliert leicht auf 1.176 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 57.5 Dollar.

Im Vorfeld des Zinsentscheids sollten die US- Verbraucherpreise (0.4 %/2.2 %; Kernrate 0.2 %/1.8 %) keine Zweifel an der Notwendigkeit einer Zinserhöhung entstehen lassen. Produktionszahlen aus Italien 0.7 %) und der Eurozone (0 %/3.2 %) dürften wie die britische Arbeitslosenquote (4.2 %) auf nur mäßiges Interesse stoßen. Heute beraten die Spitzen von Union und SPD darüber, ob Sondierungsgespräche zur Bildung einer großen Koalition geführt werden.

Am Primärmarkt versteigert Großbritannien wenige 800 Mio. GBP eines 19-jährigen Linkers. Spanien ist morgen mit SPGBs der Laufzeiten 01/2021, 10/2027 und 07/2032 im Volumen von 3-4 Mrd. Euro am Zug.

Technik:



Der Bund-Future geriet von Beginn an in die Defensive und schloss (163.35) 16 Stellen unter Vortagsniveau. Das technische Bild im Tageschart trübt sich ein, der fehlende Schwung mahnt unverändert zur Vorsicht. Auf Wochenbasis wird die Lage zunehmend kritisch.

Unterstützungen liegen bei 163.22 (Tief v. 06./07.12.),163.18 (Tief v. 12.12.), 163.01 (Hoch v. 28.11.), 162.79 (Tief v. 05.12.), 162.57 (Hoch v.30.11.), 162.51 (Trend), 162.07 (Tief v. 29.11.) und 161.93 (Tief v. 30.11.).

Widerstände sehen wir bei 163.67 (Hoch v. 01./07.12.), 163.78 (Hoch v. 11.12.), 163.92 (Hoch v. 01.12. cont.), 164.36 (Tief v. 25.08.cont.), 164.81 (Trend) und 165.18 (Tief v. 07.09./Gap).

Unterstützungen 163.22 163.01 162.79
Widerstände 163.67 163.78 163.92


Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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