Kolumnen & Analysen Märkte

ETFs: Beliebte US-Werte
Börse Frankfurt - Indizes - 19.12.2017

19. Dezember 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Mit den steigenden Kursen wächst das Kaufinteresse - an europäischen und US-amerikanischen Aktien. Bis Freitag war das noch anders: Für die vergangene Woche berichten die Händler einhellig von Zuflüssen in US-amerikanische Aktien, während für europäische Aktien Zu- und Abflüsse gemeldet werden.

Nach einer mehrere Wochen währenden Seitwärtsbewegung hat der DAX am gestrigen Montag einen kräftigen Satz nach oben gemacht und schloss bei 13.312 Punkten, am Dienstagmorgen sind es 13.301 Zähler. Treiber sind die Fortschritte bei der US-Steuerreform, die an den US-Märkten für neue Rekorde sorgten. Es wird mittlerweile fest davon ausgegangen, dass die Reform noch vor Weihnachten verabschiedet wird. Der Dow Jones kletterte gestern bis auf 24.876,07 Zähler - so hoch wie noch nie. Auch der S&P 500, der Nasdaq 100 und der Nasdaq Composite erreichten neue Allzeithochs.

Zuflüsse in US-Aktien



"Der Trend bei uns war eindeutig: Heraus aus Europa, hinein in die USA", stellt Frank Mohr fest. Zugegriffen wurde in S&P 500- und MSCI USA-ETFs. Euro Stoxx 50-Tracker, aber auch DAX-ETFs, wurden hingegen abgestoßen. Beliebt waren dem Händler zufolge auch Euro Stoxx Short-ETFs, mit denen auf einen fallenden Index gesetzt werden kann. Die Umsätze insgesamt blieben bei der Commerzbank mit 31.600 Transaktionen hoch.
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Bei der Unicredit Group war das Bild etwas anders: Auch hier wurden US-Tracker gekauft, aber auch verkauft, eindeutig gekauft wurden Euro Stoxx 50- (WKN 593395, DBX1EU, DBX1ET), MSCI Europe- und Stoxx Europe 600-Indexfonds (WKN 263530). "Die Volumina waren aber nicht hoch", erklärt Florian Lenhart. Das gelte auch für DAX-ETFs (WKN 593393). Er meldet eine insgesamt ruhige Woche. "Zum Jahresende sind viele Anleger schon positioniert." Mehr Umsatz als in DAX-ETFs hat der Händler in MDAX-Trackern (WKN 593392) beobachtet.

Ganz klar auf der Käuferliste stehen laut Lenhart zudem japanische Aktien, vor allem mit dem MSCI Japan. "Hier wird speziell auf die Variante mit Währungs-Hedge (WKN A1C5E6) gesetzt." Der ETF hat seit dem vergangenen Dezember immerhin um 16 Prozent zugelegt.

Kein klarer Trend



Im Handel mit Branchen-Indexfonds fehlt diesmal das klare Bild. Mohr meldet Käufe und Verkäufe in Immobilien-ETFs sowie einen leichten Käuferüberhang in Technologie- (WKN A0H08Q) und Grundstoff-Indexfonds. Lenhart zufolge waren die Umsätze in Medien-ETFs auffällig hoch, mit Flows in beiden Richtungen.

Auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt steht der iShares Euro Stoxx Banks (WKN 628930) diesmal auf dem dritten Platz - also ungewöhnlich weit oben. Der Banken-Index kommt auf Sicht von zwölf Monaten auf ein Plus von 9,5 Prozent - allerdings unter großen Schwankungen.

Auffällig hohe Umsätze gab es auch im iShares Stoxx Europe 600 Oil & Gas (WKN A0H08M). Dabei hat sich der Ölpreis nach seinem deutlichen Anstieg vom Sommer an in den vergangenen Wochen seitwärts bewegt. Daneben bleibt auch der iShares Automation & Robotics (WKN A2ANH0) umsatzstark. Nach seinem Hoch vor vier Wochen hat dieser zwar etwas an Wert verloren, kommt auf Sicht von zwölf Monaten aber immer noch auf ein Plus von fast 30 Prozent.

Anleihen: Fokus auf Kurzläufer



Im Anleihebereich passiert derzeit nicht viel. Mohr meldet "keine nennenswerten Umsätze". "Wenn etwas gehandelt wird, dann sind es vor allem Kurzläufer", stellt Lenhart fest. Er berichtet von Interesse an US-Geldmarktprodukten, etwa dem db x-trackers II Fed Funds Effective Rate (WKN DBX0A0). Für europäische Kurzläufer meldet er hingegen - wie in der Vorwoche - Käufe (WKN A1JKSV) und Verkäufe (WKN 628947).

ETF-Boom geht weiter



Der November war übrigens abermals ein sehr guter Monat für ETFs und damit typisch für das Gesamtjahr 2017: Insgesamt flossen weltweit in den ersten elf Monaten dieses Jahres bereits 554 Milliarden Euro in ETFs, wie der ETF-Emittent Amundi meldet, davon fast 400 Milliarden Euro in Aktien-ETFs. Beliebt waren vor allem US-Aktien, gefolgt von Welt-Aktien. In Anleihen-ETFs flossen bis Ende November 144 Milliarden Euro, hier hängten Unternehmensanleihen mit 53 Milliarden Euro die Staatsanleihen (41 Milliarden Euro) sogar ab. Im November war das Bild ähnlich: Beliebt waren besonders US-Aktien, im Bondbereich kamen Unternehmensanleihen und Mischportfolios ("Aggregate") am besten an.

von: Anna-Maria Borse
19. Dezember 2017, © Deutsche Börse AG

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