Kolumnen & Analysen Märkte

Südkorea, Börsen-Razzien, Warren Buffet – droht Kryptowährungen das Aus?
etoro Research - Trading Business - 11.01.2018

Mati Greenspan, Senior Market Analyst bei der Social-Trading-Plattform eToro, kommentiert den Gesetzesvorstoß der südkoreanischen Regierung, Razzien bei großen Krypto-Börsen und die Aussagen von Warren Buffett:

„Der jüngste Rückgang im Markt für Kryptowährungen wird befeuert durch die Neuigkeiten aus Südkorea. Die Meldung, dass die Regierung der größten Krypto-Trading-Nation der Welt möglicherweise Vorbereitungen trifft, um den Handel mit Kryptowährungen zu verbieten, drückt auf die Stimmung von Anlegern.

Zuletzt beschloss die Regierung ein Gesetz, welches anonyme Accounts für Kryptowährungen verbietet und dem Gesetzgeber mehr Macht über die Krypto-Börsen im Land gibt. Der jüngste Vorstoß hingegen zielt auf die gesamte Branche. Gestern haben Steuerbehörden Razzien bei einigen großen Krypto-Börsen durchgeführt, darunter Coinone und Bithumb, sodass die Situation vor Ort angespannt ist.

Der Markt wirkt angeschlagen. Die Preise von Bitcoin, Litecoin, Dash und Ripple sind allesamt gefallen. Einziger sicherer Hafen bleibt Ethereum, zum einen wegen seines etablierten Netzwerks, zum anderen, weil der Marktanteil der Altcoin in Südkorea im Vergleich zu anderen Kryptowährungen niedriger zu sein scheint.

Auch wenn das Justizministerium daran arbeitet, den Gesetzesvorschlag durchzudrücken, müsste er immer noch das Parlament durchlaufen. Dass die Regierung ein solches Gesetz tatsächlich beschließen wird, ist angesichts der hohen Beliebtheit von Kryptowährungen bei der südkoreanischen Bevölkerung nur schwer vorstellbar. Allerdings ist nach wie vor Vorsicht geboten.

Egal, was passiert: Anleger sollten sich daran erinnern, dass China den Markt noch vor einem Jahr mit 90 Prozent des Handelsvolumens dominierte. Die harte Hand der chinesischen Zentralbank sorgte zwischenzeitlich zwar für ein Abfallen des Marktes, der sich seitdem aber wieder erholt hat. Mit Friedrich Nietzsche ließe sich formulieren: ‚Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.“

Bitcoin in fünf Jahren am Boden?



„Ein aktuell heiß diskutiertes Thema unter Anlegern sind die jüngsten Aussagen des wohl bekanntesten Investors der Welt, Warren Buffett. Das ‚Orakel von Omaha‘, wie Buffett auch genannt wird, ist der Meinung, dass alle Kryptowährungen früher oder später ein böses Ende erleben werden. Buffet fügte hinzu, dass er glaube, der Markt für Kryptowährungen würde innerhalb der kommenden fünf Jahre abstürzen.

Auffällig ist, dass Buffett zugab, weder Bitcoin noch die Blockchain-Technologie zu verstehen. Damit tut Buffett es Lloyd Blankfein gleich. Der CEO von Goldman Sachs gab zu, kein Verständnis von neuen Technologien zu haben und derartige Trends oft zu verpassen. Etwa eine Woche nach Blankfeins Statement kündigte Goldman Sachs an, dass es seinen Kunden Bitcoin-Futures anbieten werde.

Aswath Damodaran, Professor an der New York University, ist der Meinung, Buffets Kritik führe zu weit. Im Augenblick gebe es tausende Kryptowährungen. Dass aber keine davon eine Zukunft haben solle, ergebe wenig Sinn.

Im September vergangenen Jahres hatte James Dimon, CEO von JP Morgan, Bitcoin als ‚Betrug‘ bezeichnet. Am Dienstag gab er zu, dass er diese Aussagen über die Kryptowährung bereue. Möglicherweise wird Warren Buffett es ihm eines Tages gleichtun.“

Autor: Mati Greenspan, Senior Market Analyst bei der Social-Trading-Plattform eToro

Über eToro:
eToro ist eine führende Online-Trading und Investment-Community. Die mehrfach ausgezeichnete Plattform verbindet ein globales, wachsendes Netzwerk von sechs Millionen Nutzern. Die von eToro angebotenen Investment-Produkte sind Differenzkontrakte (Contracts for Differences; CFDs) auf Währungen, Aktien, Rohstoffe, Indizes und Exchange Traded Funds (ETFs). Diese Produkte sind hochgradig risikobehaftet und für viele Investoren ungeeignet. Sollte sich der Markt zu Ihren Ungunsten bewegen, droht ein Kapitalverlust über die Geldmittel hinaus, die in einer spezifischen Position investiert wurde. Trader haften für ihre finanziellen Verluste bis hin zum Eigenkapital ihres Accounts.

Trading ist grundsätzlich mit Risiken verbunden. Riskieren Sie nur Kapital, dass Sie bereit sind zu verlieren. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Liegen die Gründe für den Krypto-Pullback in Fernost?
etoro Research - Trading Business - 16.01.2018
Mati Greenspan, Senior Market Analyst bei der Social-Trading-Plattform eToro, kommentiert die jüngsten Preisstürze am Markt für Kryptowährungen: Auf dem Markt für Kryptowährungen geht es aktuell drunter und drüber. Panische Verkäufe haben für enorme Preisbewegungen gesorgt. Der Grund für den Abverkauf ist nicht eindeutig. Auffällig aber sind vor allem niedrigere Handelsvolumina in Japan und Südkorea als üblich. ... mehr

Leitindex S&P 500 Wochenausgabe: Korrekturgefahr steigt massiv an
Formationstrader I S. Grass - Indizes - 16.01.2018
In der vergangenen Woche setzte der Leitindex S&P 500 seine steile Aufwärtsbewegung weiter fort. Mit einem Wochenschluss bei 2.786 Punkten ist ein Test der 2.800er Marke in der vor uns liegenden Handelswoche sehr wahrscheinlich. Die Indikatoren befinden sich einheitlich im Bullenmodus. Der Trend ist ganz klar bullisch. Die Markttechnik ist jedoch recht stark überhitzt. Eine Konsolidierung auf aktuellem Niveau kann daher jederzeit starten. ... mehr

Bitcoin-Crash: Flieht Ihr Narren!
Formationstrader I H. Esnaashari - Forex - 16.01.2018
Bitcoin-Analyse: Flieht Ihr Narren! Oder lest den Chart Der Bitcoin testet erneut sehr scharf die Unterstützungen. Die Bullen sind jetzt in der „Bringschuld“. ... mehr

Wohin treibt der Bitcoin?
Stefan Böhm - Forex - 16.01.2018
Vielleicht haben Sie es gelesen. In Südkorea denkt der Justizminister darüber nach, den Handel mit Kryptowährungen zu verbieten. Nun muss man wissen, dass Südkorea eine Hochburg des Bitcoins ist. Rund 15 Prozent des weltweiten Bitcoin-Handels findet in Südkorea statt. Ein Verbot hätte daher nicht nur großen symbolischen Charakter, sondern dürfte Bitcoin & Co. auch massiv schaden. ... mehr

Börsen-Kolumne: Platin bleibt weiter sehr interessant!
Stephan Feuerstein - Commodities - 16.01.2018
Während DAX & Co. in der ersten Börsenwoche nach einer ausgebliebenen Jahresendrally richtig glänzen konnten, hat die führenden Indizes die Dynamik mittlerweile komplett verlassen. Man darf daher gespannt sein, ob die freundliche Tendenz zum Jahresauftakt nur ein kurzes Strohfeuer war. Immerhin notiert der DAX nach wie vor innerhalb der im Oktober eröffneten Seitwärtstendenz. Hier wäre ein Ausbruch nach unten übrigens als oberes Trendwendesignal zu verstehen. ... mehr

DAX nur kurz im Plus – Dow Jones vor dem nächsten Tausender
CMC Markets - Marktberichte - 16.01.2018
Nur acht Handelstage brauchte der Dow Jones für den Weg von der runden Marke von 25.000 für die nächsten tausend Punkte, wenn heute nach dem Feiertag in den USA nichts mehr dazwischen kommt. Dieser Dynamik an der Wall Street konnte sich auch der Deutsche Aktienindex kurz nach Börsenstart nicht entziehen und wagte den Sprung nach oben. Aber genauso schnell wie es nach oben ging, folgte die Rückkehr in die Verlustzone. ... mehr

Bitcoin und DAX 30 Market Update: Bitcoin rutscht unter 13.000 Dollar-Marke
DailyFX - Marktberichte - 16.01.2018
Der gesamte Cyberwährungsmarkt, einschließlich Bitcoin befindet sich derzeit gehörig unter Druck. Der Bitcoin- Kurs rutscht auf der in Luxemburg ansässigen Plattform Bitstamp zeitweise bis auf 12.710 Dollar und reist den gesamten Markt mit in die Tiefe. Nach CoinMarketCap beträgt die Kapitalisierung lediglich 650 Milliarden Dollar. ... mehr

Tagesausblick Aktien: DAX - Dynamik fehlt – Euro als Bremsfaktor
Helaba Floor Research - Indizes - 16.01.2018
Bereits gestern habe ich an dieser Stelle von einem lust- und impulslosen Handelsgeschehen am deutschen Aktienmarkt berichtet. In Folge des gestrigen US-Feiertages haben sich die beschriebenen „Rahmenbedingungen“ nochmals verstärkt. Insofern war der DAX auch nicht in der Lage sich in der Pluszone zu halten. Der weiterhin klar über der 1,22er Marke notierende Euro trug jedoch auch seinen Teil dazu bei. ... mehr

Tagesausblick Renten/Devisen: USA - Konjunkturstimmung im Mittelpunkt
Helaba Floor Research - Forex - 16.01.2018
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Zum Wochenauftakt stand der feste Euro bzw. die Schwäche des US- Dollars im Fokus der Anleger. Während die Gemeinschaftswährung von zunehmenden Spekulationen auf eine straffere Geldpolitik profitiert, gerät die US- Valuta von mehreren Seiten unter Druck. Die nach der Steuerreform vorprogrammierte höhere Staatsverschuldung und der kontinuierlich steigende Yuan-Kurs lassen für den Greenback nichts Gutes erwarten. ... mehr

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