Kolumnen & Analysen Märkte

Wochenbarometer Devisenmärkte - 50. KW 2017
HSH Nordbank Research - Forex - 15.12.2017

Fed stärkt durch Uneinigkeit EUR und JPY. Preisdynamik erhöht Druck auf BoE-Chef Carney. EUR/CHF auf Wochensicht stabil.

Die Leitzinserhöhung der Fed auf ein Zinsband von 1,25 % bis 1,50 % war das dominierende Ereignis der Berichtswoche und hinterließ in allen von uns beobachteten Währungspaaren Spuren. Die Wirtschaftsräume der USA und der Eurozone konnten zudem in der zurückliegenden Woche erneut konjunkturell überzeugen. In der Eurozone expandierte das BIP im dritten Quartal kräftig (2,6 % YoY) und in den USA waren Stellenzuwächse oberhalb der Analysteneinschätzungen zu verzeichnen. Am Währungsmarkt hatten vor allem letztere Auswirkungen. EUR/USD sank nach Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts (08.12.) auf 1,1730. Der Verlust der Marke von 1,18 ist auch den Inflationszahlen aus den USA zuzuschreiben, welche am Dienstag veröffentlicht wurden. Hier zeigte sich vor allem die Produzentenpreise dynamisch. Das Momentum schien dem US-Dollar zu gehören, bis die Fed-Sitzung den Euro wiedererstarken ließ. Überraschenderweise gab es im FOMC-Rat zwei Stimmen gegen die Entscheidung einer Zinserhöhung. Die Marktteilnehmer interpretierten das Votum des FOMCs als dovishes Signal für den US-Dollar und gehen in der Zukunft weiter von einem gemäßigten Tempo der Zinserhöhungen aus. Für das Jahr 2018 erwartet der Median der Analysten laut Bloomberg drei Anhebungen des Leitzinses. Der Euro stieg nach der Fed-Entscheidung wieder über die Marke von 1,18 US-Dollar und konnte sich seitdem im Bereich 1,1825 behaupten. In der kommenden Woche wird die Veröffentlichung der PCE-Inflation und der langfristigen Wirtschaftsgüter (beide 22.12.) in den USA für den Wechselkursverlauf richtungsweisend sein.

Der EUR/GBP-Wechselkurs notiert bei 0,88 und hat sich im Vergleich zur Vorwoche seitwärts bewegt. Die Erleichterung über den bevorstehenden Abschluss der ersten Verhandlungsphase ließ das Pfund am Freitag auf unter 0,87 Zähler sinken. Doch Äußerungen aus der britischen Regierung ließen Zweifel aufkommen, wie verbindlich die Einigung zwischen EU und den regierenden Tories ist. Die Tatsache, dass das britische Parlament ein Vetorecht in Bezug auf den endgültigen Brexit-Vertrag durchgesetzt hat, ist eine Niederlage für die Premierministerin May und kurzfristig belastend für das GBP. Die britischen CPI-Daten (3,1 % YoY) erhöhten sich unter der Woche auf den höchsten Stand seit 2012. Mittelfristig erhöht sich der Druck auf BoE Gouverneur Mark Carney, mit Zinsanpassungen auf die Preisdynamik zu reagieren. Bei der heutigen Sitzung hielt sich die BoE noch mit einem Zinsschritt noch zurück.

Das Wachstum der Auftragseingänge der japanischen Maschinenbauer übertraf mit 2,3 % (YoY) die Prognosen. Auch der Tankan-Index könnte am morgigen Freitag (14.12.) mit einem Zehn-Jahres-Hoch aufwarten. Dennoch wird die BoJ das Leitzinsniveau beibehalten. USD/JPY notiert derzeit bei 112,35, ohne klare Richtung.

EUR/CHF wertete im Vorfeld der Leitzinsentscheidung der SNB (14.12.) leicht ab, um im Anschluss die alte Marke von 1,1681 zurückzugewinnen. Der Leitzins der SNB bleibt bei -0,75 %.

Redaktionsschluss: 14.12.2017

Autor: Dr. Marius Schad, HSH-Nordbank

Hinweis
Der Marktkommentar ist ein Auszug aus dem wöchenlich erscheinenden Wochenbarometer für die Renten- und Devisenmärkte der HSH Nordbank. Den vollständigen Bericht und weitere Publikationen erhalten Sie auf unternehmerpositionen.de und HSH-Nordbank.de Bitte beachten Sie die Hinweise und den Disclaimer auf HSH-Nordbank.de und in den jeweiligen Publikationen.

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Liegen die Gründe für den Krypto-Pullback in Fernost?
etoro Research - Trading Business - 16.01.2018
Mati Greenspan, Senior Market Analyst bei der Social-Trading-Plattform eToro, kommentiert die jüngsten Preisstürze am Markt für Kryptowährungen: Auf dem Markt für Kryptowährungen geht es aktuell drunter und drüber. Panische Verkäufe haben für enorme Preisbewegungen gesorgt. Der Grund für den Abverkauf ist nicht eindeutig. Auffällig aber sind vor allem niedrigere Handelsvolumina in Japan und Südkorea als üblich. ... mehr

Leitindex S&P 500 Wochenausgabe: Korrekturgefahr steigt massiv an
Formationstrader I S. Grass - Indizes - 16.01.2018
In der vergangenen Woche setzte der Leitindex S&P 500 seine steile Aufwärtsbewegung weiter fort. Mit einem Wochenschluss bei 2.786 Punkten ist ein Test der 2.800er Marke in der vor uns liegenden Handelswoche sehr wahrscheinlich. Die Indikatoren befinden sich einheitlich im Bullenmodus. Der Trend ist ganz klar bullisch. Die Markttechnik ist jedoch recht stark überhitzt. Eine Konsolidierung auf aktuellem Niveau kann daher jederzeit starten. ... mehr

Bitcoin-Crash: Flieht Ihr Narren!
Formationstrader I H. Esnaashari - Forex - 16.01.2018
Bitcoin-Analyse: Flieht Ihr Narren! Oder lest den Chart Der Bitcoin testet erneut sehr scharf die Unterstützungen. Die Bullen sind jetzt in der „Bringschuld“. ... mehr

Wohin treibt der Bitcoin?
Stefan Böhm - Forex - 16.01.2018
Vielleicht haben Sie es gelesen. In Südkorea denkt der Justizminister darüber nach, den Handel mit Kryptowährungen zu verbieten. Nun muss man wissen, dass Südkorea eine Hochburg des Bitcoins ist. Rund 15 Prozent des weltweiten Bitcoin-Handels findet in Südkorea statt. Ein Verbot hätte daher nicht nur großen symbolischen Charakter, sondern dürfte Bitcoin & Co. auch massiv schaden. ... mehr

Börsen-Kolumne: Platin bleibt weiter sehr interessant!
Stephan Feuerstein - Commodities - 16.01.2018
Während DAX & Co. in der ersten Börsenwoche nach einer ausgebliebenen Jahresendrally richtig glänzen konnten, hat die führenden Indizes die Dynamik mittlerweile komplett verlassen. Man darf daher gespannt sein, ob die freundliche Tendenz zum Jahresauftakt nur ein kurzes Strohfeuer war. Immerhin notiert der DAX nach wie vor innerhalb der im Oktober eröffneten Seitwärtstendenz. Hier wäre ein Ausbruch nach unten übrigens als oberes Trendwendesignal zu verstehen. ... mehr

DAX nur kurz im Plus – Dow Jones vor dem nächsten Tausender
CMC Markets - Marktberichte - 16.01.2018
Nur acht Handelstage brauchte der Dow Jones für den Weg von der runden Marke von 25.000 für die nächsten tausend Punkte, wenn heute nach dem Feiertag in den USA nichts mehr dazwischen kommt. Dieser Dynamik an der Wall Street konnte sich auch der Deutsche Aktienindex kurz nach Börsenstart nicht entziehen und wagte den Sprung nach oben. Aber genauso schnell wie es nach oben ging, folgte die Rückkehr in die Verlustzone. ... mehr

Bitcoin und DAX 30 Market Update: Bitcoin rutscht unter 13.000 Dollar-Marke
DailyFX - Marktberichte - 16.01.2018
Der gesamte Cyberwährungsmarkt, einschließlich Bitcoin befindet sich derzeit gehörig unter Druck. Der Bitcoin- Kurs rutscht auf der in Luxemburg ansässigen Plattform Bitstamp zeitweise bis auf 12.710 Dollar und reist den gesamten Markt mit in die Tiefe. Nach CoinMarketCap beträgt die Kapitalisierung lediglich 650 Milliarden Dollar. ... mehr

Tagesausblick Aktien: DAX - Dynamik fehlt – Euro als Bremsfaktor
Helaba Floor Research - Indizes - 16.01.2018
Bereits gestern habe ich an dieser Stelle von einem lust- und impulslosen Handelsgeschehen am deutschen Aktienmarkt berichtet. In Folge des gestrigen US-Feiertages haben sich die beschriebenen „Rahmenbedingungen“ nochmals verstärkt. Insofern war der DAX auch nicht in der Lage sich in der Pluszone zu halten. Der weiterhin klar über der 1,22er Marke notierende Euro trug jedoch auch seinen Teil dazu bei. ... mehr

Tagesausblick Renten/Devisen: USA - Konjunkturstimmung im Mittelpunkt
Helaba Floor Research - Forex - 16.01.2018
In den USA wurden die Zinserwartungen zuletzt etwas unterstützt, weil die Kernteuerungsrate im Dezember leicht und unerwartet zulegen konnte. Andere Wirtschaftsdaten hatten dagegen enttäuscht. Zu nennen sind die Inflationsraten auf den Vorstufen, dort auch die Kernpreisentwicklungen, und die wöchentlichen Arbeitsmarktindikationen. Zwar liegen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau, vier Wochen mit Anstiegen in Folge kamen jedoch überraschend. ... mehr

Bund Future - Erwartete Trading Range: 159.89-160.91
Helaba Floor Research - Bonds - 16.01.2018
Zum Wochenauftakt stand der feste Euro bzw. die Schwäche des US- Dollars im Fokus der Anleger. Während die Gemeinschaftswährung von zunehmenden Spekulationen auf eine straffere Geldpolitik profitiert, gerät die US- Valuta von mehreren Seiten unter Druck. Die nach der Steuerreform vorprogrammierte höhere Staatsverschuldung und der kontinuierlich steigende Yuan-Kurs lassen für den Greenback nichts Gutes erwarten. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<