Kolumnen & Analysen Märkte

Wochenausblick: Entscheidung vertagt
Börse Frankfurt - Indizes - 18.12.2017

18. Dezember 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt) Rund ein halbes Prozent leichter verabschiedete sich der deutsche Aktienindex auf Wochensicht am Freitag aus dem Handel. Kurz vor Schluss hatten neue Spitzenwerte führender US-Indizes dem DAX noch ein wenig auf die Sprünge geholfen. Ob dadurch der Weg für die erhoffte Weihnachtsrallye frei ist, hängt nach Ansicht von Analysten unter anderem davon ab, ob die geplante US-Steuerreform noch vor den Feiertagen durch den Kongress abgesegnet wird. "Das Thema ist sicherlich nicht ganz neu, die Reaktionen einzelner Finanzmärkte waren aber bislang nicht einheitlich, so dass es zu Bewegung bei den Kursen kommen könnte", meint die Helaba. Die Niederlage des republikanischen Kandidaten bei der Wahl in Alabama hat nach Ansicht von Patrick Franke den Prozess beschleunigt. "In jedem Fall war der Druck auf die Parteiführung groß, im Jahr 2017 wenigstens ein größeres legislatives Projekt zu verabschieden."

Aktien profitieren



Auf Basis des jetzigen Entwurfs würde der Spitzensteuersatz wohl stärker sinken als ursprünglich gedacht. Dem gegenüber falle der Abbau von Steuersubventionen scheinbar noch geringer aus als zunächst beabsichtigt. "Um die Einnahmeausfälle über zehn Jahre unterhalb der Grenze von 1,5 Billionen US-Dollar zu halten, beschränkt das Gesetz offenbar diverse Änderungen zeitlich." Franke sieht dadurch tendenziell einen Dämpfer für positive Anreize und bleibt bei seiner Einschätzung, dass diese Steuerersparnis vor allem Anlegern in Form von steigenden Dividenden und Aktienrückkäufen zugutekommen wird. Höhere Investitionen kämen nur in geringerem Maße zum Tragen.

Weihnachtsrally ungewiss



Technisch sieht Karen Szola durchaus noch Chancen für einen DAX-Ausbruch nach oben. Trotz der aktuellen Konsolidierung habe der deutsche Aktienindex zum Wochenschluss seine 13.000er-Marke verteidigen können. Andererseits könne sich der hiesige Bluechip-Index bislang nicht von seinem bisherigen Dezemberhoch bei 13.240 Punkten nach oben absetzen. Damit bleibe der DAX weiterhin im Dunstkreis der 13.000 Zähler gefangen, die auf der Unterseite durch das Zweimonatstief bei 12.810 Zählern definiert sei.

Ein neuer Richtungsimpuls werde gegeben, sofern der deutsche Aktienindex aus seiner seit Mitte November geformten Trading-Range zwischen rund 13.200 und 12.800 Punkten ausbricht. "Erfolgt der Impuls gen Norden - Initialzündung für die Jahresendrally -, stehen die Chancen gut, wiederholt zum Allzeithoch vorzustoßen und möglicherweise eine neue Bestmarke zu platzieren", meint die Charttechnikerin von Euro am Sonntag und Börse Online.

Breche hingegen die Unterstützung um 12.800 Zähler nach unten, so würde dies den Test der ausgeprägten Unterstützungszone um 12.600 Punkten provozieren. Auf diesem Leben notiere derzeit auch die noch ansteigende 200-Tage-Linie. Etwas darunter liege um 12.200 Punkte das nächste Auffangbecken.

Chancen schwinden



Christoph Geyer von der Commerzbank geht davon aus, dass die in den USA laufende Jahresschlussrallye in Deutschland kaum noch eine Chance hat. Technisch habe sich trotz positivem Abschluss der vergangenen Woche nichts an der Lage verändert. "Der deutsche Leitindex bewegt sich weiterhin in einer ausgeprägten Seitwärtsrange." Die jüngsten Ausbruchsversuche seien sowohl auf der Unter- als auch Oberseite gescheitert. Die Indikatoren gäben seit einigen Tagen ebenfalls keine Hilfestellung mehr.

Anleger warten auf neuen Rekord



Gregor Bauer vermutet in den aktuellen Bewegungen beim DAX ein tendenziell Trading-orientiertes Anlegerverhalten. "Starke Tage werden eher verkauft, während schwache Tage gekauft werden", beschreibt der unabhängige technische Analyst. Auch gute Konjunkturdaten aus den USA und Europa brächten keinen nachhaltigen Kaufdruck. So pendele der DAX nun schon seit dem 10. November in einer engen Seitwärtsspanne, die nach oben durch den Widerstand um 13.200 Punkte und nach unten durch die Unterstützung im Bereich um 12.920 Zählern begrenzt werde.

Sollte der Bereich um 13.200 DAX-Punkte nach oben durchbrochen werden, rechnet Bauer zunächst mit einem - überwiegend Trading induzierten - Abprall am bisherigen Höchstwert. "Die Masse kommt in den Markt, wenn neue Allzeithochs gebildet werden", schätzt der Analyst.

Bank of Japan bleibt auf Kurs



Nachdem Federal Reserve und die Europäische Zentralbank ihre geldpolitischen Kurse abgesteckt haben, folgt am Donnerstag die japanische Notenbank. Auch die Bank of Japan sieht sich nach Ansicht von Stefan Große von der Nord LB mit einer hervorragenden wirtschaftlichen Lage und einer hinterherhinkenden Inflation im Land konfrontiert. Die Entwicklung des Yen und der Rohstoffpreise sprächen zwar für einen zusätzlichen Preisauftrieb zum Jahresende. Dennoch fehlten wichtige preistreibende Impulse, beispielsweise über steigende Löhne. Anreize für Gehaltserhöhungen könnten nach Ansicht der japanischen Regierung Steuererleichterungen für Unternehmen bringen. Es gebe aber auch Stimmen, die sich für eine expansivere geldpolitische Ausrichtung aussprächen. Dieser Flügel wird sich Große zufolge vermutlich nicht durchsetzen. "Auf Sicht sollte die Bank beim aktuellen Maßnahmenkatalog bleiben." Als Kompromiss könnten die "Tauben" dennoch eine Anpassung des Wordings im Statement der Währungshüter bekommen.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten



Dienstag, 21. Dezember

10.30 Uhr Deutschland: ifo-Geschäftsklima. Nach fünf Allzeithochs in diesem Jahr verabschiedet sich das ifo-Geschäftsklima im Dezember nach Ansicht der DekaBank mit einer Seitwärtsbewegung. Obwohl es zum Jahresausklang nur noch wenige stimmungsbewegende Ereignisse gebe, könnte die abzeichnende Einigung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich in der ersten Phase der Brexit-Verhandlungen positive Effekte entfalten. Andererseits sei die Phantasie ausgehend von der aktuell hervorragenden Konjunkturlage nach oben begrenzt. Alles in allem bleibe die Unternehmensstimmung aber top.

Mittwoch, 22. Dezember

9.30 Uhr. Schweden: Zinsentscheid. Die DekaBank-Analysten erwarten viel Diskussionsbedarf unter den schwedischen Währungshütern und eine sehr knappe Entscheidung. Die Riksbank stehe vor der schweren Abwägung, die Anleihen-Käufe fortsetzen oder zum Jahresausklang zu beenden. Das vorsichtige Vorgehen der Europäischen Zentralbank spräche einersteits für eine Verlängerung des Programms. Auch der leicht schwächelnde Immobilienmarkt und eine niedriger als erwartete Inflation im Oktober legten eine Fortsetzung des eingeschlagenen Wegs nah. Allerdings habe sich die Inflation seither stabilisiert. Die Löhne hätten leicht zugelegt und der makroökonomische Ausblick bleibe solide. Auch Aufwertungssorgen dürften beim derzeitigen schwachen Niveau der Krone nicht allzu schwer wiegen.

von: Iris Merker

18. Dezember 2017, © Deutsche Börse AG

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