Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: US-Daten dominieren Jahresausklang
Helaba Floor Research - Forex - 21.12.2017

Der Datenkalender hat heute und morgen vor allem US-Einträge zu bieten, denn das INSEE-Geschäftsklima in Frankreich und das Wirtschaftsvertrauen in Italien haben in der Regel keinen marktbewegenden Einfluss. Zudem wurde in Frankreich bereits mit der Vorabschätzung der Einkaufsmanagerindizes deutlich, dass das solide konjunkturelle Stimmungsbild auch zum Jahresschluss Bestand hat. Wesentliche Veränderungen daran sollte es mit den neuen Daten nicht geben. In den USA steht heute mit dem Philadelphia-Fed-Index ebenfalls ein Stimmungsindikator des Verarbeitenden Gewerbes im Mittelpunkt des Interesses. Das Pendant der New-York-Fed gab im laufenden Monat leicht nach, liegt aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und damit klar im Expansionsbereich. Insofern scheint die Konsensschätzung realistisch, womit auf eine robuste Wirtschaftsentwicklung zum Jahresausklang verwiesen würde. Der weitere Zuwachs des Indexes der Frühindikatoren würde das Szenario untermauern, ebenso wie die anhaltend niedrigen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Diese sprechen für fortgesetzte Beschäftigungsgewinne und eine weiter sinkende Arbeitslosenquote. Damit bleibt die Grundlage für einen mittelfristig erhöhten Inflationsdruck bestehen. Preisentwicklungen stehen morgen mit dem PCE-Deflator auf der Agenda. Die Kernrate ist hierbei das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß. Mittelfristig rechnen wir mit einer wieder ansteigenden Jahresrate, der Novemberwert wird das aber wohl noch nicht anzeigen. Hohe Aufmerksamkeit erhalten traditionell die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter. Die Vorgaben sind freundlich, denn der Flugzeughersteller Boeing meldet ein Orderplus und so könnte die Konsenserwartung sogar leicht übertroffen werden. Wichtig für das Marktsentiment dürfte die Entwicklung aber jenseits des Transportsektors sein. Auch hier wird ein Plus im Monatsvergleich erwartet. Seit April des Jahres sind die Bestellungen nicht mehr gesunken.



Rentenmarkt bleibt anfällig



Der Rentenmarkt bleibt nach den Verlusten vom Dienstag und Mittwoch anfällig, auch vor dem Hintergrund, dass die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (PSPP) ab heute bis Anfang nächsten Jahres pausieren und damit ein wichtiger Nachfrager wegfällt. Zudem steigen die Inflationserwartungen und zuletzt haben sich EZB-Vertreter mehrheitlich „hawkish“ geäußert. Der Ausblick für den Bund-Future ist mit dem Unterschreiten wichtiger Haltemarken auch technisch getrübt. Die nächsten Unterstützungen sind bei 161,49 und 160,26 zu finden. Widerstände liegen erst bei 162,90 und im Bereich 163,69/78. Trading-Range: 161,20 – 162,50.

Euro gut behauptet



Die technische Situation hellt sich auf. So steht der MACD kurz davor, ein Kaufsignal zu generieren, und das Kursmomentum steigt an. Zudem baut der Euro den Abstand zur 100-Tagelinie bei 1,1804 aus, obwohl diese in Reichweite bleibt. Die erste Hürde machen wir nun bei 1,1877/88 aus. Darüber besteht weiteres Aufwärtspotenzial bis 1,1902 oder sogar 1,1940. Ein Bruch der 100-Tagelinie, in diesem Bereich liegt auch das 38,2 %-Retracement (1,1806) der November-Aufwärtsdynamik, könnte zu Verlusten bis zur 55-Tagelinie bei 1,1763 führen. Trading-Range: 1,1770 – 1,1880.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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