Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: Solide Konjunkturentwicklung in den USA
Helaba Floor Research - Forex - 15.01.2018

In der vergangenen Woche standen die Inflationsentwicklungen im Mittelpunkt. Letztlich führte der Anstieg der Kern-Verbraucherpreise dazu, dass Leitzinserwartungen etwas unterstützt wurden. Dazu trägt auch die intakte Wachstumsperspektive in den USA bei und vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick in der neuen Woche verstärkt auf die eingehenden Konjunkturindikatoren. Den Auftakt gibt morgen der Empire-State-Index des Verarbeitenden Gewerbes. Im Januar wird erneut ein auf hohem Niveau liegender Wert erwartet. Nachdem sich die Stimmungsumfrage der Fed in New York seit dem Hoch im Oktober bei 30,2 Punkten etwas abgeschwächt hat, dürfte eine Stabilisierung nicht auszuschließen sein. Das Pendant dazu in der Region der Philadelphia-Fed ist am Donnerstag im Kalender zu finden. Auch hier liegt der Stimmungswert trotz deutlicher Schwankungen seit gut einem Jahr auf sehr hohem Niveau und weist damit auf den soliden Konjunkturausblick hin. Hinweise auf massive Stimmungseintrübungen gibt es nicht, auch weil die Aktienmärkte freundlich tendieren. Bei den realwirtschaftlichen US-Datenveröffentlichungen steht zur Wochenmitte die Industrieproduktion des Monats Dezember im Fokus. Die Vorgaben sind gemischt. So weisen die starken Stimmungsindikatoren, insbesondere der Produktionsindex innerhalb des ISM-Indexes des Verarbeitenden Gewerbes auf ein deutlicheres Plus hin. Der Arbeitsmarktbericht, hier der aggregierte Index der geleisteten Wochenstunden, der eine Grundlage zur Schätzung des Produktionsvolumens darstellt, hatte aber leicht enttäuscht und signalisiert nur einen verhaltenen Zuwachs. Ob es einen wesentlichen Impuls vonseiten der Witterungsbedingungen (Heating Degree Days) gibt, ist aber offen. Der Kälteeinbruch im Nordosten kam erst zum Monatsende und könnte den unterdurchschnittlichen Monatsanfang somit mehr als ausgeglichen haben.



Bund-Future: Abwärtsrisiko bleibt bestehen



Der Bund-Future hat auf Wochenbasis knapp 0,8 % an Wert verloren. Hauptverantwortlich dafür war das Protokoll der EZB-Sitzung. Unserer Meinung nach handelt es sich dabei mehr um eine Anpassung der Forward Guidance an die weiterhin robuste Konjunkturentwicklung und nicht um ein Signal einer schnellen Kehrtwende in der lockeren Zinspolitik. Vor diesem Hintergrund dürfte der Markt bis zur EZB-Ratssitzung am 25. Januar eine abwartende Haltung einnehmen. Das technische Bild ist hingegen als wenig konstruktiv einzuschätzen. Der DMI gibt nach und der MACD ist weiterhin gen Süden gerichtet. Die erste Haltemarke lokalisieren wir bei 160,11. Darunter liegt die nächste Unterstützung am Kontrakttief bei 159,78. Hürden lokalisieren wir bei 161,18/20 und an der 100-Tagelinie bei 161,84.

EUR-USD: Höchster Stand seit drei Jahren



Der Euro hat sich Ende letzter Woche gefestigt und oberhalb des 2017er Hochs (1,2092) festsetzen können – unterstützt von Erwartungen, die EZB werde im September ihr Anleihekaufprogramm beenden. Inzwischen halten mehr und mehr Marktteilnehmer eine erste Leitzinserhöhung Ende dieses Jahres für möglich. Dies erscheint in Anbetracht des fehlenden Preisdrucks ambitioniert – auch vor dem Hintergrund, dass die EZB bezüglich der geldpolitischen Wende für ein sehr zögerliches Vorgehen bekannt ist. In den USA könnten die Zinsspekulationen hingegen zu gering ausgeprägt sein. Drei Schritte in diesem Jahr, die von den FOMC-Mitgliedern im Mittel für angemessen gehalten werden, sind marktseitig nicht vollständig eskomptiert. Die in dieser Woche anstehenden US-Daten sollten die robuste Konjunkturentwicklung bestätigen und damit den Dollar zumindest nicht schwächen. Insofern könnte der Euro nach Überwinden wichtiger Hürden zunächst verschnaufen. Widerstände sind am jüngsten Hoch 1,2240 und bei 1,2272 zu finden. Erste wichtige Unterstützungen lokalisieren wir bei 1,2092 und 1,2029.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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