Kolumnen & Analysen Märkte

Bund Future - Erwartete Trading Range: 161.18-162.28
Helaba Floor Research - Bonds - 05.01.2018

Trading Range: 161.18-162.28
Tendenz gut behauptet


Die unverändert gute Stimmung im Dienstleistungssektor der Eurozone unterlegt den soliden Wirtschaftsaufschwung. In den Vereinigten Staaten setzt der außerordentliche Stellenaufbau im Privatsektor unterdessen neue Maßstäbe für den heute anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht.

Die Anleger nutzen die Gemengelage, ihre Risikoprofile weiter zu schärfen. Während die Aktienbörsen in Übersee von einem Rekord zum nächsten jagen, geraten Staatsanleihen der Kernländer etwas ins Hintertreffen.

Bundesanleihen taten sich angesichts zunehmender Risikobereitschaft schwer, verzeichneten am Ende aber trotz reger Aktivitäten am Primärmarkt moderate Kursgewinne. Frankreich emittierte langlaufende OATs im Volumen von 8.111 Mrd. Euro. Der Betrag lag am unteren Rand der anvisierten Spanne, die Nachfrage ließ besonders bei 10-jährigen Titeln zu wünschen übrig. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln verringerte sich auf 82 BP. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0.78 %) und Belgien (0.64 %) hielten ihren Abstand zu Bunds.

Anleihen der EU- Peripherie setzten nach Abschluss der Primärmarkttransaktionen ihre Erholung mit erhöhter Dynamik fort. In Madrid spülte die Versteigerung 5-, 10- und 28- jähriger SPGBs 3.8 Mrd. Euro in die Staatskasse. Die Nachfrage war angesichts der Zugeständnisse erfreulich, der Betrag lag am oberen Ende des geplanten Volumens. Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (2.00 %), spanischer (1.52 %) und portugiesischer Bonds (1.89 %) ermäßigte sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 5, 5 bzw. 8.5 BP.

Am US- Bondmarkt wurden die Renditen kurzer Laufzeiten nach positiven Jobdaten an die Erwartung einer strafferen Geldpolitik angepasst. Der Stellenaufbau im Privatsektor übertraf mit 250.000 die Prognosen und legt die Messlatte für den heutigen Arbeitsmarktbericht sehr hoch. Lange Fälligkeiten zeigen sich dagegen unbeeindruckt. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries ermäßigte sich auf 52 BP. In Fernost neigen US- Treasuries angesichts freundlicher Aktienbörsen zur Schwäche. Die Bereitschaft Nordkoreas, an Gespräche mit Südkorea zur Verbesserung der Beziehungen in der kommenden Woche teilzunehmen, sorgte außerdem für gute Laune.



Bund- (161.68) und Bobl- Kontrakt (131.69) legten 15 bzw. 7 Stellen zu, der Schatz (111.965) ging unverändert aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 0.43 %, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigte sich auf 104 BP aus. 10-jährige US- Treasuries rentieren kaum verändert bei 2.46 %. Der Euro klettert auf 1.207 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt leicht auf 62 Dollar.

Zum Wochenschluss steht die Inflationsentwicklung beiderseits des Atlantiks im Fokus. Die vorläufigen Verbraucherpreise Frankreichs (0.3 %/1.2 %), Italiens (0.2 %/0.8 %) sowie die Inflationsprognose für die Eurozone (1.4 %; Kernrate 1 %) dürften allerdings nur moderaten Preisdruck im Dezember aufzeigen.

In den USA richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne (0.3 %/2.5 %), die im Rahmen des Arbeitsmarktberichtes veröffentlicht werden. Glaubt man den deutlich höheren Preiskomponenten aus dem ISM- Index, zeichnet sich hier Überraschungspotential ab.

Die Zahl der offenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft (190K) und Arbeitslosenquote (4.1 %) sollten nur am Rande interessieren. Das Handelsbilanzdefizit (-50 Mrd. USD), der ISM- Index aus dem Servicesektor (57.5) und die Auftragseingänge in der Industrie (1.1 %) komplettieren die Datenveröffentlichungen.

Am Primärmarkt sind heute keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner geplant.Die kommende Woche startet mit der Versteigerung 10-und 30-jähriger Österreicher sowie 6-jähriger DSL im Volumen von 2.5 Mrd. Euro. Die Finanzagentur des Bundes tritt erstmals in diesem Jahr mit der Versteigerung einer neuen 10-jährigen Bundesanleihe im Volumen von 5 Mrd. Euro am Mittwoch in Erscheinung. In der zweiten Wochenhälfte ist dann das italienische Schatzamt am Zug. Großbritannien bietet 10- und 20-jährige Gilts im Volumen von jeweils 2.25 Mrd. GBP an, das amerikanische Schatzamt versteigert 3-, 10- und 30-jährige Papiere.

Die Republik Slowenien emittierte eine 10-jährige Anleihe im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap +13 BP. Westpac Banking Corporation begab 7- und 15-jährige australische Covered Bonds im Volumen von 1.25 Mrd. bzw. 500 Mio. Euro bei Midswap +2 bzw. +10 BP.

Technik:



Der Bund-Future machte Anfangsverluste wett und schloss (161.68) 15 Stellen über Vortagsniveau. Die Indikatoren im Tageschart sind unverändert negativ zu werten. Auf Wochensicht ist bisher keine Wende zum Besseren erkennbar.

Unterstützungen liegen bei 161.46 (Tief v. 29.12.), 161.20/18 (Tief v.02./03.01.), 160.98 (38.2 %-Retracement von 148.23 bis 168.86), 160.80 (Hoch v.25.10.), 160.64 (Trend), 160.53 (Tief v. 26.10.) und 160.26 (Tief v. 25.10.).

Widerstände sehen wir bei 161.82 (Hoch v. 03.01), 161.86 (Hoch v. 29.12.), 161.93 (Tief v. 30.11.), 162.15 (Tief v.19.12.), 162.28 (Hoch v.28.12.), 162.37 (Hoch v. 27.12.) und 162.48 (Hoch v. 20.12.).

Unterstützungen 161.46 161.18 160.98
Widerstände 161.82 162.15 162.37


Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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