Kolumnen & Analysen Märkte

Das Sell-Side-Research - An der Börse gibt es nichts umsonst!
Lars Erichsen - CFD-Brief - Trading Business - 18.12.2017

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
in schöner Regelmäßigkeit erhalte ich, Ihnen wird es ähnlich gehen, kostenlose Prognosen in meinem Email-Postfach. Um Ihnen zu verdeutlichen, dass an der Börse kein Handschlag umsonst geschieht, möchte ich Sie mit dem Begriff des „Sell-Side-Analysten“ vertraut machen.

Die Erwartungshaltung



Grob übersetzt könnte man vom „Verkaufsseiten- Analyst“ sprechen, aber wie so oft in dieser Branche, sind die englischen bzw. amerikanischen Begriffe wesentlich gebräuchlicher. Der Sell-Side-Analyst arbeitet üblicherweise für einen Broker oder eine Investmentbank und erarbeitet Empfehlungen für die Kunden des Hauses. Der Ausdruck „Sell-Side“ (Verkaufsseite) hat dabei nichts mit einer generell bärischen Grundhaltung zu tun, sondern umschreibt die Tatsache, dass diese Analysten innerbetrieblich dem Vertrieb, also dem Verkauf zugeordnet werden.

Geld verdienen mit Analysen



Üblicherweise bezahlen die Empfänger nicht für das Research, die zahlreichen Kauf- und Verkaufsempfehlungen sind kostenlos. Allerdings ist Kundenzufriedenheit für Investmentbanken und Broker nur das zweitwichtigste Ziel, denn auf Platz 1 rangiert unangefochten die Mission, Geld zu verdienen. Analysen werden also erstellt, um Aufträge zu generieren und damit Kommissionen einzunehmen. Dagegen spricht auch nichts, solange das Research seriös ist.

Vorsicht



Theoretisch könnte man kritisch anmerken, dass ein Sell-Side-Analyst zwangsläufig häufiger seine Meinung wechseln müsste, um die Kunden des Hauses zu einer erhöhten Handelsfrequenz anzuregen und damit für höhere Einnahmen zu sorgen. In der Praxis lässt sich die Annahme nicht wirklich bestätigen. Jede Analyse lässt sich einer bestimmen Person zuordnen, Anonymität ist tabu. Zudem verbessert es die Reputation des Arbeitgebers, wenn ein Trend erkannt wird, bevor die breite Masse darauf stößt. Skepsis ist allerdings angebracht, wenn es sich um marktenge Werte handelt. Eine seriöse Analyse behandelt stets positive und negative Szenarien für ein Unternehmen. Wird auf allen Hörnern zum Einstieg geblasen, dann ist etwas faul und es heißt: Abstand nehmen!

Autor: CFD-Brief Redaktion, http://www.cfd-brief.de/

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