Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: US-Daten bestätigen solide Konjunkturentwicklung
Helaba Floor Research - Forex - 17.01.2018

Die heute auf dem Programm stehenden US-Daten dürften die robuste Konjunkturentwicklung bestätigen. So zeichnet sich bei der Industrieproduktion der vierte Anstieg in Folge ab. In den letzten drei Monaten lag das Plus im Durchschnitt bei 0,6 %, dennoch spricht der ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes für einen weiteren Anstieg (Grafik siehe PDF Ausgabe). Zwar lässt der Index der geleisteten Wochenarbeitsstunden wenig Potenzial für eine positive Überraschung gegenüber der Konsensschätzung von +0,4 % VM, dennoch dürfte sich die US-Notenbank in ihrer Politik gradueller Leitzinserhöhungen bestätigt sehen. In diesem Zusammenhang sei auf den Konjunkturbericht der Notenbank hingewiesen. Mit dem Beige Book bereiten sich die Währungshüter auf die nächste FOMC-Sitzung vor, die in zwei Wochen auf dem Programm steht. Sollten die zwölf Distrikte der Fed per saldo davon berichten, dass die Wirtschaftsaktivität in den letzten Wochen mäßig bis moderat zugelegt hat und es zudem Hinweise auf steigende Preise gibt, würden die Zinserhöhungserwartungen tendenziell gestärkt.



Dafür sprechen auch die anstehenden Reden diverser Fed-Vertreter, von denen aber einzig Loretta Mester derzeit stimmberichtigt ist. Die Präsidentin der Fed in Cleveland hält vier Leitzinserhöhungen in diesem Jahr für angemessen. Marktseitig sind bislang aber nur zwei Erhöhungen vollständig eskomptiert. Im Gegensatz dazu halten immer mehr Marktteilnehmer eine Zinswende der EZB noch in diesem Jahr für möglich. Hier wird Präsident Draghi spätestens bei der Ratssitzung am 25. Januar für Klarheit und möglicherweise Enttäuschung sorgen. Selbst der als „hawkish“ geltende Bundesbankpräsident Weidmann hat zuletzt die Haltung der EZB betont, wonach die Zinsen noch weit über die Zeit der Anleihekäufe hinaus auf ihrem derzeitigen Niveau bleiben würden.

Bund-Future: Erholung im Abwärtstrendkanal



Nach drei verlustreichen Tagen in Folge erholte sich der Bund-Future gestern. Der Dezember-Abwärtstrendkanal ist aber intakt und die technische Lage mahnt weiterhin zur Vorsicht. DMI und MACD stehen im Verkauf. Zwar weist der Stochastic auf eine überverkaufte Marktsituation hin, was tendenziell stützen sollte, jedoch verläuft seine Drehbewegung nach oben nur sehr langsam. Die erste Hürde machen wir an der Widerstandslinie des Trendkanals aus, welche heute bei 161,28 verläuft. Haltemarken lokalisieren wir im Bereich 160,26/16 und am Kontrakttief bei 159,78.

EUR-USD: Die Luft wird dünner



Nachdem der Euro an drei Handelstagen infolge drei Prozent zugelegt und im Hoch bei 1,2322 notiert hat, ist es gestern zu einer Verschnaufpause gekommen. Der technische Ausblick bleibt konstruktiv, mit fundamentaler Unterstützung ist aber nicht zu rechnen. So werden die anstehenden US-Daten die robuste Konjunkturentwicklung wohl bestätigen. Zudem könnte der hohe Außenwert des Euros allmählich Zweifel am Inflationsausblick aufkommen lassen und Spekulationen auf eine geldpolitische Wende der EZB untergraben. Gestern hat EZB-Ratsmitglied Villeroy de Galhau darauf hingewiesen, dass der Anstieg des Euros eine Quelle der Unsicherheit sei und wegen des möglichen dämpfenden Effekts auf die Importpreise beobachtet werden müsse. Insofern halten wir das Potenzial nach oben für begrenzt. Widerstände sind am jüngsten Hoch und um 1,2350 zu finden. Unterstützungen lokalisieren wir um 1,2190 und bei 1,2089/92.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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