Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: EWU-Kernteuerung im Fokus
Helaba Floor Research - Forex - 28.02.2018

Der Fokus der Marktteilnehmer liegt auf den Schnellschätzungen zur Preisentwicklung in der Eurozone. Die Vorgaben sind unterschiedlich. So stieg die EU-harmonisierte Teuerungsrate in Spanien im laufenden Monat deutlich stärker als erwartet auf +1,2 % gg. VJ nach +0,7 % im Januar. In Deutschland dagegen kam es zu einem unerwartet kräftigen Rückgang der Inflationsrate von 1,4 % im Januar auf 1,2 %. Zunächst richtet sich der Blick heute auf die französischen Zahlen (um 8:45 Uhr), bei denen eine unveränderte Jahresveränderungsrate erwartet wird. Damit einhergehend ergibt sich die Erwartung, dass die EWU-Gesamtinflationsrate nur leicht sinkt. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass rückläufige Benzinpreise im Februar einen dämpfenden Effekt hatten, während sich aus der Destatis-Meldung für die deutschen Verbraucherpreise eine unveränderte Kernteuerung herauslesen lässt. Sollte sich dies auch in anderen Euro-Volkswirtschaften ergeben, dürfte die EWU-Kernteuerung stabil bleiben und unseres Erachtens im Mittelpunkt des Interesses stehen, denn die Europäische Zentralbank setzt seit längerem bezüglich der geldpolitischen Ausrichtung auf eine nachhaltige Bewegung der Inflationsraten in Richtung der Zielvorgabe von knapp 2 %. Diese ist anhand der Kerninflation besser messbar als an der durch volatile Energiepreise getriebenen Gesamtrate. Die Erwartungen, dass sich die EZB im Laufe der nächsten Monate allmählich und zögerlich von der ultra-expansiven Geldpolitik abwendet, dürften somit am Leben erhalten werden.

Bund-Future: US-Zinserwartungen belasten



Der verhaltene Preisauftrieb in Deutschland und der schwache US-Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter sorgten zunächst für etwas Unterstützung. Letztlich führten aber die Äußerungen des neuen Fed-Chefs Powell für nachgebende Notierungen. Er zeichnete einen positiven Konjunkturausblick und stellte für den Fall eines Heißlaufens schnellere Zinsanhebungen in Aussicht. Heute steht die Schnellschätzung der EWU-Teuerung im Fokus. Eine unveränderte Kerninflation und eine sinkende Gesamtrate dürften den Rentenmarkt per saldo nicht belasten. Hürden sind im Bereich 159,67/75 sowie bei 160,11 zu finden. Unterstützungen lokalisieren wir bei 158,85 und 157,90.

EUR-USD: Bruch des Aufwärtstrends



Nach anfänglichen Gewinnen kam es am Nachmittag zum Bruch der Unterstützungslinie des Dezember-Trendkanals bei 1,2287 und ein Tagestief wurde bei 1,2214 markiert. Die Charttechnik trübt sich somit ein, was durch die bestehenden Verkaufssignale des MACDs und des Stochastics untermauert wird. Das Kursmomentum weist auf eine trendlose Marktlage hin. Mit dem Bruch der Unterstützungslinie sind aber weitere Verluste bis zur Haltemarke bei 1,2204 wahrscheinlich. Darunter würde eine Trendwendeformation in Form eines Doppel-Tops vervollständigt. Weitere Kursrückgänge könnten dann zunächst bis zur 55-Tagelinie bei 1,2170 führen. Widerstände finden sich bei 1,2355 und 1,2373. Heute richtet sich der Blick auf die Veröffentlichung der Verbraucherpreise in der Eurozone, von denen wohl keine Unterstützung für den Euro abzuleiten ist.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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