Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: Europäische Datenwoche
Helaba Floor Research - Forex - 19.02.2018

Die neue Woche wird dominiert von Veröffentlichungen in Europa. Jenseits des Atlantiks werden im Datenkalender lediglich die Eigenheimverkäufe und der Index der Frühindikatoren des Conference Boards sowie das Sitzungsprotokoll des FOMCs von Interesse sein. Heute ist aber zunächst Feiertag (Presidents‘ Day) und erst ab Mitte der Woche richtet sich der Blick auch wieder in die USA.

In der Eurozone werden ab morgen nationale und supra-nationale Stimmungsindikatoren des laufenden Monats den Ton angeben. Den Auftakt gibt die ZEW-Umfrage. Der deutsche Saldo der Konjunkturerwartungen steht dabei unter negativen Vorzeichen. Zum einen ist die schwierige Regierungsbildung in Berlin zu nennen, zum anderen könnten die Turbulenzen an den Börsen für Verunsicherung gesorgt haben. In diese Richtung weist auch die sentix-Befragung. Der entsprechende Wert für die Konjunkturerwartungen in Deutschland hat deutlich nachgegeben. Zudem gilt es zu beachten, dass der ZEW-Saldo der Lageeinschätzungen mit 95,2 Punkten zuletzt in der Nähe seines theoretischen Spitzenwertes lag (100,0). Je besser die Lage, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass zukünftig keine weitere Verbesserung erwartet wird. Eine Enttäuschung gegenüber der Konsensschätzung sollte daher ins Kalkül gezogen werden. Sowohl die Erwartungen als auch die Lageeinschätzungen sind wichtig und liefern zusammen Hinweise auf den ifo-Geschäftsklimaindex, mithin auf das deutsche BIP-Wachstum. Auch hier sollte ein Rücksetzer von dem Rekordniveau des Januars (117,6) nicht ausgeschlossen werden. Eine konjunkturelle Trendwende auszurufen, wäre aber gleichwohl verfrüht. Eine leichte Verlangsamung der gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate würde damit aber wahrscheinlicher. Ähnliches gilt auch mit Blick auf die Einkaufsmanagerindizes, deren Vorabschätzungen am Mittwoch auf der Agenda stehen – nicht nur in Deutschland. Zuletzt haben die PMIs in Deutschland, Frankreich und der Eurozone gleichermaßen auf sehr hohen Niveaus gelegen. Grundsätzlich steht die Wachstumsperspektive nicht in Frage, auch wenn die Stimmungsindikatoren tendenziell nachgeben. In Frankreich wird das Bild durch das INSEE-Geschäftsklima abgerundet. Ein vergleichbarer Index der Bank von Frankreich hatte im Januar bereits deutlicher korrigiert.

Bund-Future erholt sich



Zum Wochenschluss erholte sich der Bund-Future innerhalb des Dezember-Abwärtstrendkanals. Unterstützung bekam der Rentenmarkt vom EZB-Direktoriumsmitglieds Cœuré, wonach die EZB den Leitzzins nicht vor Ende des Anleihekaufprograms erhöhen wolle. Bis Herbst dieses Jahres beabsichtigt die EZB, Anleihen im Umfang von monatlich 30 Mrd. EUR zu kaufen. Aus technischer Sicht bleibt das Bild mit einem Verkaufssignal des DMI und intaktem Abwärtstrend getrübt. Die Trendlinie verläuft heute bei 158,73. Kurse darüber könnten zu einem Anstieg bis 159,75 führen. Unterstützungen lokalisieren wir bei 157,54/42 und am Kontrakttief bei 157,26. Trading-Range: 157,80 – 159,30.

Ausmaß der Dollar-Schwäche begrenzt?



Der Euro hat sich nach dem Anstieg auf den höchsten Stand seit über drei Jahren wieder abgeschwächt. Die EUR-Gewinne der letzten Zeit sind weniger mit der Stärke des Euros zu erklären als mit der Schwäche des US-Dollars. Dieser steht auf breiter Front unter Druck, was sich am Dollar-Index ablesen lässt. Der Wert des Greenbacks gegenüber sechs Währungen hat an fünf Handelstagen trotz der Erholung am Freitag rund 2,0 % an Wert eingebüßt. Für die schlechte Stimmung werden Sorgen vor einem Anstieg der Staatsschulden und einer Ausweitung des Leistungsbilanzdefizits verantwortlich gemacht. Zudem haben die zum Teil schwächeren realwirtschaftlichen Daten Befürchtungen vor einem Rückgang der wirtschaftlichen Dynamik aufkommen lassen. Konjunktursorgen sind unserer Einschätzung nach unangebracht. Die Wachstumsaussichten sind weiterhin freundlich und der zunehmende Preisdruck lässt auf eine Fortsetzung gradueller Leitzinserhöhungen schließen. Vor diesem Hintergrund sollte das Ausmaß der Dollar-Schwäche allmählich ausgereizt sein. Das technische Bild bei EUR-USD ist mit dem intakten Aufwärtstrend zwar konstruktiv und ein Test der Widerstände 1,2570 und 1,2600 kann nicht ausgeschlossen werden, Korrekturrisiken bleiben aber bestehen. So ist der MACD daran gescheitert, seine Signallinie wieder zu überwinden. Erste Unterstützungen lokalisieren wir bei 1,2446 und um 1,2330. Trading-Range: 1,2380 – 1,2570.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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