Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: Eurozone - Stimmungsindikatoren im Blick
Helaba Floor Research - Forex - 20.02.2018

Stimmungsindikatoren in Deutschland und der Eurozone stehen heute im Mittelpunkt des Interesses. An erster Stelle sind dabei die ZEW-Umfragen für Deutschland und für die Eurozone als Ganzes zu nennen. Diese geben mit den Mittelwerten aus den Salden der Konjunkturerwartungen und der Lageeinschätzungen wichtige Hinweise auf das ifo-Geschäftsklima am Donnerstag und die Einkaufsmanagerindizes, die morgen bereits mit vorläufigen Daten veröffentlicht werden. Bei der Lageeinschätzung ist hervorzuheben, dass diese für die Eurozone seit Jahresbeginn 2017 einen steigenden Trend aufweist, aber mit 56,4 Punkten noch lange nicht das deutsche Niveau von 95,2 Punkten erreicht hat. Insbesondere hierzulande sollte daher ein Rücksetzer nicht auszuschließen sein. Der Saldo der Erwartungen steht unter negativem Vorzeichen vonseiten der sentix-Befragung. Das Investorenvertrauen weist einen schwächeren Februarwert auf. Vor diesem Hintergrund scheint Enttäuschungspotenzial vorhanden (siehe „Tagesausblick“ vom 19.02.). Sollten Erwartungs- und Lagesalden per saldo nachgeben, ergeben sich negative Indikationen für die Stimmungsindikatoren auf Unternehmensebene. Übergeordnete Einflussfaktoren wie der Ölpreis und der Euro stufen wir aktuell als tendenziell belastend ein. In den letzten Monaten hatten diese zwar noch nicht deutlich auf die Stimmung geschlagen, zusammen mit dem steigenden Zinsniveau können mittelfristige Belastungen aber nicht ausgeschlossen werden. In Deutschland sind auch die seit Jahren steigenden Lohnstückkosten ein Menetekel, denn der Wettbewerbsvorteil der deutschen Wirtschaft geht mehr und mehr verloren.

Bund-Future: Impulsarmer Handel



In Abwesenheit nennenswerter Datenveröffentlichungen (USA: Presidents‘ Day) schwächte sich der Bund-Future zum Wochenauftakt ab. Zwar hat sich das technische Bild durch die Gewinne vom Freitag und das Kaufsignal des Stochastics aufgehellt, von einer nachhaltigen Aufwärtsdynamik gehen wir jedoch nicht aus, denn noch ist der Dezember-Abwärtstrendkanal intakt Die Widerstandslinie zeigt sich bei 158,49. Weitere Hürden bestehen bei 158,78 und 159,03.Unterstützungen machen wir in der Zone 157,42/65 und bei 157,26 aus.

EUR-USD: Korrekturausdehnung möglich



Der jüngste Kursrückgang des Euros ist als Korrektur eines intakten Aufwärtsimpulses zu verstehen. Allerdings gibt es Hinweise, die für eine größere Abschwächung sprechen. So richtet sich der MACD unterhalb seiner Signallinie nach unten und der rückläufige ADX sowie negative Divergenzen lassen auf die nachlassende Kraft des Aufwärtstrends schließen. Die entscheidenden Unterstützungen sind aber erst bei 1,2230 und um 1,2200 auszumachen. Dort liegen die Unterstützungslinie des Dezember-Aufwärtstrends und das markante Tief vom 9. Februar. Solange der Euro oberhalb dieser Zone handelt, bleibt das Aufwärtsszenario intakt. Sollte es aber zu einem Rückgang unter die genannten Marken kommen, wäre neben dem Trendbruch eine Doppeltop-Formation komplettiert, aus der sich ein Kursziel bei 1,1850 ergeben würde. Noch ist es zu früh, um auf eine derartige Abschwächung zu setzen, auf das Risiko sollte aber hingewiesen werden. Heute könnte eine überraschend schwache ZEW-Umfrage den Euro in Bedrängnis bringen.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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