Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: Deutsches Stimmungshoch – auch ohne Regierung
Helaba Floor Research - Forex - 19.12.2017

Die deutsche Wirtschaft wächst seit Jahren und zuletzt mit einer erhöhten Dynamik. Während der private Konsum auf der Grundlage einer soliden Arbeitsmarktentwicklung und vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen und Inflationsraten schon seit längerem positive Wachstumsbeiträge liefert, scheint sich nun auch die Investitionsperspektive aufzuhellen. Insbesondere das Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft, das ifo-Geschäftsklima, ist deshalb von hohem Interesse. Der ifo-Index wird zwar vom Verarbeitenden Gewerbe dominiert, bindet aber auch Umfragewerte des Groß- und Einzelhandels sowie des Baugewerbes ein. Die Indikationen für den aktuellen Berichtsmonat fallen vonseiten der Umfragen unter Finanzmarktteilnehmern (ZEW und sentix) leicht schwächer aus, was die verhaltene Konsensschätzung angesichts des rekordhohen Niveaus des ifo-Indexes im November erklären mag. Die Vorabschätzungen der Einkaufsmanagerindizes im laufenden Monat zeigten aber keinerlei Ermüdungserscheinungen bei den Unternehmen. Dabei ist zu beachten, dass der Industrie-PMI ein neues zyklisches Hoch markierte und auch der Service-Index im Monatsvergleich zulegen konnte. Daher sollte für den ifo-Index nicht von einem Rückgang ausgegangen werden. Eher besteht das Risiko eines erneut festen Wertes. Das freundliche Wachstumsszenario sollte mithin bestätigt werden. Die zähen Verhandlungen und die noch immer unsichere Bildung einer neuen Regierung in Berlin spielt unseres Erachtens keine Rolle.



In den USA steht heute das Baugewerbe im Fokus, wobei für den Monat November mit rückläufigen Daten zu Baubeginnen und -genehmigungen zu rechnen ist. Der Auftakt zum vierten Quartal fiel im Oktober mit einem starken Anstieg der Bautätigkeit sehr positiv aus. Sollte der zu erwartende Rücksetzer lediglich im Rahmen der Erwartungen liegen oder besser ausfallen, bliebe dennoch für das gesamte Quartal ein positiver Wachstumsbeitrag möglich.

Bund-Future: Konsolidierung



Ein robuster ifo-Index dürfte den Rentenmarkt kaum stützen und so ist mit einer Fortsetzung der Konsolidierung unterhalb des Kontrakthochs (163,78) zu rechnen. Zwar ist der Oktober-Aufwärtstrend intakt, die Indikatoren im Tageschart liefern aber ein uneinheitliches Bild. Unterstützungen sind bei 162,90 und 162,79 zu finden, Widerstände im Bereich um 163,78/92. Trading-Range: 162,90 – 163,90.

Euro zwischen 55- und 100-Tagelinie



In Abwesenheit fundamentaler Daten startete der Euro freundlich in die neue Handelswoche und notierte im Tageshoch bei 1,1834. Zwar sind Meldungen zufolge die US-Republikaner zuversichtlich, dass die Steuerreform heute im Senat abgesegnet wird, jedoch zeichnet sich am Markt eine Art Wait-and-see-Haltung ab. Die republikanische Mehrheit ist hauchdünn, sodass eine Überraschung nicht ausgeschlossen werden kann. Auch die Charttechnik ist von großem Interesse. Zwar wurde die 55-Tagelinie bei 1,1760 zurückerobert, aber die quantitativen Indikatoren geben noch keine Entwarnung hinsichtlich der bestehenden Abwärtsrisiken. So steht der MACD im Verkauf und der Stochastic ist gen Süden gerichtet. Unterhalb der 55-Tagelinie bestehen weitere Haltemarken bei 1,1718, dem bisherigen Dezembertief und am 61,8 %-Retracement des Aufwärtstrends von Anfang November bei 1,1709. Widerstände sehen wir in der Zone um 1,1804/06 in Form der 100-Tagelinie und des 38,2 %-Retracements. Darüber entsteht Raum bis 1,1861/63. Trading-Range: 1,1760 – 1,1863.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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