Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: EZB-Ratssitzung wirft Schatten voraus
Helaba Floor Research - Forex - 22.01.2018

Die Europäische Zentralbank ist ein wichtiger Impulsgeber für die Märkte. Dies gilt auch in dieser Woche, denn am Donnerstag findet die mit Spannung erwartete Ratssitzung statt. Das Protokoll des letzten Treffens von Mitte Dezember hat offenbart, dass die Währungshüter schon früh in diesem Jahr die Kommunikation ihrer geldpolitischen Ausrichtung und ihres geldpolitischen Ausblicks anpassen könnten. Insofern spricht vieles dafür, dass der Passus im Statement gestrichen wird, wonach das Anleihekaufprogramm im Hinblick auf Umfang und/oder Dauer ausgeweitet werden kann. Für eine derartige Änderung des EZB-Kommentars spricht auch, dass sich seit Jahresanfang einige Währungshüter in diese Richtung geäußert haben. Mit einer schnellen Zinswende ist aber nicht zu rechnen, denn an dem Ausblick, wonach die Leitzinsen noch eine lange Zeit nach Beendigung der Asset-Käufe auf dem derzeitigen Niveau bleiben, wird voraussichtlich festgehalten. Dies könnte einige Marktteilnehmer enttäuschen. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass es Präsident Draghi mit der geldpolitischen Wende nicht besonders eilig hat und sich das konjunkturelle- und preisliche Umfeld seit der letzten Sitzung im Dezember nicht derart verändert hat, um die geldpolitische Wende beschleunigen zu müssen. In diesem Zusammenhang sei auf den Anstieg des Euros verwiesen, der den von der EZB gewünschten Preisauftrieb in der Eurozone tendenziell hemmt.



Die konjunkturelle Lage würde eine restriktivere Geldpolitik durchaus rechtfertigen. Im Vorfeld der Ratssitzung stehen wichtige Stimmungsumfragen zur Veröffentlichung an – morgen die ZEW-Salden der Konjunkturerwartungen und Lagebeurteilungen, am Mittwoch die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes des Verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors und am Donnerstag der ifo-Geschäftsklimaindex. Zwar können zum Teil leichte Stimmungsrückgänge nicht ausgeschlossen werden, die sehr hohen Niveaus sprechen aber dafür, dass die Wachstumsdynamik zu Beginn des neuen Jahres beibehalten werden kann.

Bund-Future: Konsolidierung im Trendkanal



Der Rentenmarkt befindet sich in einer Konsolidierung, nachdem es der 10-jährigen US-Rendite gelungen ist, das im Jahr 2016 und 2017 markierte Hoch bei 2,64 % im Auge zu behalten. Ein Anstieg darüber bleibt möglich. Beim Bund-Future ist der Dezember-Abwärtstrendkanal tonangebend. Die Widerstandslinie verläuft bei 160,95 und damit in der Nähe des Vorwochenhochs. Unterstützungen lokalisieren wir bei 160,11 und 159,78.

Euro bleibt im Vorteil



Der Euro bleibt zum US-Dollar im Vorteil. Einerseits stützt der Ausblick auf eine große Koalition in Deutschland, andererseits belastet der Haushaltsstreit in den USA tendenziell den Dollar. Das technische Bild auf Tages- und Wochenbasis ist konstruktiv – trotz des jüngsten Rückgangs. In den nächsten Tagen dürfte der Aufwärtstrendkanal von Mitte Dezember tonangebend sein. Die Widerstandslinie verläuft heute bei 1,2298. Darüber stünden die Chancen für ein neues 3-Jahreshoch gut. Haltemarken machen wir bei 1,2165 und an der Unterstützungslinie des Aufwärtstrendkanals bei 1,2170 aus. Aus fundamentaler Sicht ist der Fokus diese Woche auf die am Donnerstag anstehende EZB-Ratssitzung gerichtet. Nachdem sich in letzter Zeit vermehrt die Falken zu Wort gemeldet haben, gehen wir davon aus, dass die Notenbanker ein fixes Enddatum für das QE-Programm verkünden werden.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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